Herzlich willkommen auf unserem Single Mama-Blog!

Hallo Ihr Lieben,

Ihr seid hier auf dem Blog von Single City Mama gelandet – das sind Wiebke (34, im ersten Leben Hamburger Single Mama und „Was-mit-Medien-Macherin“) und der kleine Piranha (4, nach letzter Zählung 20/20 Zähnchen (whoop!), im ersten Leben rotzfreches Schleckermäulchen und alleinerziehender Plüschtiervater (Status: Es ist kompliziert…).

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Man findet uns – wenn wir nicht gerade den Tätigkeiten unseres ersten Lebens nachgehen und/oder schlafen (beides tun wir meist synchron!) – mit der Borkumer Plüschrobbe „Robbie“, Schmuse-Petz „Bääär“ (der eigentlich „Werner“ heißt, der verlorene Bruder von „Willi“ ist, der nach einem fatalen Wurf aus dem Buggy auf Weltreise gegangen ist, und – O-Ton Mitreisende im Kinderabteil – „ziemlich durchgenudelt“ aussieht) und dem gemeinsamen Kind „Baby Robby“, auf den Straßen der Hansestadt.

Auf unserem Mama-Blog erwartet Euch ein kunterbunter Mix aus Anekdoten unseres Alltags, Kooperationen, die zu uns passen (plumpe Werbung findet Ihr nie!!), und jede Menge Themen, die (Single) Mamas (und Papas) im Großstadt-Dschungel beschäftigen:

… vom positiven Schwangerschaftstest über den Alltag mit Baby und Kleinkind, Vorsätze und Vorurteile, Organisatorisches, Behördliches, Rechtliches, Netzwerke und Netzwerken, Elternzeit, Wiedereinstieg in den Beruf, Portraits und Interviews, Single Urlaub mit Kind, Abschalten vom Alltag, Angst und Achtsamkeit, und vieles, vieles mehr…

Schön, dass Ihr hier seid! Feedback ist jederzeit willkommen und wird zeitnah beantwortet 🙂

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Wenn Ihr Lust habt, für diesen Mama-Blog einen Gastbeitrag zu schreiben, portraitiert oder interviewt zu werden etc., schreibt mir gerne eine Mail!

Das F-Wort (nicht das, was Ihr denkt!)

Lieblingsmamas,

immer wieder bin ich gerührt von der kindlich-unschuldigen Freundschaftsdefinition des kleinen Piranhas und seiner Kumpels. „Mama, ich habe heute einen neuen Freund gefunden“, verkündet er regelmäßig stolz, wenn er in der Kita mit einem „neuen“ Kind gespielt hat. Wurscht, dass er teilweise gar nicht weiß, wie das Kind heißt. Jemand, der nett ist und mit dem er gerne spielt, ist ein „Freund“.

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(Symbolbild: Unsplash)

Mit zunehmendem Alter wird diese Definition ein bisschen komplexer. Das musste auch der kleine Piranha erfahren, als er den etwas älteren Sohn einer Bekannten unschuldig fragte, ob er sein Freund sei und dieser – eigentlich total korrekt – entgegnete, dass ein gemeinsames Spiel noch keine Freundschaft begründet. Stimmt ja eigentlich – ein bisschen Exklusivität darf man als „Freund“ schließlich erwarten.

Dabei ist das Verständnis des kleinen Piranhas in Bezug auf das zarte Band der Zuneigung tiefgründiger, als ich zunächst dachte. Als wir Silvester im Kreise der Familie ein Partyspiel spielten, bei dem wir 2018 Revue passieren ließen, wurde der Piranha mit der Frage konfrontiert, wer sein Jahr 2018 besonders bereichert hatte.

„Dejan“ erklärte er mit vollem Herzen und meinte seinen engsten Kita-Kumpel. „Er war immer für mich da“. Wir alle waren sehr gerührt.

Mitten in den Vorbereitungen meiner eigenen Geburtstagsparty (whoop whoop!!) musste ich auch bei der Planung der Gästeliste neulich über das Wort Freundschaft nachdenken und wie sich der Kontext verändert.

Früher, in den Dino-Zeiten der Kindheit, gab es ein bis zwei „allerbeste“ Freundinnen, mit denen man ständig unterwegs war und über alles gequatscht hat. Aber oft verlief sich der Kontakt – mal mehr, mal  weniger schmerzhaft, ähnlich wie bei einer Trennung. Dann kam die Cliquen-Philosophie, die sich durch weite Teile der Schulzeit und des Studiums zog.

Und dann sind da die Menschen, die man eigentlich kaum kennt, aber bei denen einfach Chemie und Wellenlänge stimmen. Und die plötzlich wichtig werden. Und auch zum Mikrokosmos „Freundschaft“ gehören, gefühlt sogar mehr als andere, die man schon sein halbes Leben lang kennt. Apropos halbes Leben: Auch da gibt es Freundschaften, die heute immer noch bestehen, und die mir total nahestehen. Wir sind zusammen erwachsen geworden. Also so ein bisschen zumindest, auf dem Papier.

Was mir bei der Planung meines Geburtstags auffiel: Aus jedem Lebensabschnitt ist immer noch jemand in meinem Leben präsent. Kindergarten, Grundschule, Schule, Studium, Ausland, berufliche Stationen, Zufallsbekanntschaften, bei denen es einfach „geklickt“ hat – es ist ein schönes Gefühl, viele Menschen zu haben, die einem etwas bedeuten und vice versa.

Natürlich gibt es Abstufungen. Es gibt Menschen, die ich sehr gerne mag, mit denen ich aber einfach sehr selten spreche. Bei den meisten ist das ok. Wenn wir uns wiedersehen, knüpfen wir genau dort an, wo wir aufgehört haben. Grund für den seltenen Kontakt ist meistens, dass sich der Alltag durch unterschiedliche Lebensentwürfe und Entfernungen kaum überschneidet. Keiner nimmt es dem anderen übel.

Verunsicherungen gibt es eigentlich nur, wenn die Erwartungen unterschiedlich sind, sich einer mehr Verbindlichkeit oder Kontakt wünscht. Oder beim anderen Geschlecht: Wenn man einfach nicht weiß, woran man ist. Liebe, Freundschaft, eigentlich Liebe, aber noch mehr Angst, Freunde mit Vorzügen – wer blickt denn da noch durch? Und was darf man wo erwarten???

