Stolz und Vorurteil

Hallo meine Lieben,

gestern habe ich es nach zwei stressigen Wochen im Job endlich mal wieder zum Salsa geschafft – und ich musste lachen. Ihr glaub nicht, wie viel Zwischenmenschliches sich im Tanzen widerspiegelt. Und wie viele unterschiedliche Charaktere dort zumindest zu einem kurzweiligen harmonischen Miteinander gezwungen werden. One, two, three… AUA.

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Liebe und Freundschaft sind ein Tanz nach einem ganz eigenen Rhythmus… (Bild: Fotolia)

Wie gewohnt forderte zu Beginn der Stunde jeder Mann eine „Lady“ auf. Nachdem wir die neue Figur geübt hatten, wurde rotiert. Die Männer zogen nach jedem Tanz eine Dame weiter. Und wie im Leben jenseits der Tanzfläche, zeigt sich hier ganz schnell, wer mit wem kann und wer nicht. Jeder hat seinen eigenen Stil, seine Stärken und Schwächen. Meistens spielt man sich schnell ein, man übersieht gerne Fehler und gibt sich dem Spaß der Sache hin.

Es gibt aber auch ganz verbissene Kandidaten und die fehlerfreien Pedanten, die den Fehler erstmal beim Gegenüber suchen. „Du lässt mir keine Chance zu führen und bist viel zu schnell“ maulte mich ein Herr gestern direkt nach unserem kurzen Tanz an. Ich war perplex, da wir gar nicht groß gepatzt hatten und ich mir dachte „dann dreh dich doch schneller mit statt mich anzumaulen, Du Depp“. Mit der Botschaft hatte er sicher Recht, da es mir tatsächlich nicht so leicht fällt, mich fallen zu lassen und für konstruktive Kritik wäre ich dankbar gewesen.

Was mich ärgerte war die Tonalität und der Vorwurf in seiner Stimme: Es passt nicht – Du bist Schuld. Als wir das nächste Mal zusammen tanzten, wurde er noch unwirscher und attestierte mir impliziert grobe Tollpatschigkeit „Du hast wieder… Ach was solls…“. Da es mit allen anderen anwesenden Tänzern prima klappte, lächelte ich nur, dachte mir meinen Teil und kam zu dem Schluss, dass das Tanzen – wie alles andere Zwischenmenschliche – eine Frage der Chemie ist. Es passt – oder es passt nicht.

Was mir Anfang der Woche beim Wiedersehen mit einem Freund schon klar wurde: Wenn es ist passt, ist es auch völlig wurscht, wie oft man sich sieht oder wie lange man sich kennt. Man fühlt sich einfach total wohl und spielt sich schnell aufeinander ein. Fließend und einfach schön.

Im Umkehrschluss zeigte mir die Salsa-Stunde gestern: Wenn es nicht passt, muss man einfach weitertanzen und keinen Gedanken mehr daran verschwenden – vor allem sollte man sich selbst nicht über die normale Reflektion hinaus hinterfragen. Das ist Selbstrespekt, der gerade uns Frauen manchmal fehlt. Das fängt schon bei einem Klassiker an: Der Mann verhält sich sonderbar – die Frau ist schuld. Sie ist halt nicht „die Richtige“, für die der Mann sich anders verhalten würde. Wenn ich im Freundeskreis solche Sprüche höre, drehe ich regelmäßig mit den Augen. Es ist so ein uraltes Klischee, das aber fest in vielen Köpfen verankert ist. Und das Schlimme: viele meiner Freundinnen denken genauso – dass sie etwas falsch machen oder nicht gut genug sind, so wie sie sind. Bullshit! Liebe und Freundschaft sind immer ein Tanz, nach einem ganz eigenen Rhythmus. Auf die Kompatibilität der Schritte kommt es an, nicht auf die Perfektion des Einzelnen.

Ich glaube, selbst der kleine Piranha hat schon einen natürlichen Radar für die Kinder, die er mag und die, die er lieber meidet bzw. mit denen er nichts im Sinn hat. Ich hoffe, dass ich ihm die Souveränität mit auf den Weg gebe, zu seinen Stärken und Schwächen zu stehen und seine Zeit mit Menschen zu verbringen, die ihn optimal ergänzen.

Liebste Grüße von Eurer Single City Mama

Flohmarkt in unserer Hood

Hallo meine Lieben,

gestern waren wir seit langer Zeit mal wieder auf einem Flohmarkt. In erster Linie, um das Zeitfenster zwischen 9.00 und 10.00 zu füllen, bis Baba-Opa zum Brunch mit Brötchen bei uns auf der Matte stand. Aber auch, da ich richtig Lust auf Schnäppchenjagd hatte und der Piranha in Lichtgeschwindigkeit seiner Kleidung entwächst.

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Immer wieder lustig… das Stöbern und Feilschen auf dem Flohmarkt… (Bild: Fotolia)

Also schnappte ich mir den Piranha, köderte ihn mit einem avisierten Spielzeug und wir schoben mit Buggy, Bär und Robbie an Bord, in den nahegelegenen Lehmweg. Schon ging das Gewusel los. Stände über Stände mit Antiquitäten, Ramsch, Ramsch, der als Antiquitäten getarnt war, Klamotten, Spielzeug (…) Ich wollte schon umdrehen, da das Angebot zu sehr unserem eigenen Kellerbestand glich und die Kleidergröße des kleinen Piranhas rar gesäht war, als ich einen netten Stand ganz am Ende der Straße entdeckte.

Ich kam mit der sympathischen Mama schnell ins Plaudern und sahnte richtig ab. Pullis, Sweatjacken, Matschhosen… alles war super in Schuss, niedlich-stylish und günstig. Darunter auch echte Perlen wie ein handgestrickter Pullunder, der dem kleinen Piranha leider zu klein war.

An einem weiteren Stand griff der kleine Piranha schließlich noch ein Parkhaus von FisherPrice ab, das er den Rest des Tages selig bespielte, und irgendwie fand ich den Gedanken schön, dass einst heiß geliebte Geschenke und liebevoll ausgesuchte Kinderklamotten auf Flohmärkten ein zweites Leben geschenkt bekommen (… pathetisch formuliert! Dabei fällt mir eine Reportage über Objektophilie wieder ein, die neulich – vermutlich auf VOX – bizarre Liebesgeschichten zwischen Menschen und Gegenständen thematisierte…“Sven liebt ein Atomkraftwerk“… und ähnlich romantisches Geschwader).

Ich habe selbst schon einen Großteil an Klamotten an befreundete Babies und Kleinkinder weitergegeben und Mobiliar verschenkt bzw. zum Teil im Freundeskreis günstig verkauft. Um im Keller zu verstauben, sind die Sachen einfach zu schade, und bis der kleine Piranha großer Bruder wird, wird die Erde vermutlich noch einpaar mal um die Sonne ziehen ;-).

Ich wünsche Euch allen ein tollen Start in die Woche,

Eure Single City Mama

Working Mama

Lieblingsmamas,

gestern hat er mich wieder geflasht – der Übertritt von Welt 1 – die der Daten und Zahlen und des geschriebenen Wortes – in Welt 2 – die Welt von Quetschis, Kuscheln, Kacki – die Welt des gesprochenen Wortes („NEIN – wer seine Mama haut, darf heut nicht Maus gucken“). Prioritär müsste es natürlich anders herum sein, aber es ist dieser sprichwörtlich „Cut“ zwischen 15.00 und 16.00, der den Übertritt markiert. Da wird die Redakteurin zur Mama, die Interviewerin zur Interviewten („Wieso?“ Und dann?“ „Welche denn, Mama?“). Statt Daten und Deadlines beschäftigen mich dann wieder klebrige Reiswaffeln und eine freche Schnoddernase.

Mutter-Kind-Kur, Work-Life-Balance

Muttitasking ist „Collaboration at its finest“… (Bild: Fotolia/pathfinder)

Ich hatte gestern um 15.00 ein Telefoninterview mit einer leitenden Angestellten eines Triebwerkeherstellers geführt. Es ging um die Digitalisierung, den Wert von Daten, Innovationsgeschwindigkeit und Deutschland als Standort der Industrie 4.0.

Direkt aus diesem Interview hinaus lief ich zu meinem Auto und ging in Gedanken den Rest des Tages durch. Einkäufe, die wir Baba-Opa bringen müssten. Kleidungsstücke, die noch gewaschen werden wollen. Tage, für die ich Piranha-Betreuung organisieren musste. Und irgendwie war ich stolz, als Mama diesen Spagat leisten zu können. Dankbar, dass unser Kitasystem in Hamburg das realistisch möglich macht. Und der Piranha während meiner Arbeit gut aufgehoben und sinnvoll beschäftigt ist. Dass ich mich morgens mit komplexen, spannenden Themen befassen kann und dann nachmittags zu meinem Kind kommen und mit offenen Ärmchen empfangen werde. Zu wissen, dass ich mit meiner Arbeit unser Leben ermögliche, Überraschungseier und Pampersberge finanziere.

Aber mittlerweile weiß ich auch, wie wichtig es ist, auf die eigenen Grenzen zu achten und sich Unterstützung zu suchen. Familie und Freunde einspannen, bewusst Auszeiten nehmen und abends zu entschleunigen und abzuschalten. Wie schnell man sonst emotional und psychisch an seine Grenzen gerät.

Muttitasking ist anstrengend. Single Muttitasking verlangt uns viel ab. Wir haben keine Garantie für einen geregelten Schlaf, Business Veranstaltungen müssen abgesagt werden, wenn unsere Kinder krank sind. Da ist kein Partner, der uns etwas abnimmt. Flexible Arbeitgeber sind wichtig, aber längst noch nicht überall anzutreffen. Und doch:  ich arbeite heute strukturierter und effizienter als je zuvor in meinem Leben. Ich selektiere und plane, konzentriere mich, mache Fehler und lerne aus ihnen. Die wenigsten Fehler möchte ich in der Erziehung des kleinen Piranhas machen. Gelingt mir das immer? Nein.