Dann stellt sich meiner küch. psych. Meinung nach immer die Frage, wie wichtig einem gerade dieser Mensch ist, und bis wohin es gesund ist, Kompromisse einzugehen (Stichwort: Selbstfürsorge). Andere ändern zu wollen ist schließlich müßig. Also lieber die Frage: Tut mir das gut? Und offen und möglichst vorwurfsfrei ansprechen. „Du, ich hätte mir eigentlich gewünscht, dass…“. Dann sind die Karten auf dem Tisch und der andere kann reagieren.

Dazu gibt es Freunde, die ich ganz regelmäßig sehe, und das ist toll – ich würde sie um nichts in der Welt missen wollen. Man ist immer up-to-date, was beim anderen gerade los ist, holt und gibt sich Rat und öffnet sich emotional total. Numerisch gesehen sind das natürlich die wenigsten, aber auch das ist total okay.

Aber es gibt auch Freundschaften, die sich wieder auseinander entwickeln. Ich finde, das ist auch total normal und gesund (meistens ist es ja ein beidseitiges Gefühl, wenn es nicht mehr so richtig „passt“), solange kein tieferer Groll dahintersteckt, der ausgesprochen werden sollte. Wir alle verändern uns schließlich. Das sieht man schon beim kleinen Piranha. Einige enge Freundschaften sind beständig, bei anderen verläuft sich der Kontakt, immer wieder kommen neue Menschen, Ansichten und Dynamiken dazu.

Nicht alles lässt sich rational erklären. Bei der Freundschaft ist ja wie bei der Liebe immer eine große unbekannte Variable dabei. Der eine Mensch ist total anders als man selbst und gerade deshalb total spannend. Oder tickt ganz ähnlich und ist dadurch ein guter Ratgeber, mit dem man viel lachen kann.

Ich freu mich schon total auf meinen Geburtstag. Von außen betrachtet wird es wirklich ein buntes Sammelsurium an Menschen, die mich aus ganz unterschiedlichen Stationen bzw. Situationen kennen. Mit meiner Freundin Sybille habe ich schon im Kindergarten den Ententanz getanzt, meine Freundin Tina kommt extra aus München angereist, um den Abend mit mir zu feiern. Meine Schwester, Tante Hu, die gleichzeitig meine beste Freundin und „Stimme der Vernunft“ ist, ist selbstredend am Start… und so viele liebe Leute mehr. Aber: Keiner ist zufällig auf der Liste gelandet. Alle bedeuten mir viel und ich bin froh, dass es sie gibt.

Ich bin gespannt, wie sich das Netz des kleinen Piranhas entwickelt. Wer sein Leben bereichert, wen er mir vorstellt, über wen wir uns vielleicht sogar streiten…

Schließlich zeigen ja unsere Freunde auch immer ein bisschen, wer wir selber sind. Ich bin stolz auf meine!

Liebste Grüße,

Eure Single City Mama

 

 

Baba-Opas Storytelling

Lieblingsmamas,

am vergangenen Wochenende haben wir uns in Cuxhaven den eiskalten Nordsee-Wind um die Nase wehen lassen!

Dafür sattelten wir Freitag Nachmittag die Pferde, verluden 4/5 der Familie Piranha (Tante Hu zog Skifahren mit der Kanzlei in Saalbach-Hinterglemm vor, Sauerei!) in mein provisorisch entrümpeltes Auto und düsten mit Piranha und Beagle „Eddie“ auf der Rückbank los.

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Die Fahrt war unkompliziert und Baba-Opa erzählte herrliche Anekdoten aus seiner Jugend. Ich hatte gar nicht mehr auf dem Zettel, wie umtriebig er damals gewesen war. Er erzählte von seiner ersten Liebe, die nach dem Abitur in ein Internat in Oberfranken „verschifft“ worden war. Baba-Opa pendelte damals zu der besagten Dame und verdiente sich in der benachbarten „Pension Puff“ Kost und Logis.

Als er 1967 der Marine beitrat, hatte er direkt zu Beginn einen schweren Autounfall, nachdem er nach einem 36-Stunden-Einsatz übermüdet in einen Graben fuhr und ihm das Wasser anschließend bis zum Hals lief. Trotz diverser Frakturen überstanden Baba-Opa und seine Mitfahrer den Unfall zum Glück ohne Spätfolgen.

Dann berichtete Baba-Opa überaus unterhaltsam von seinen Auto-Exkursionen durch Europa (z.B. Spanien inklusive Schildkröten-Schmuggel) und seiner Marine-Ausbildung (u.a. auf dem Segelschulschiff Gorch Fock). Als auf einer Südamerika-Reise eigentlich seine Beförderung anstand, wurde Baba-Opa Opfer einer ziemlich fiesen Verleumnung.

In Brasilien sollten nämlich Lebensmittel und Spirituosen an Bord gebracht werden. Nach einigem Hin-und Her mussten die Güter händisch von Deck zu Deck gereicht werden. Als Baba-Opa auf Deck 3 plötzlich von oben eine einsame Vodka-Flasche gereicht bekam, überlegte er kurz, sie abzuzwacken und sich einen feucht-fröhlichen Abend zu machen, reichte sie dann aber weiter nach unten – mit fatalen Folgen.

Irgendwer hatte sich nämlich einen feucht-fröhlichen Abend gemacht und die Flasche danach einfach im Kabinenmüll entsorgt. Da niemand die Flasche zuordnen konnte, Baba-Opa jedoch als Überreicher identifiziert worden war, erhielt er einen Verweis wegen Diebstahls in seiner Akte. Die anstehende Beförderung wurde für Baba-Opa gestrichen und er musste als einziger der Crew den Rest der Reise in seiner Matrosenkluft verbringen.

Baba-Opa war verständlicherweise erbost und beschwerte sich beim Kommandanten. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass Widerstand zwecklos sei und er die Entscheidung zu akzeptieren habe. Seine Einsprüche wurden abgelehnt. Baba-Opa ging – zusammen mit zwei Freunden – vor das zuständige Gericht, wo man sich verglich. Er wurde nachträglich befördert und beschloss, nach seiner Marine-Zeit in der Crew 4/67 Jura zu studieren. Auch Oma lernte er – viele Jahre später – auf einem Schiffsempfang, natürlich am Buffett, kennen.

Ich war mir nach unserer Autofahrt nicht sicher, ob ich die ersten Geschichten schon mal gehört hatte, aber war dankbar, dass mein Vater sie so launig zum Besten gab – als wären sie erst gestern passiert und nicht vor 50 Jahren. Auch freute er sich sichtlich, sie zu erzählen. „Kennst Du die Geschichte gar nicht?“ fragte er, und setzte schon zum Reden an.