Heute morgen um 9.00 stand bereits das nächste Interview auf dem Plan. Ich musste den kleinen Piranha früher als sonst wecken. Weinend saß er auf dem Wickeltisch. „Ich möchte in die große Heia und kuscheln“ sagte er und natürlich wollte ich das auch. Aber in der Leitung würde wenig später ein Manager auf mich warten. Wie immer erklärte ich dem Piranha, dass Mama arbeiten muss. Heute etwas früher, aber dafür wird er früher aus dem Kindergarten geholt und wir machen etwas schönes. „Nachher darf ich in die große Heia“ resümierte er kompromissbereit, während er seine Kuscheltiere für den Kindergarten zusammen suchte. Darfst Du Schatz, denn jetzt ist Wochenende.

Ich wünsche Euch ein schönes selbiges, meine Lieben.

Eure Single City Mama

Roadtrip in die Oberlausitz

Guten Morgen Ihr Lieben,

dieses Wochenende verbrachten der kleine Piranha, Baba-Opa und ich bei der Familie (Onkel, Tante, meine Cousins und Cousine und ihre jeweiligen kleinen Töchter, die Großcousinen des kleinen Piranhas) in der Oberlausitz.

Wir starteten unseren Roadtrip mit etwa 3-stündiger Verspätung (Baba-Opa, der meine Verspätung nach eigener Aussage bereits antizipiert hatte, hatte bei unserer Ankunft noch nicht mal gepackt) auf die Autobahn.

Fatalerweise hatte ich unser Tablet nur mit einer Folge „Feuerwehrmann Sam“ bespielt, die der kleine Piranha dann mehrfach rezipierte, bis er meinen Bluff durchschaut hatte und mich erbost aufforderte, das Gerät zu entfernen. Nach einer vergleichsweise kurzen Siesta meckerte er lautstark, dass er wieder nach Hause wollte. Sofort. Und Baba-Opa sollte alleine weiterfahren… Wir pausierten bei einem McDo direkt vor Berlin, wo der Piranha den Rutschturm erklomm und zumindest für die kommende Stunde etwas besser gelaunt war.

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Der kleine Mann und die unberührte Natur der Oberlausitz. Besonders die Pferde hatten es ihm angetan… (Bild: Single City Mama)

Als wir um 19.00 unsere Ferienwohnung erreicht hatten, war ich ehrlich begeistert. Wir hatten ein riesiges Appartment mit drei Schlafzimmern, Terrasse und großem Garten, woran die Pferdekoppel grenzte. Auf den Piranha warteten also nicht nur die „Hottehüs“ (meistens bin ich übrigens diejenige, die die Tiere verbal verniedlicht, während das Kind korrekt von „Hunden“ und „Pferden“ spricht…hmm), die seltsamerweise nicht ganz so scharf auf das „Ei machen“ waren, wie der kleine Mann, und ein großes Trampolin, auf dem der Piranha und ich uns stundenlang Bälle hin- und her warfen.

Als wir gegen halb neun abends in der Jagdhütte unserer Familie mitten im Wald eintrafen, schloss der kleine Piranha schnell Freundschaft mit dem großen Familienzweig meiner Tante, der Frau meines Onkels, und versorgte mich regelmäßig mit Getränken von der Bar. Nicht-alkoholischen, versteht sich 😉 Wobei er auch einmal unvermittelt vor mir stand und fragte, ob ich einen Wein wollte. Ich dachte, ich hätte mich verhört, bis mir dämmerte, dass ihn jemand geschickt hatte.

Den nächsten Tag spielten wir im Garten, beobachteten die Pferde und statteten dem Bautzener Kornmarkt-Center einen Besuch ab. Ich nutzte die Gunst der Stunde und konnte endlich mal wieder in Ruhe Unterwäsche anprobieren und kaufen, während der kleine Piranha mehrere Runden in einem Münz-Hubschrauber drehte, derweilen ihn eine geschäftstüchtige Verkäuferin beaufsichtigte (ihre nicht minder geschäftstüchtige Kollegin reichte mir regelmäßig neue, teure Wäschestücke hinter den Samtvorhang). Wir aßen Eis und teilten uns eine Kinderportion „Fish & Chips“ bei Nordsee, währenddessen der kleine Piranha jede Menge Schabernack anstellte und dazu schallend lachend den Kopf in den Nacken schmiss.

Obwohl der Piranha sich auch mehrfach absentierte und ich die Beine in die Hand nehmen musste, hatten wir jede Menge Spaß und der Piranha kommentierte meine Anproben mit schmeichelhaften Äußerungen die „Schicki siehst Du aus, Mama“. Weniger schmeichelhaft äußerte er hingegen seine Bedenken, dass mein eher großzügig bemessenes Hinterteil auf seinen neuen Kinderhocker passen könnte… bzw. – zu diesem Fazit kam der Piranha – nicht passen würde. „Du passt da nicht rauf, Mama, Dein Popo ist zu groß“… Nur die zweite Feier am Abend in einem örtlichen Steakhaus war dem kleinen Piranha zuviel. Nach einem 2-stündigen, überfälligen Nickerchen im Auto mahnte er gegen 21.30 erbost zum Aufbruch.