In Cuxhaven verbrachten wir zwei schöne Tage. Am Sonntagmorgen gab es einen kurzen Eklat, als der Hund das Müsli des kleinen Piranhas speiste. Ein Vergehen, dass das Kind erst verzieh, als er im nahegelegenen Hotel ein neues Müsli bekam. Mein Stresslevel war zwischenzeitlich relativ hoch, als ich zwischen einem sehr lebhaften 4-jährigen und meinem Vater, dem das ganze bisweilen etwas auf die Nerven ging, vermittelte.

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Der Versuch, den Piranha nachts ohne Windeln schlafen zu lassen, blieb leider erfolglos, so dass er erst sein und dann mein Bett unter Wasser setzte, aber zum Glück gab es Waschmaschinen und Kekse.

Die Meerluft war traumhaft, wir spazierten über Strand und Dünen und kamen wie immer mit vielen Menschen ins Gespräch. Als ich bei Taifun/Comma nach einem Bolero-Jäckchen suchte, unterstützte der kleine Piranha tatkräftig den Verkäufer, was ihm seinen ersten handschriftlichen Arbeitsvertrag einbrachte.

Der Piranha „unterschrieb“ und zeigte das Schriftstück stolz Menschen in der Fußgängerzone. Abends aßen wir Fisch und der kleine Piranha und ich checkten gestern noch die Thalasso-Therme in Duhnen aus. Baba-Opa verbrachte die meiste Zeit aufgrund seiner eingeschränkten Mobilität in der Ferienwohnung, was seiner Reiselust aber keinen Abbruch tut.

Im März touren wir wieder gemeinsam in die Alpen in das wunderschöne Alpina im Zillertal – ich freu mich schon.

Liebste Grüße und habt einen guten Wochenstart,

Eure Single City Mama

Mama, die zauberhafte Zahnfee

Post entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit baby-walz

Hallo meine Lieben,

aus aktuellem Anlass  – der kleine Piranha flasht seit Verlust von „Schneidezahn-unten-links“ regelmäßig vor Freunden, Passanten und Restaurantbedienungen ungefragt seine Zahnlücke – beschäftige ich mich aktuell mit dem Thema Zähne.

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Zahnringe gab es bei uns auch jede Menge… (Bild: baby-walz)

Auf die Lücke ist er seeehr stolz und präsentiert feierlich den nachkommenden „große-Jungs-Zahn“. Vorgestern bat er mich sogar ein Foto von seiner Mundhöhle zu machen. Falls jemand meine Handydaten ausspionieren möchte – you are more than welcome!

Natürlich besuchte uns auch die Zahnfee (etwas verspätet, denn bei ihrem ersten Versuch, ein Präsent niederzulegen, wachte der kleine Piranha auf und verwechselte die Fee mit mir, ob meines elfengleichen Antlitzes natürlich absolut verständlich ;-))

Die Fee klampfte sich den Zahn in der Dose, ließ eine Paw Patrol-Kopfhörer-Mütze dort und sorgte so für noch mehr Euphorie. Mittlerweile findet der kleine Piranha den Status „zahnlos“ sogar ein bisschen zu cool („Mama, was passiert, wenn ich mir alle Zähne raushaue? Bringt die Zahnfee dann ganz viele Geschenke?“). Nö. Aber mehr Toblerone für mich, muhaha!

Seiteneinwurf: Wusstet Ihr, dass einige Babies schon mit Zähnen auf die Welt kommen? Zum Glück war dem bei uns nicht der Fall, andernfalls hätte meine Brust vielleicht auch ohne mich das Weite gesucht.

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Es gab eine Zeit im Hause Piranha, als Kauen vollkommen überbewertet wurde…

Auch die Zahnpflege ist leider nicht des Piranhas größtes Hobby. Ich habe mir schon allerhand einfallen lassen (z.B. selbst-komponierte Smash Hits über Tiger- und Drachenzähne, bei denen der Piranha Refrain-artig „ghhhrrrrr“ machen muss und ich wie ein Schimpanse mit der Kinderzahnbürste bewaffnet um ihn herum hüpfe), und so rocken wir das momentan eigentlich ganz gut.

Das Zahnen selber verlief bei uns eigentlich ganz entspannt. Der Piranha sabberte, was das Zeug hielt und ab und zu schmierte ich Zahngel auf die betroffenen Stellen, aber an schlaflose Nächte oder dergleichen kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht hab ich das aber auch verdrängt.

Den ersten Zahnarztbesuch starteten wir vor etwa einem halben Jahr. Statt zu einem Kinderzahnarzt nahm ich den Piranha einfach mit zu meiner Ärztin und ließ ihn schon bei der Zahnreinigung zusehen. Zum Glück war der Besuch vollkommen unkompliziert und zog keine weiteren Behandlungen mit sich, so dass ich der nächsten Visite entspannt entgegenblicke.

Wenn Euch das Thema Zähne und Zahnen interessiert, kann ich Euch die Themenseite über Zahnen von baby-walz ans Herz legen oder aber die Blogbeiträge unserer Kinderärztin Dr. McGowan.

Auf alle Fälle macht es Sinn, mit spätestens drei Jahren mal beim Zahndoktor vorstellig zu werden, auch um dem Kind Angst und Scheu zu nehmen.

Liebste Grüße,

Eure Single City Mama

Von Sorgen und Dämonen

Lieblingsmamas,

meine Ängste habe ich auf diesem Blog ja schon mehrfach offen thematisiert und weiß deshalb, dass es vielen von Euch ähnlich geht.

Dabei sind es gar nicht so sehr die realen Ängste, sondern vielmehr gedanklich inszenierte Horrorszenarien, die mir das Leben manchmal schwer machen.

Dr. Google und der Sensemann

Während es mir gelingt, alltäglichen Stress und Sorgen oftmals ganz gut zu verdrängen, bin ich seit ich denken kann ein Hypochonder, wenn es um Krankheiten geht. Schon als Kind befürchtete ich bei so manch kleinem Wehwehchen das allerschlimmste, wenn bestimmte Symptome mit den Diagnosen von Dr. Google (an deren Ende immer irgendwo der Sensemann steht) übereinstimmte, plante ich in Gedanken schon meinen Nachlass.

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Bild: Janett Menzel, auf ihrem Blog 

Es klingt lustiger als es ist. 2016 gipfelte das Ganze zusammen mit sehr viel Stress in der Herausbildung von Angstzuständen und Panikattacken, die ich nur mit therapeutischer und medikamentöser Unterstützung in den Griff bekam. Körperlich war ich kerngesund, aber mein Kopf signalisierte mir bei der kleinsten Kreislaufschwankung, dass ich den nächsten Tag nicht erleben würde – ein furchtbarer Teufelskreis, den viele, die in irgendeiner Form schon mal mit Angst zu tun hatten, nur zu gut kennen.

Auch in Bezug auf den kleinen Piranha bekomme ich das oft zu spüren. Zwar bin ich alles andere als eine „Helikopter-Mama“ und gewähre dem kleinen Mann viele Freiheiten, aber die Angst ist geblieben. Klagt der kleine Piranha zum Beispiel über Bauch oder Rückenschmerzen, denke ich zunächst an das allerschlimmste und statistisch am wenigsten wahrscheinliche, und erst dann an Blähungen oder Wachstumsschmerzen.

Ich versuche meine Gedanken jedoch möglichst vom Piranha abzuschirmen, um meine hypochondrische Paranoia nicht auf den kleinen Mann zu übertragen. Das gelingt mir manchmal besser und manchmal schlechter, siehe Zahnwechsel.

Natürlich hat man nie die absolute Gewissheit, dass einem nie etwas passiert, man nie krank wird, jemanden verliert etc. – aber was nützt das längste, gesündeste Leben, wenn einen die permanente Angst vor Worst Case Szenarien um die ganze Freude bringt? Nicht viel. Und ich bin sehr gewissenhaft, was Vorsorgen angeht.

Apropos Vorsorge

Apropos Vorsorge… Gestern war wieder so ein Härtetest, der mich mit meinen Ängsten konfrontierte. Als ich morgens von der Kita ins Büro fuhr, sah ich auf meinem Handydisplay mehrere verpasste Anrufe meiner Frauenarztpraxis. Ich war im Dezember zur jährlichen Krebsvorsorge gegangen und die Ärztin verabschiedete sich mit den Worten, sich nur zu melden, wenn etwas auffällig sei.

Da war er nun der Anruf, drei Wochen später, aber wie der Rückruf ergab, war es tatsächlich die Ärztin persönlich, die versucht hatte mich zu erreichen.

Ich geriet in Panik. Ein Anruf konnte nur bedeuten, dass etwas auffällig war und das widerrum bedeutete, dass mir nicht viel Zeit blieb.

In Gedanken arbeitete ich meine Bucket List durch. Ich hatte Angst. Fuhr rechts ran und rief sofort zurück. Die Ärztin hatte gerade eine Patientin, ich solle es gleich nochmal probieren, sagte die Sprechstundenhilfe, und so blieben mir ganze 15 Minuten, um mich gedanklich auf meinen Abschied vorzubereiten.

„Das ist vollkommen lächerlich,“ flüsterte der rationale, leise Teil meines Gehirns. „Warte doch erstmal ab, was die Ärztin sagt, bevor Du den Kranz auswählst. Und wenn etwas ist, musst Du auch damit umgehen“. Aber mein Blutdruck stieg und heiße Tränen schossen mir in die Augen.

Schließlich entpuppte es sich als das, was statistisch gesehen auch das wahrscheinlichste war – dem Zytogenetiker, der meinen Abstrich untersucht hatte, war eine kleine Abnormalität aufgefallen. Wahrscheinlich völlig harmlos (oft durch kleine Entzündungen bedingt) und ohnehin noch nicht mit schweren Erkrankungen in Verbindung zu bringen, aber statt in einem Jahr sollte ich in einem halben Jahr wieder zur Vorsorge erscheinen. That’s it. Keine weiteren Untersuchungen, kein Grund zur Panik, kein Todesurteil.

In Relation gesetzt…

Ich ärgerte mich über mich selbst, dass meine Dämonen mich für einen Moment wieder hatten. Es gab doch soviel reelles, worüber man sich aufregen konnte, was Ängste verdiente. Dazu kam ein schlechtes Gewissen – im Freundes und Bekanntenkreis gibt es einige Frauen, die viel souveräner mit ganz anderen Befunden umgehen – und ich hyperventiliere wegen einer Vorsichtsmaßnahme.

Schließlich beschloss ich, mit mir selbst etwas nachsichtiger zu sein und eine beobachtende Rolle einzunehmen. Wovor hatte ich Angst? Was wollte ich kontrollieren, was ich ohnehin nicht kontrollieren konnte? Und was sollte ich stattdessen kontrollieren?

Ein bisschen stolz war ich aber auch, dass ich heute überhaupt in der Lage bin, so zu denken. Das sah vor einpaar Jahren, als der Notarzt um fünf Uhr morgens in meinem Wohnzimmer stand und mir Valium spritzen wollte, weil ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt, noch ganz, ganz anders aus.

Leben und lernen, Ihr Lieben.

In diesem Sinne, bleibt gesund und genießt das Leben – ohne Angst,

Eure Single City Mama

„Dinner for Onesie“ in 2019

Lieblingsmamas (und alle, die meinen Blog lesen),

ich wünsche Euch einen wunderschönen Start in ein glückliches und gesundes neues Jahr – mit vielen schönen Stunden, wenig Sorgen und ganz viel von dem Liebesdings!

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Wir haben die Feiertage und den Jahreswechsel vergleichsweise tiefenentspannt im Casa de Piranha im Kreise unserer Kleinstfamilie verbracht.

Silvester begingen wir stilvoll-skurril ein familiäres „Dinner-for-Onesie“ mit entsprechendem Dresscode (Einteiler! Meiner ist schwarz, unförmig, aus Fleece-ähnlichem Polyester, herrlich unsexy, aber sehr bequem). Die Gästeliste: Nur Baba-Opa, der kleine Piranha, Tante Hu und ich. Wir aßen Fondue, stießen um Mitternacht an und beobachteten vom Zimmer des Piranhas, wie der halbstarke Nachwuchs unserer elitären Nachbarschaft ihr Taschengeld in den Nachthimmel schossen. Schön war’s! Und günstig – zumindest für uns!