Gestern vormittag traten wir die 6 1/2-stündige Heimreise an und ich freue mich jetzt noch mehr auf unseren Nordsee-Trip Ende des Monats. Ja, es wird anstrengender (besonders für meine Nerven, wenn er losrennt), aber gleichzeitig so süß und drollig. Ich bin immer ganz gerührt, wenn wir uns unterhalten und einfach Hand in Händchen umherschlendern. Oder der Piranha mich in puncto Manieren belehrt. Mama: „Schatz, wirf mal den Ball rüber“ Er: „Wie heißt das, Mama?“ Ich: „Bitte“ „Ok, Mama, gerne“. Seufz. Hachja!

Habt einen tollen Wochenstart!

Eure Single City Mama

Neuanfang

Guten Morgen meine Lieben,

da die vergangenen zwei Wochen überwiegend „alltagsstrudelig“ (take that, Duden!) vor sich hindümpelten, war es relativ ruhig auf unserem Blog. Spielplatz-Soirees, Sommerfeste, ein Kindergeburtstag, „Erwachsenen-Termine“ – langweilig war es nie.

Ich bin wieder semi-genesen im Büro klangvolle Sätze über digitale Themen aneinanderreihen und der kleine Piranha bereitet sich mental (und verbal!!) auf den Wechsel seines Kindergartens vor. Und dann steht Ende des Monats noch unser Nordsee-Urlaub an. Natürlich ist die Nordsee im Vergleich zu früher bereisten Destinationen (Australien, Mexiko, USA) vergleichsweise unspektakulär, aber wunderschön. Entspannt. Leckere Fischbrötchen, salzige Luft, Meeeeeer, Tiere und mein kleiner Piranha, der auf strubbeligen Ponyrücken mit seiner charakteristisch dreckigen Kinderlache die Umgebung erkundet. Hachja.

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Mit Vollgas in den nächsten Lebensabschnitt – der kleine Piranha ist bald ein „Elementarkind“ (Bild: Single City Mama)

Was den Kita-Wechsel in drei Wochen angeht: Auch mir als Gewohnheitstier steht das etwas bevor. Da hat man sich gerade in eine Gruppe eingefügt, kennt alle Eltern mit Namen, hält auf Kindergeburtstagen nette Schnacks und flupp – schon wieder was Neues. Dabei ist dieses Gefühl der Zugehörigkeit etwas sehr schönes. Auch gestern beim Salsa fiel mir auch, dass ich mich jetzt, nach 5 Monaten, richtig angekommen fühle. Die Bewegungen werden fließender, der Kopf schaltet sich langsam aus und es ist einfach richtig nett. Ich weiß, wie meine „Mittänzer“ heißen, was sie machen und die Stimmung ist gelöst und entspannt.

Manchmal muss ich lachen, wenn ich daran denke, wie sehr sich mein Leben seit der Ankunft des Piranhas verändert hat. Sich die Prioritäten verschoben haben. Aber auch, wie der kleine Mann und die Verantwortung für ihn mir hilft, meine eigenen Grenzen souveräner abzustecken und mich zu strukturieren.

Und dann dieses kleine lachende Kindergesicht, klebrige Händchen und warme Ärmchen, die das Herz zum Schmelzen bringen. Wenn mein Kind reflektiert mit mir spricht, liebevoll-stolz „meine Mama“ schnurrt und ich denke „Du warst doch gerade noch ein 3 mm großer Punkt auf dem Ultraschallbild, ein Adjektiv auf dem Clearblue. Wann ist das alles passiert?“. Es passiert alles jetzt. Und es ist aufregend. Aufregend und beängstigend. Veränderung bedeutet, dass jeder Tag ein Neuanfang ist.

Eure Single City Mama

*** Portrait Single City Mama ***

Hallo Ihr Lieben,

um Euch die Single City Mama-Portraitreihe näher zu bringen (den Anfang machten dieses Jahr die tollen Coaching-Power-Mamas Wiebke und Dagmar) schlüpfe ich heute in die Rolle der Portraitierten (wobei Ihr mich durch unsere Anekdoten sowieso schon ziemlich gut kennt). Wenn Ihr selbst Lust habt, portraitiert zu werden und eine Botschaft für andere Mamas habt, meldet Euch sehr gerne.

Single City Mama Wiebke ist 33, Chaosbiene aus Leidenschaft und alleinerziehend seit Stunde null (das richtige Kind unter den falschen Umständen). Wenn Ihr vor fünf Jahren mit ihrem Freundeskreis gesprochen hättet, wäre sie vermutlich die letzte, die irgendeiner an einem Wickeltisch vermutet hatte.