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Bilder von uns in den Onesies möchte ich Euch nicht zumuten… stattdessen: Der Tisch! (Bilder: Single City Mama privat)

Es gab viel köstliches Essen, einen sehr fleißigen Weihnachtsmann und jede Menge Programm, um einen energiegeladenen Piranha irgendwie zu bändigen. Wir verlustierten uns auf dem Indoor-Spielplatz, waren im Schwimmbad, im Wildpark, auf der Hafenfähre, und und und… Der kleine Piranha strotzt vor Energie und Tatendrang.

Ich hingegen hätte heute morgen gerne länger mein Kopfkissen geherzt (nachdem ich nachts viel zu lange „You – Du wirst mich lieben“, eine creepig-spannende neue Netflix-Serie, rezipiert hatte). Heute begann nämlich für uns der Alltagswahnsinn – und der Start in einen überaus ereignisreichen Januar und Februar.

Ein Kurztrip mit Baba-Opa, Piranha und Familienbeagle „Eddie“ nach Cuxhaven, mein 35. Geburtstag mit „Get your Glam on“-Party, Tante Hus 29+ Geburtstag kombiniert mit einem Quiz-Wochenende in Berlin und ein Sister-Trip nach Prag (mein vollkommen uneigennütziges Geschenk für Tante Hu) stehen unmittelbar bevor. Ich freue mich riesig!

Natürlich hab ich auch für dieses Jahr einpaar gute Vorsätze, die da wären…


Na gut, für einen Moment hatte ich Euch.

Nein, ich möchte weiterhin auf eine gesunde Ernährung und ein gut austariertes Stresslevel achten (dazu zählt auch schöner Stress, s.o.) und den Grad meiner Verpeiltheit nach unten schrauben. Wer mich kennt, weiß, dass ich Chaos auf zwei Beinen bin. Das finden viele zunächst liebenswert und gehört auch ein bisschen zu mir, kann aber auch ziemlich anstrengend sein. Meine Familie dreht regelmäßig am Rad. Ich manchmal auch. Selbst mein vierjähriges Kind ist strukturierter als ich.

Meine Wünsche? Ich hoffe inständig, dass wir alle gesund bleiben. Dass Baba-Opas Umzug in unser Haus (in seine eigene Wohnung in unserem Haus) gut über die Bühne geht und Eddie und er sich schnell akklimatisieren. Dass wir uns alle gut in unserem Mehr-Generationen-Haus eingrooven.

Ich hoffe, auch in diesem Jahr wieder viel rumzukommen, Freunde wiederzusehen, die ich im letzten Jahr gar nicht oder viel zu wenig gesehen habe, vielleicht ein bisschen öfter meine Komfortzone zu verlassen, aber auch auf meine Grenzen – seelisch, finanziell und überhaupt – zu achten.

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London, Meran, Zürich, Fuerteventura, Zillertal, Nordsee, Ostsee, Mainhattan… 2018 haben wir viel gesehen – ein großes Privileg ❤

Mein Job macht mir Spaß – das darf gerne so weiter gehen.

Und Ihr so?

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

 

 

„Mutter (34) entfernt Schneidezahn mit Staubsauger“

Es wackelt im Hause Piranha!

Aber so richtig – Schneidezahn unten links, kurz vor dem Ausfall. Als ich gestern beim Zähneputzen bemerkte, dass im Piranha-Mäulchen etwas locker ist, war ich erstmal geschockt.

War der kleine Piranha gestürzt? Hatte er in der Kita einen auf die Gusch gekriegt? Das Kind verneinte, aber die Indizien sprachen für sich. Der Schneidezahn bog sich und schien nur noch leicht befestigt.

Zum Glück war Tante Hu schon zu unserer allabendlichen Couch-Session erschienen, und wir beschlossen, zunächst Dr. Google und den familieneigenen Ältestenrat (den „weisen Greis“) aka unseren Vater zu konsultieren – Baba-Opa. Immerhin hatte der ja den Zahnwechsel seiner Töchter miterlebt und eine überaus pragmatische Grundeinstellung, wenn es um Wachstumsprozesse geht.

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Die Zahnfee als Konkubine des Weihnachtsmannes? (Bild: Fotolia)

„Was soll ich tun?“ fragte ich leicht panisch. In meinem hypochondrischen Kopfkino sah ich den Piranha bereits um drei Uhr morgens in meinem Arm, das Heimlich-Manöver aus dem Säuglings-Erste-Hilfe-Kurs anwendend, mit Schneidezahn-unten-links im Rachenraum. „Mutter (34) entfernt Schneidezahn mit Staubsauger“, hätte die B-Zeitung titeln können. Konnte ich ihn so ins Bett schicken? Konnte etwas passieren?

Baba-Opa war entspannt. „Wackel mal dran!“ befahl er, aber dem kleinen Piranha war das Ganze nicht geheuer. Ekstase ob der Aussicht eines Zahnfee-Besuchs wechselte sich mit einem Hauch von Angst ab, die ich im Wohnzimmer verströmte. Große Kulleraugen blickten Mutter und Tante verunsichert an.

Schließlich besann ich mich, jubelte und sagte dem Kind, dass er nun ein großer Junge ist (was kommt als nächstes? Teen-Vaterschaft? Ahhh!). Und das wichtigste: Es ist völlig normal – Hakuna Matata!

Tatsächlich wimmelte es auch in Dr. Googles Wartezimmer von Müttern, deren Kinder mit 4 /4 1/2 den ersten Zahnwechsel vollzogen. Die Suchmaschinen-Mediziner sind entspannt. Sogar unsere eigene Kinderärztin, Dr. Hess, elaboriert im Netz unter „Wackelzahn – wann fällt er aus?“ von der Normalität eines frühen Zahnwechsels. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, sagte ich mir, und erinnerte mich an ein Mädchen in der Grundschule, das ein wenig Einhorn-Status innehatte, nachdem sie mit 9 ihre erste Periode bekommen hatte.

Als ich den Piranha heute morgen in die Kita brachte, erzählte er schon den Passanten auf der Straße von seinem Wackelzahn. Im Kindergarten angekommen, weihte er direkt Matthias, die stellvertretende Leitung ein, und bot tiefe Einblicke in sein – im wahrsten Sinne des Wortes – loses Mundwerk „Guck maaaa, Matthiiiias“.

Vorsichtshalber hatte ich dem Piranha eine kleine Zahndose mitgegeben, damit wir den Ausfall später bzw. spätestens nach einem beherzten Biss in den nächsten Apfel, gebührend zelebrieren können. Feste feiern, wie sie kommen, meine Lieben.

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Eure Single City Häuptling Toothless Mama

 

Solo-Trip

Guten Morgen meine Lieben,

eine ereignisreiche Woche geht in die nächste über, und wisst Ihr was: Endspurt!! Noch 7 Tage bis zum gepflegten „Weihnachtschaos-Familienknatsch-Geschenke-Aufreiß-Marathon“. Whoop whoop!

Tatsächlich ist noch kein Tannenbaum bei uns eingezogen. Letzte Woche bin ich nach einem nicht ganz untypischen Reisedesaster (auf dem Weg zum Flughafen verreckte das Auto an der Kreuzung, weil ein Riemen gerissen ist… fragt mich nicht welcher, aber der Keilriemen war es nicht) mit mehrstündiger Verspätung in Zürich gelandet.

Vollkommen blank bis auf eine Barschaft von etwa 1,50,-, da ich meine EC-Karte in der Hektik des Morgens im Portemonnaie der Weihnachtsfeier vergessen hatte. Wer mich kennt, wird wahrscheinlich nur müde lächeln. Überraschen tut es keinen.

Meine Schwester – Tante Hu – und ich rockten die Schweizer Metropole, bummelten über den Weihnachtsmarkt, beschlossen, im nächsten Leben Gastronom in Zürich zu werden (alle Läden waren proppevoll!!), und sahen uns eine ziemlich spannende Weltraum-Ausstellung in der ETH Zürich an.

Als eine freundliche Mitarbeiterin uns anbot, uns die Ausstellung über Geophysik im Allgemeinen und die Entstehung des Universums im Besonderen zu erklären, wiegelte ich freundlich mit einem Hinweis auf unseren nicht-naturwissenschaftlichen Hintergrund (Perlen vor die Säue und so, die arme Frau hatte vermutlich auch so Stress genug und hatte keine Lust, uns den „Urknall für Idioten“ zu erklären) ab. Meine Schwester tadelte: „Wir hätten uns neu erfinden können!“).

Kurze Zeit später saß ich schon wieder im Flieger gen Heimat, um den Abend mit dem kleinen Piranha zu verbringen.

Leider war der – halb geschäftliche – Zürich-Trip ausgerechnet in die Woche meines alljährlichen Mini-Wellness-Urlaubs gefallen und so plagte mich dem Piranha gegenüber ein schlechtes Gewissen. Allerdings, wie sich rausstellte, vollkommen unbegründet, da dem kleinen Mann allerhand Action bevorstand.

Am Freitag nachmittag sauste ich – mit repariertem Auto – viel später als geplant gen Usedom, der kleine Piranha übernachtete bei seinem Freund Joni, mit dem er sich vorher beim Stockbrot-Grillen und toben im Park richtig ausgepowert hatte. Gestern frönte er mit meiner Schwester einem gepflegten „Neffe-Tanten-Tag“, das heißt, die beiden chillten auf der Couch und buken Kekse. Fair enough!

Und ich? Ließ im Usedomer Kölpinsee alle fünfe gerade sein. Ich schwamm, las, spazierte am Strand entlang und ließ mir den kalten Ostsee-Wind um die Nase peitschen. Und ich schlief wie ein Baby bis mindestens 8.30.

Ein Bekannter schrieb mir als Reaktion auf meine geposteten Fotos, dass er mich nächstes mal gerne begleiten würde, und ich erzählte, wie heilig mir dieser „Solo-Trip“ ist. Dieses eine Dezember-Wochenende gehört mir ganz allein!

Nachdem ich Sonntag nach einem ausgiebigen Frühstück (die Genießerin in mir ärgert sich jedesmal, wenn zu früh das Sättigungsgefühl einsetzt), einer Stunde im Pool und einer Rückenmassage ausgecheckt hatte, stattete ich spontan noch meiner hochschwangeren Freundin Caro einen Besuch in Greifswald, unserer Unistadt, ab. Caro erwartet in Kürze ihre Zwillinge, eine strahlende dreifach-Mama in spe.

Wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand und bevor ich mich aufmachte Richtung Ostsee-Autobahn, machte ich noch einen kleinen Abstecher zum hiesigen Weihnachtsmarkt auf dem Greifswalder Marktplatz.

Greifswald-Besuche sind immer ein etwas komisches Gefühl und ich fühle mich latent alt. Keine bekannten Gesichter – nicht mal der Typ, der schon damals im 25. Semester die Mensa-Parties geschmissen hatte, lief noch durch die Fußgängerzone. Neue Straßenverläufe, neue Supermärkte, sogar unser abgerocktes Institut, das damals noch von der Gravitation bedroht war, war mittlerweile renoviert worden.

Während ich auf dem Weihnachtsmarkt einen Crepe mit „wenig Nutella“ verzehrte (die Crepista schaute mich etwas entgeistert an: „Sind Sie sicher?“) dämmerte mir, dass es 15 Jahre her ist, dass ich mich mit meiner Schwester (Tante Hu-in-spe, damals 17, heute 29+x) im Schlepptau in der Universität einschrieb.

Mein Abi war nicht gerade der Burner, und da ich unbedingt „Kommunikationswissenschaften“ studieren wollte (um mal „irgendwas mit Medien“ zu machen, auch aus Ermangelung naturwissenschaftlicher Fähigkeiten und anderer Reichtum-versprechender Talente) und keinen perversen Eins-Komma-NC vorweisen konnte, kam das muckelige Greifswald schnell ins Gespräch). Ich hab es nie bereut!

Damals war ich 19, kein Job, kein Piranha weit und breit, dafür ein langes Magisterstudium mit vielen spannenden und weniger spannenden Seminaren, Freundschaften, die kamen, blieben oder sich zerliefen, eine kleine 1-Zimmer-Wohnung – genannt „Butze“ – in Bahnhofsnähe (mein Vater dachte bis weit in mein Studium hinein, dass ich im nicht-existenten Greifswalder Rot-Licht-Milieu hausen würde), viele wochenendliche Hamburg-Fahrten mit unzähligen Mitfahrern, die ich am schwarzen Brett aufgetan hatte, um die Spritkosten zu teilen.

Apropos Fahrt: Die Rückfahrt war unkompliziert. Abends fiel mir der kleine Piranha glücklich in die Arme und erkundigte sich zunächst, ob ich ihm auch die versprochene Überraschung mitgebracht hatte. Hatte ich – einen billig aussehenden Weihnachtsmarkt-Plastikferrari am Stock aus Ermangelung wertigerer Alternativen und Muscheln vom Koserower Beach), aber das Kind war froh, nahm die Muschel mit in die Badewanne, und zusammen mit Tante Hu aßen wir chinesisch und ließen das Wochenende Revue passieren.