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Wiebi liebt Sprachen, Lesen, das Reisen, guten Wein – und seit einigen Monaten das Salsa tanzen. Geboren und aufgewachsen in Hamburg, dichtete sie schon zu Grundschulzeiten über Krabben mit anglophonen Vornamen, ging zum Studium nach Greifswald, wo sie 5 Jahre Amerikanistik (postmoderne amerikanische Literatur und eine M.A. Arbeit über Identität in mexikanisch-amerikanischer Dramatik), Kommunikationswissenschaften (PR und unzählige Modelle, die ihr mittlerweile wieder entfallen sind) und BWL (Gesundheitsmanagement, weil das der lustigste Lehrstuhl mit wenig Mathe war) studierte, ein PR-Volontariat absolvierte, weil sie „einfach gerne schreibt und gut mit Menschen kann“. Zum Arbeiten 2011 nach München, wo ihr der Piranha-Vater über den Weg lief. 2013 zog es sie zurück nach Hamburg, wo sich der Kreis im Juni 2014 mit der Geburt des kleinen Piranhas schließt. Ursprünglich wollte sie in der Elternzeit ihren Doktor machen (Diss. schreiben, wenn das Baby schläft), wurde dann aber von ihrem Mikro-Studenten und seinen 3-Monats-Koliken eines Besseren belehrt (Spülmaschine einräumen und Augenringe abdecken, WENN das Baby schläft)…

Seitdem sind die beiden ein urbanes Dreamteam, auch wenn der 1,04 m kleine Kerl, mittlerweile 3 1/4, sich gerne machohaft „der Mann“ nennt und seiner Mama manchmal ganz schön auf der Nase rumtanzt. Ein Leben ohne ihn kann sie sich nicht mehr vorstellen, und ist dem „Mann“ dankbar, dass er Struktur in ihr Chaosleben gebracht hat. Für die mehrfach geplante Weltreise hat das Sparschwein ohnehin nie gereicht.

Heute arbeitet sie 30 Stunden in einer Redaktion direkt um die Ecke, bloggt über das Single Mamatum, schreibt Artikel für die Wirtschaftsmedien und entwirft Content Kampagnen für Buchverlage. Für Wiebke, die aus einer Juristenfamilie stammt, sind die Rechte der Single Mamas eine Herzensangelegenheit und Offenheit, Toleranz und Empathie Grundwerte, die für ein glückliches Miteinander sorgen. Herzlichkeit und ein trockener Humor können auch nie schaden.

Wiebis Rat an alle Single Mamas: „Sich die eigenen Stärken bewusst machen, konsequent Grenzen ziehen, einen liebevollen Umgang mit sich selbst haben und dem weisen Oscar glauben: Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende“.

Fundstück: „Was alles war“ von Annette Mingels

Hallo Ihr Lieben,

nachdem ich heute den fünften Morgen in Folge mit Fieber, das an der 40 Grad-Marke kratzte, aufgewacht bin, bin ich noch mal zu meinem Hausarzt gedüst und habe mir ein unaussprechliches Antibiotikum geben lassen. Er vermutete zwar zunächst einen Virus, aber da sich wirklich nullkommanull Besserung einstellte, darf jetzt die Keule ran (und ich fühle mich nach zwei Einheiten schon etwas besser und glühe nicht mehr wie ne 60 Watt Birne).

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Für die Erstellung dieses Bildes musste ich erstmal zahlreiche Rotzfahnen beiseite räumen ;-)) (Bild: Single City Mama)

Die ungewohnt viele, freie Zeit habe ich heute – einem halben Regenwald verschnaubend  – auf dem Sofa gelegen und ein Buch gelesen, das ich für die Arbeit rezensieren will. Aber es hat mich so begeistert, dass ich es auch hier sehr passend finde, denn es ist nicht nur sehr schön und intensiv erzählt, sondern setzt sich auch eindringlich mit dem Thema „Familie“ auseinander. Was uns prägt – Erziehung oder Gene? Die Entscheidungen, die wir treffen? Und die Achtsamkeit, die uns häufig im Alltag fehlt.

Die Protagonistin Susa, Meeresbiologin, wurde als Baby adoptiert und wuchs bei liebevollen Adoptiveltern auf. Mit Mitte dreißig lernt sie Henryk kennen, der nach dem Tod seiner Frau seine kleinen Töchter allein großzieht. Susa und Henryk verlieben sich und werden eine Familie, die wenige Jahre später durch das gemeinsame Baby Leve ergänzt wird. Zu Beginn des Romans nimmt Susas leibliche Mutter Viola, eine Weltenbummlerin und (Über-) lebenskünstlerin, wieder Kontakt zu Susa auf. Diese ist hin- und hergerissen zwischen Befremdung, durch die narzisstischen Züge der Frau, zu der sie keinerlei mütterliche Bindung verspürt, und der Neugier nach ihren Wurzeln.