Ehrlich: Diese kleinen „Wiebi-only-Trips“ sind ein wichtiger Aspekt der Selbstfürsorge. Ich liebe das nichts-tun, meinen Gedanken nachzuhängen und Runde um Runde durch den Pool zu planschen. Nach zwei Tagen reicht es dann auch, es wird einsam und irgendwie bin ich in diesen Wellness-Tempeln auch immer der Quoten-Single.

Wenigstens habe ich mir das Abendmenu dieses mal geklemmt, nachdem ich in Südtirol allein an einem runden Tisch mitten im Raum saß und mit freundlichen Blicken Hof hielt.

Ein bisschen schlechtes Gewissen reist immer mit, besonders als ich die vielen Muscheln am Strand sah und das hoteleigene Kinderspielzimmer, aber eine entspannte Mama kommt ja auch dem kleinen Piranha zugute.

Und immer mal wieder sollte man das Frau-sein, das „eigenständige-Person-sein“ jenseits des Mama-Daseins auch zelebrieren. Word!!

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

Jingledings und die Süßigkeitenpresse

Jingledingledingledings,

guten Morgen, meine Lieben. Ich überlege gerade bei meinem ersten Kaffee, was die Weihnachtszeit mit mir emotional macht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: nicht viel.

Ja doch, mit Kind ist Weihnachten wirklich sehr viel schöner als ohne Kind. Fastend sind die Weihnachtsmärkte zwar in erster Linie nur eines, nämlich teuer, bäh! Back-Aktionen konnte ich erfolgreich outsourcen, ein Lebkuchen-Haus wurde am Sonntag errichtet. Eine große grüne Pappe und selbstklebende Glitzerfolie träumen noch davon, ein pornöser Tür-Baum zu werden.

Aber – während meine Stimmung weniger besinnlich ist, ist die Freude des Piranhas ungebrochen. Gestern Abend stellten wir rudimentär geputzte (mit einem Papiertuch abgewischte) Winterstiefel und einen Teller Kekse vor die Tür – für den Nikolaus und sein „Geviech“.

SingleCityMama_Nikolaus

Der Piranha war nach eigenen Angaben ein „gaaanz liebes Kind“. Referenzen ausstehend! (alle Bilder: Single City Mama privat)

Der Piranha legte seinen Wunschzettel dazu, der in diesem Jahr vergleichsweise bescheiden ausfiel. Etwas bizarr mutete eine „Süßigkeitenpresse“ an, in die man Brötchen reintut, die dann „irgendwie so zu Süßigkeiten“ werden. Ahh ja! Schnell erklärte ich dem Piranha, dass der Weihnachtsmann die Zettel zwar durchaus zur Inspiration nutzt, aber auch einen großen Kick aus Überraschungspräsenten zieht.

Heute morgen jedenfalls war die Freude riesig, als der Piranha gefüllte Stiefel und ein Tierbuch vorfand, das er direkt in der Kita (und den Bauarbeitern vor der Kita) stolz präsentierte. Freundlich wünschte er sämtlichen Passanten, denen wir gestern Abend und heute morgen begegneten, einen schönen Nikolaustag. Aufgrund der morgendlichen Euphorie, die ich unter meiner warmen, kuscheligen Bettdecke verfolgte, waren wir sogar mal halbwegs pünktlich in der Kita – yippieh!

Ein bis zwei mal die Woche stöbern wir über den Weihnachtsmarkt in unserem Stadtteil, wo der Piranha Karussell fährt, wir Schmalzgebäck für Baba-Opa besorgen und ich sehnsüchtig den Crepe-Sand fixiere. Positiv: Seit dem Start meines Gruppen-Fastens im September habe ich 16 Kg verloren und fühle mich körperlich total wohl.

In your face, cremiger Schoko-Crepe. Um es mit Chris Isaak zu sagen: What a wicked thing to do, to make me dream of youuuu… 😉 Einen werde ich mir in dieser Saison definitiv noch gönnen und jeden cremigen, labberigen Krümel zelebrieren. Und dazu einen Eierlikör. Jawohl!

Nächste Woche bin ich mit Tante Hu für einen Tag in Zürich und freu mich schon darauf, den dortigen Crepli-Stand sehnsuchtsvoll zu fixieren. Außerdem soll es eine coole Lichtershow geben.

Am Freitag geht es dann nach Usedom – mein jährliches Wiebi-only-Weekend. 48 Stunden nur ich, der Strand, das Meer und ein wundervoller Wellness-Bereich. Der kleine Piranha übernachtet derweil bei seinem Freund Joni und wird von Tante Hu und Baba-Opa verwöhnt, so dass ich ohne schlechtes Gewissen mal zwei Tage meinen Gedanken nachhängen, frische Ostsee-Luft tanken, schwimmen und entspannen kann. Juhuu!

SingleCityMama_Advent

Unsere Wohnung ist mittlerweile auch weihnachtlich dekoriert. Obwohl ich kein großes Talent dafür habe und es meist ziemlich zusammengewürfelt aussieht, macht mir sowas ziemlich viel Spaß. Ebenso wie gemütliche Fondue-Abende. Hier muss ich mir noch eine halbwegs gesunde Alternative überlegen.

Vermutlich wird heute noch der Tannenbaum bei uns einziehen, obwohl ich etwas Angst habe, ihn durch unsere hoffnungslos überheizte Butze frühzeitig ins Tannen-Nirvana zu bugsieren. Ich halte Euch auf dem laufenden!!

Genießt die Adventszeit, Ihr Lieben, und lasst Euch nicht zu sehr stressen.

Eure Single City Mama

Pablo Piranha oder: Der Weitsprung des Apfels

Post entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Jako-o

Lieblingsmamas,

mit Beginn der schönsten, kältesten, promillereichsten Zeit des Jahres ist die Kreativität des kleinen Piranhas ungebrochen. Dass er dieses Talent nicht von mir geerbt hat, erwähnte ich bereits. Ich bin weder musikalisch, noch künstlerisch begabt, noch habe ich ein ausgeprägtes räumliches Denken, was sich insbesondere beim Möbelaufbau und Einparken bemerkbar macht.

Dafür hat der Apfel (in diesem Fall der kleine Piranha) einen ganz schönen Satz weg vom „Stamm der Unkreativität“ (moi) gemacht: In der Kita ist mein Kind nämlich meistens das erste und eines der enthusiastischsten im „Atelier“, täglich erweitern bunte Werke die innerfamiliäre Kunstsammlung des Pablo Piranha.

SingleCityMama_Jakoo

Bam: Mit ein bisschen Zeit und Geduld lassen sich tolle Sachen zaubern… (Bild: Jako-o)

Erst kürzlich drückte mir eine Mama leicht beschämt ein Gemälde in die Hand, das der Piranha ihr kurz zuvor geschenkt hatte. Sie habe schon so viel von ihrem eigenen Sohn, ich hätte dafür bestimmt mehr Verwendung. Pfffh! Kennt Ihr die Geschichte von den Elefantenbildern, die für Preise eines de Kooning weggingen?

Um in diesem Jahr die Begabung des Piranhas auch zuhause zu fördern (völlig selbstlos, versteht sich, während ich chi…. aufräume ;-), beschloss ich, über meinen Schatten zu springen und direkt einpaar einfache Bastelutensilien in unser Haus zu holen – und nach entsprechenden Angeboten zu recherchieren.

Zum dritten mal nehmen der kleine Piranha und ich am Samstag morgen in der Werkzeugkiste in Altona am „Familienwerken“ teil. Der große Vorteil: Es macht Spaß und kaum Dreck zu Hause. Ehrlich gesagt bin ich froh über jeden Klebestift, der nicht in meiner Handtasche auftaucht. Offen. An Cent-Stücken – oder schlimmer – Ausweisen hängend.

Ein bisschen was haben wir natürlich trotzdem. Neben Dauerbrennern wie Steckperlen (die mittlerweile unfreiwillig unseren Garten zieren) sind unsere kreativen Ergüsse meist von den Jahreszeiten inspiriert. Entsprechende Ideen und Anleitungen tummeln sich dabei praktischerweise direkt im Web (z.B. bei Jako-o).

So machten wir uns im Oktober zum Beispiel standesgemäß an die Erschaffung einer kleinen Kastanienfamilie, die unsere überschaubare Mischpoke symbolisierte. In liebevoller, etwas tollpatschiger Handarbeit wurde aus drei großen Kastanien, Pfeifenreinigern und einem Bart aus Q-Tip-Spitze Baba-Opa gefertigt, mein nussiges Konterfei bestach durch ein besonders ausladendes Hinterteil. Das Kind, Beagle Eddie und Tante Hu waren ebenfalls charakteristisch-bezaubernd. Das Gute: Es war gar nicht so kompliziert, wie ich zunächst gedacht hatte. Was mir an handwerklich-kreativem Talent abgeht, macht der kleine Piranha durch seine strahlenden Äuglein und stolzgeschwellte Brust mehr als wett.

Tipp: Wenn man mal selbst wenig Zeit und Muße hat, um Schere und Kleber zu schwingen, gibt es oft auch lokale Angebote. Der kleine Piranha ist zum Beispiel heute Nachmittag mit seinem Freund Talis bei einem nahegelegenden Indoor Spielplatz und fertigt eine eigene Trommel. Und mit seiner Babysitterin Bente, einer angehenden Grundschullehrerin, bastelt der kleine Mann aktuell jeden Montag kleine Goodies, die in Kürze unseren Tannenbaum zieren werden.

Apropos: Bald stehen ja auch schon wieder die ersten Plätzchennachmittage an. Da machen wir es uns ehrlich gesagt aber ganz einfach – Butter, Zucker, Eier, Mehl, die Hälfte des Teiges vorab verkosten – und fertig sind die Ausstecher, die Baba-Opa – bestenfalls unverkohlt – als Babysitting-Honorar kassiert.

Also, meine Lieben: Bastelt, was das Zeug hält! Und zeigt her, Eure Kunstwerke!

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

Oh, Wohlstandsbaum: Wieviel ist zuviel?

Ihr Lieben,

ich habe gerade den Adventskalender des kleinen Piranhas fertig gestellt – und bin ein bisschen stolz und nachdenklich.

SingleCityMama_Kalender

Denn nein, natürlich wird es wieder mal nicht der einzige sein…Neben den 24 Kästchen – wattig ausgelegt und gefüllt mit Süßkram und kleinen Dingen, die die Welt ni… ganz unbedingt braucht, gibt es noch einen Schoki-Kalender mit Feuerwehrmann Sam-Konterfei, einen Pixie Kalender, der so praktisch im Angebot war (hier kommt die Schnäppchen-Jägerin!!) und ein Plastik-Männchen-Konstrukt von Patentante Phili.

Versteht mich nicht falsch – ich freue mich auf die blitzenden Äuglein des Piranhas, aber der letztjährige Anblick meines Kindes, wie er fast schon mechanisch am Heiligabend ein Präsent nach dem nächsten aus dem Papier riss und dabei kaum Luft holte, hat mich etwas betroffen gemacht. Es war einfach zuviel!

Gerade heute, wo ich beruflich einen sehr bewegenden Artikel über Kinder und Mütter in einem Kriegs- und Krisengebiet schreiben musste, ist der gefühlte Weihnachtskonsum-Marathon ein ethischer Zwiespalt.

Dieses Jahr habe ich versucht, mich im Briefing an den Weihnachtsmann eher knapp zu fassen. Etwa vier Teilchen gibt es von mir, davon zwei Bücher und einen Wand-Kalender. Doch dann gibt es noch etwas cooles technisches von Tante Hu, etwas ebenfalls ziemlich großartiges, boxförmiges für Hörspiele von Baba-Opa und ein heißes Autodings von Papa.

Ich überlege, nochmal mit dem Weihnachtsmann in Klausur zu gehen und ein bisschen was zurückzuhalten. Ich möchte nämlich, dass der Piranha sich nicht nur den Wert von Waren bewusst macht – sondern auch den unserer Wünsche. Endstation Sehnsucht?

Auf jeden Fall werden wir vor dem Fest noch das Spielzeug, von dem der Piranha sich trennt, wohltätig spenden. Das ist ihm selbst eine Herzensangelegenheit und er fragt mich öfters, wann wir die Sachen endlich zu den Kindern bringen, denen es nicht so gut geht.

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Nachher wird erstmal die Weihnachtsmarkt-Saison eingeläutet. Mit Glühwein-Tee, jawohl! Und einer Prise Besinnlichkeit.

Liebst,

Eure Single City Mama