Viola ist allerdings nur eine Randfigur des Romans, die Susa zum Nachdenken anregt. Das Kennenlernen ihrer unbekannten Brüder, die Suche nach ihrem biologischen Erzeuger, der schmerzhafte Tod ihres geliebten Adoptivvaters und die kriselnde Ehe zwischen Susa und Henryk, die sich in den Spannungen des Alltags gegenseitig zu verlieren drohen – das alles geht unheimlich unter die Haut.

All die Fragen, die wir nicht stellen wollen. Die Prioritäten, die wir setzen – jede Entscheidung für etwas, sagt Susa, ist auch die Entscheidung gegen etwas.

Lyrisch meisterhaft schildert Annette Mingels die Zerrissenheit vieler Frauen. Der konstante Spagat zwischen eigenen Bedürfnissen und denen der Partner oder Kinder, Kind und Karriere – schließt das eine realistisch das andere aus? Hetzen wir zu sehr durch unseren Alltag? Und das große Thema Patchwork. Können wir nicht-leibliche Kinder ebenso lieben wie unsere biologischen? Wie wichtig ist der Kontakt zu biologischen Halbgeschwistern? Sind das fremde Menschen – oder verbindet das Blut quasi instinktiv?

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass die Erziehung einen weitaus größeren Einfluss auf unsere emotionale Entwicklung und Reife hat, als unsere Gene. Wer sich geborgen und geliebt weiß, dem mangelt es an nichts. Ist das naiv? Bleibt trotzdem eine Leere, wenn Fragen ungeklärt sind? Ich weiß es nicht, da ich mir diese Fragen bisher nie gestellt habe. Sicher würden sie in einer Patchworkbeziehung relevant werden.

Worin ich mich wiedergefunden habe, ist die Reue Susas, über Zeit, die ungenutzt blieb, Dinge, die nicht gesagt wurden. Wenn ich mit 25 gewusst hätte, dass mir nur so kurze Zeit mit meiner Mutter bleiben würde, hätte ich nicht ständig an meinem Handy oder Computer geklebt, um mich über Dinge mit Menschen auszutauschen, die heute keinerlei Bedeutung mehr haben. Ich hätte gerne noch so viel mit ihr geredet, sie so viel gefragt, nicht nur als Mutter, sondern auch als Freundin.

Manchmal ertappe ich mich, wenn ich abends ko und genervt bin, wenn der kleine Piranha zum x-sten mal maulig etwas einfordert. Oft schäme ich mich fast, wenn ich – wie jetzt – mein Bett für mich brauche. Doch der Gedanke, dass ich diese Zeit nicht intensiv genug erlebe, macht mir Angst. Sie geht so wahnsinnig schnell vorbei. Wir saßen heute auf dem Teppich und haben Duplo Züge gebaut. Ich konnte kaum sprechen, aber kleine Piranha hat mich mit seinem Arztkoffer untersucht und wir waren auf Augenhöhe. Ich möchte diese intensiven Momente mit meinem Kind, und auch mit meinem Vater und meiner Schwester.

Ich hoffe, alle drei wissen, wie sehr ich sie liebe. Ich hoffe, meine Mutter wusste es, auch wenn sie manche Tage meinen Kopf nur hinter einem Laptop-Display entdeckte und deswegen traurig war. Ich wünsche mir ein öfteres Innehalten im Alltag, Zeit für gute Bücher, tolle Gespräche und Begegnungen. Mehr Kraft zum Loslassen. Mehr Mut zu Ehrlichkeit. Und mehr Liebe für sich selbst mit allen Stärken und Schwächen. Ich sage inzwischen, was ich denke und fühle, und bin der festen Überzeugung, dass alles, was einen Platz in Deinem Leben haben soll, einen bekommt. Dass wir uns so wenig wie möglich verbiegen sollten. „Was alles war“ war eine echte Bereicherung und hat einen tristen Tag sehr viel schöner gemacht!

Liebe Grüße von Eurer

Single City Mama

Bazillus Interruptus

Guten Morgen Ihr Lieben,

wenn ich mir meine Viren- und Bazillenbilanz der letzten Monate angucke, würde ich sagen (könnte ich etwas sagen, soll das heißen, da der Rest meiner Stimme irgendwo zwischen Krächzen und Flüstern rangiert), dass mein Immunsystem einem orientalischen Basar gleicht. All diese Versuchungen… einpaar Keime hier, ein paar Viren da… tick, Du bists’s… hey, Dich hatte ich dieses Jahr noch nicht… komm doch näher, Habibi… HMPF!

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Mama Malade (Bild: Fotolia)

Nachdem der kleine Piranha seine Streptokokken-Infektion wirklich bravourös und tapfer durchgestanden hat, liege ich seit Donnerstag Nacht mit einer Nebenhöhlenentzündung darnieder und fiebere mit meinem Wasserkocher um die Wette. Ich hab mir sogar selbst die Waden mit nassen Geschirrtüchern eingewickelt und sah dabei nur ein klitzekleines bisschen lächerlich aus.

So heftig hat es mich wirklich lange nicht erwischt und im Gegensatz zum kleinen Mann ist mir ganz und gar nicht nach Spielen und Toben. Stattdessen lese ich schlüpfrige Bücher (beruflich, ist klar, ne?) und tippe völlig sinnfrei auf meinem Handy herum. Wahnsinn, was man alles googlen kann. Nicht jedoch die Symptome, soviel habe ich dazu gelernt. Der Grat zwischen einer Schnoddernase und einem qualvollen Exitus ist auf Google ein sehr schmaler (schlimmer: Foren) und einen Menschen mit Angstthematik der Viren-Verschwörungs-Spielwiese Dr. Google auszusetzen ist definitiv kontraindiziert. Spoiler Alert: Wenn Ihr jemals „Sinusitis“ googeln solltet, hört spätestens bei dem Passus über den Verlust des Augenlichts auf zu googlen. Macht ja auch irgendwie Sinn…

Gestern nachmittag habe ich mich einmal sogar aus dem Lakenexil auf den Spielplatz geschleppt, da ich dachte, dass ein bisschen Sauerstoff meinen und den Piranha’schen Zellen nicht schaden kann, war aber nach einer Stunde fix und fertig.

Dem kleinen Piranha ist Mamas desolater Zustand nicht geheuer. Keine große Heia, Mama spricht komisch und mit Mama spielen macht auch grad nicht so wahnsinnig viel Spaß. „Du sollst wieder gesund sein“ fordert er ständig. Dafür darf er dann auch mal einpaar Folgen mehr auf dem Tablet „Maus, Elefant und Hase“ gucken und sich dazu schlapplachen, und die Kämpfe um Süßes gehen öfter als normal an den Mini-Mann. Beim Shoppingtrip mit Tante Hu hat er am Samstag richtig abgesahnt, so dass meine Schwester gerade in seiner Gunst noch höher steht, als sie es ohnehin schon tut.

Der Arzt in der Notfallpraxis sagte am Samstag zu mir „Tja, sie sollten dann mal alle Verabredungen für die nächsten Tage streichen“ (was irritierenderweise ein bisschen so klang, als ob ich das beruflich mache), woraufhin ich lamentierte, dass man als Mama ja auch eine gewisse Grundfunktionalität wahren muss. Ein Job, für den einen niemand krank schreiben kann. „Hier, Piranha, der gelbe Schein. Grießbrei findest Du da oben und Pampers hier in der Schublade. Den Müll bringst Du bitte selbst raus“. THE SHOW MUST GO ON. Der Piranha spürt natürlich auch, dass es mir nicht gut geht und will ständig von sich aus schmusen (normalerweise muss ich die Schmuseeinheiten proaktiv einfordern) und ich hoffe inständig, dass wir nicht Bazillen Ping-Pong spielen.

Naja, ich hoffe, hier kehrt bald wieder Normalität ein. Diesen Monat steht nämlich eigentlich echt viel auf dem Programm. Ich will Salsa tanzen, einen Tucan malen (bei Colors & Vino, großartiges Format, dazu mal ein gesonderter Blogpost) und Ende des Monats besuchen wir unsere Verwandten in der Lausitz.

Liebste Grüße von Eurer ziemlich

Sick Single City Mama

Hakuna Ma(ma)tata!

Hey Ihr Lieben,

heute ist wieder einer dieser Tage, die ich am liebsten in Embryonalhaltung auf einem Südsee-Atoll verbringen würde.

Der kleine Piranha hat sich zum Glück von seiner Streptokokken-Infektion erholt, aber er klebt momentan an mir wie Pattex. Was einerseits wunderschön ist – es zeigt das enge Band, das wir haben und ich liebe es, zu kuscheln und zu schmusen und übe mich zumindest gelegentlich in Duplo-Architektur. ABER ich bin Single Mama, das heißt für den Großteil unseres Lebensunterhaltes muss ich alleine aufkommen.

Hakuna Matata

Ich habe einen fordernden, coolen Job, aber natürlich auch die dazugehörigen fordernden, coolen Kunden, die auf eine schnelle Lieferung ihrer Artikel angewiesen sind. Abends schreibe ich meistens schon Artikel vor, recherchiere Statistiken oder skizziere komplexe Sachverhalte, um am nächsten Tag nur noch in die Tasten hauen zu können.

Nach dem Chaos mit der gescheiterten Eingewöhnung in seiner Ersatzkita letzte Woche, brachte ich den kleinen Piranha heute morgen auf einen betreuten Spielplatz, wo auch sein Kumpel Talis vormittags spielt. Doch selbst hier, in der Gesellschaft seines Kumpels und lieber Kinder, wollte der kleine Pattex-Piranha nicht bleiben. Erzürnt mahnte er wiederholt zum Aufbruch, bis ich schließlich einwilligte – um ihn morgen zumindest zu einem erneuten Versuch überreden zu können. Die nächste Stunde verbrachten wir im Garten, bis ich begann, die Wohnung zu staubsaugen, die Küche aufzuräumen, mich selbst zu duschen und anzuziehen, Mittagessen vorzubereiten und Baba-Opa zu empfangen, der dann übernahm, da ich nun – endlich – dringend ins Büro musste.

Als Baba-Opa dann noch maulte, warum ich die Balkon-Möbel noch nicht abgedeckt und für ihn einen Brief bei der Post abgeholt hatte (implizit: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?) ging ich hoch und schnauzte ihn an. „Wieso bist DU gestresst?“ fragte mein Vater provokant – und erntete eine entsprechende Antwort. Das ohnehin erboste Kind („Mamaaa bleib hier“) stand daneben und weinte noch lauter. Flieg, Rabe, flieg dachte ich – und ich flog.

Vollkommen hilflos, überfordert und frustriert verließ ich schließlich die Wohnung, während ich dem kleinen Piranha ständig versicherte, dass ich abends wieder da sein werde. Bis dato wird er Spaß mit Baba-Opa und seinem Vater haben, der heute nachmittag zu Besuch kommt. Ich werde gleich einen Beruhigungskaffee trinken und den Rest des Nachmittags konzentriert in die Tasten hauen, um zumindest an der Workfront ein bisschen Druck rauszunehmen. Muttitasking at its finest.

Hakuna Matata…ta…ta..taaaa.

Eure Single City Mama

Mein Baby gehört zu mir

Hallo Ihr Lieben,

Anfang der Woche spielten sich im Hause Piranha herzzerreißende Szenen ab. Wie erwähnt sollte der kleine Piranha die 2-wöchige Sommerpause des Kindergartens in einer verschwesterten Einrichtung überbrücken. „Super“, dachte ich, da es ihm dort letztes Jahr gut gefallen hatte und ich gerade mit vielen Kampagnen einiges auf dem Tisch habe und Urlaub grad so gar nicht ins Konzept passt.

Verwilderte Henne mit Kken auf Kauai, Hawaii, USA.

Mama-Glucke oder Instinkt? Ich behalte mein Küken die Woche bei mir… (Bild: Fotolia/DirkR)

Weniger super fand das der kleine Piranha, der seinen Unmut schon auf der Fahrt nach Altona lautstark kundtat. Zwar taute er nach einiger Zeit und vielen heißen Tränen im Kindergarten etwas auf, aber auf der Rückfahrt bat er mich, ihn dort nicht wieder hinzubringen. Dasselbe Spiel am nächsten Tag und die Panik stand dem kleinen Piranha in den Augen, als ich zum Gehen ansetzte – obwohl Jette, unsere Ansprechpartnerin, sich rührend kümmerte. Wieder weinte er so bitterlich, dass es mir das Herz brach.

Ich bin normalerweise alles andere als gluckig und oft sind Bock- und Trotzphasen des kleinen Mannes etwas, das ich mit innerlicher Höchstspannung und äußerlichem „Hakuna Matata, Kiddo“ in Kauf nehme (eine Freundin neulich „Du bist ja immer die Entspannung in Person“ und ich innerlich „HAHAHAHAAA“).

Aber in diesem Fall sagte mir der berühmte Mutterinstinkt, dass es Zeit war, mein schluchzendes „Baby“ dort wieder rauszunehmen und zu improvisieren – eine der Hauptqualifikationen jeder (Single) Mama. Ein 2-wöchiger Spagat zwischen Projektmanagement, Digitalisierung, Bloggeraktionen, Industrie 4.0 und der Pampers-Industrie, juhu! Auch wenn ich als Redakteurin bezahlt werde – mein Hauptjob ist immer noch mein kleines Männchen, für den ich im Bedarfsfall auch die Krallen ausfahre und die Tastatur einpacke.

Die fremde Umgebung, die unbekannten Gesichter und die der knapppen Zeit geschuldete mangelnde Eingewöhnung – das alles stresste den kleinen Raubfisch schließlich so sehr, dass sein Immunsystem prompt reagierte und den Dienst quittierte. Gestern Abend stieg das Fieber an die 40 und der Piranha freute sich, den heutigen Tag mit unserer Haushaltshilfe Renata „Nata“ und Baba-Opa in seinen eigenen vier quitschegelben Wänden zu verbringen. Ich werde schauen, dass ich meine wichtigsten Aufgaben schnell abgearbeitet bekomme, vieles ins Home Office verlagere und entsprechende Urlaubstage einplanen.

Schließlich steht in wenigen Wochen die Umgewöhnung in den Elementarbereich an und ich hoffe, dass der Piranha das in seiner gewohnten Fröhlichkeit und seinem Urvertrauen meistert. Heute Nacht um drei stand er vor der großen Heia und nachdem er mir mit in den Schlaf gab „Mama, Du darfst nicht laut sein. Nur ein bisschen, hörst Du?“ kuschelte er sich an mich und schlief ein. Mein Baby gehört zu mir und ohne jegliche Gluckenallüren hat diese Woche der Mutterinstinkt gesiegt.

„Bok-bockige“ Grüße von Eurer

Single City Mama