Single City Mama in da Country

Ihr Lieben,

nach einer 5-tägigen Auszeit auf dem Bauernhof sind der kleine Piranha und ich – einen Tag früher als geplant, weil der Piranha hohes Fieber bekam – am Freitag wieder im Großstadtdschungel gestrandet.

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Selbst für mich als geborene, gebürtige, urban verwurzelte Großstadt-Pflanze war der Exkurs in das Landleben ein echtes Highlight.

Wir bewohnten ein niedliches Appartment inmitten von Wiesen und Deichen in Büsumer-Deichhausen kurz vor dem Nordseestädchen Büsum. Jeden Morgen liefen wir vorbei an Ponyweiden und Pferdeställen auf den Hof der Schäferei Rolfs, den Ihr Euch als El Dorado für kurze Matschhosen-Beinchen vorstellen könnt.

Es gibt ein großes Café, ein riesiges Außengelände mit Klettergerüsten, einen Spielplatz, eine Spielscheune, eine Kinderwerkstatt zum Basteln, Hasen, Katzen (und Mäuse), Ponies, Hühner, Schafe, Hängebauchschweine… Ein Paradies für all die kleinen Nachwuchsbauern und Entdecker – und dazu noch ein laufender landwirtschaftlicher-Betrieb, der allein durch die Traktoren-Dichte ein Highlight in für den kleinen Piranha und seine kleinen Gefährten war.

Jeder Zentimeter ist familienfreundlich mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ohne mit der Wimper zu zucken teilte uns die liebe Dame am Buffett einen großen, prominenten Tisch als „unseren“ Frühstückstisch zu, auch wenn kleinere zur Verfügung gestanden hätten – eine Geste, die ich ihr hoch anrechnete.

Der Piranha litt zwar unter gelegentlichem Heimweh (insbesondere, da er nicht sein gesamtes Hab & Gut in seine Reisebox gestopft bekommen hatte), aber eigentlich fand er es ziemlich großartig. Jeden Morgen durfte er eine halbe Stunde auf dem Pony reiten (der kleine Piranha schielte dabei besonders auf jene Ponies, die eigentlich jenseits seiner Größenliga trabten) und nachmittags wurde in der Jahreszeitenwerkstatt gebastelt mit anschließender gemeinschaftlicher Tierfütterung.

Anm. der Red.: Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal auf einem Bauernhof aus Socken „Plapperponies“ schaffen und „Allesfresser“ filzen würde, hätte ich vermutlich an seinem (und meinem) Geisteszustand gezweifelt, aber wir hatten jede Menge Spaß.

Trotz unseres voll ausgestatteten Appartments gönnte ich uns jeden Morgen das große Frühstücksbuffett im Café und auch wenn ich als einzige Single Mama von manchen Urlaubsgenossen etwas exotisch beäugt wurde, waren alle sehr nett und aufgeschlossen, halfen im Akutfall sofort mit Zäpfchen aus (ich hatte natürlich Berge von Klamotten, aber weder Fieberthermometer noch Medikamente eingepackt, was dazu führte, dass ich Norman Bates‘ Style mitten in der Nacht bei Nachbarn klopfen musste) und wir haben schnell nette Kontakte geknüpft.

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Nach dem Frühstück und Ponyclub machten der kleine Piranha und ich Ausflüge – nach Downtown Büsum, auf den Deich oder ins gar nicht so weit entfernte St. Peter-Ording, meinen Lieblingsstrandort – und abends gingen wir essen (Kind Pommes, Mama Fisch), oder ich zauberte aufwändige Menus à la SpagBol, Griesbrei & Ravioli, die wir gemeinsam einnahmen, während das Kind meine Schlafgeräusche immitierte und sich dabei köstlich amüsierte.

Okay, wirklich entspannen konnte ich nicht, dafür ist der kleine Piranha einfach zu aktiv, zu sehr Mama-Kind, und munter und es gab niemanden, der mich bei der Betreuung mal ablösen hätte können. Wenn er gegen 20.30 sein Haupt bettete, lag auch ich – um höchstens 2 Stunden später nochmal aufzustehen und meine Kontaktlinsen rauszunehmen.

Dafür genoss ich die frische Luft und Zeit mit dem kleinen Mann, der mit seinem Mundwerk alle erheiterte und mir die Schamesröte ins Gesicht trieb, in vollen Zügen.

Es war ein Abenteuer – und wir fühlten uns pudelwohl.

Eure Single City Country Mama

Roadtrip in die Oberlausitz

Guten Morgen Ihr Lieben,

dieses Wochenende verbrachten der kleine Piranha, Baba-Opa und ich bei der Familie (Onkel, Tante, meine Cousins und Cousine und ihre jeweiligen kleinen Töchter, die Großcousinen des kleinen Piranhas) in der Oberlausitz.

Wir starteten unseren Roadtrip mit etwa 3-stündiger Verspätung (Baba-Opa, der meine Verspätung nach eigener Aussage bereits antizipiert hatte, hatte bei unserer Ankunft noch nicht mal gepackt) auf die Autobahn.

Fatalerweise hatte ich unser Tablet nur mit einer Folge „Feuerwehrmann Sam“ bespielt, die der kleine Piranha dann mehrfach rezipierte, bis er meinen Bluff durchschaut hatte und mich erbost aufforderte, das Gerät zu entfernen. Nach einer vergleichsweise kurzen Siesta meckerte er lautstark, dass er wieder nach Hause wollte. Sofort. Und Baba-Opa sollte alleine weiterfahren… Wir pausierten bei einem McDo direkt vor Berlin, wo der Piranha den Rutschturm erklomm und zumindest für die kommende Stunde etwas besser gelaunt war.

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Der kleine Mann und die unberührte Natur der Oberlausitz. Besonders die Pferde hatten es ihm angetan… (Bild: Single City Mama)

Als wir um 19.00 unsere Ferienwohnung erreicht hatten, war ich ehrlich begeistert. Wir hatten ein riesiges Appartment mit drei Schlafzimmern, Terrasse und großem Garten, woran die Pferdekoppel grenzte. Auf den Piranha warteten also nicht nur die „Hottehüs“ (meistens bin ich übrigens diejenige, die die Tiere verbal verniedlicht, während das Kind korrekt von „Hunden“ und „Pferden“ spricht…hmm), die seltsamerweise nicht ganz so scharf auf das „Ei machen“ waren, wie der kleine Mann, und ein großes Trampolin, auf dem der Piranha und ich uns stundenlang Bälle hin- und her warfen.

Als wir gegen halb neun abends in der Jagdhütte unserer Familie mitten im Wald eintrafen, schloss der kleine Piranha schnell Freundschaft mit dem großen Familienzweig meiner Tante, der Frau meines Onkels, und versorgte mich regelmäßig mit Getränken von der Bar. Nicht-alkoholischen, versteht sich 😉 Wobei er auch einmal unvermittelt vor mir stand und fragte, ob ich einen Wein wollte. Ich dachte, ich hätte mich verhört, bis mir dämmerte, dass ihn jemand geschickt hatte.

Den nächsten Tag spielten wir im Garten, beobachteten die Pferde und statteten dem Bautzener Kornmarkt-Center einen Besuch ab. Ich nutzte die Gunst der Stunde und konnte endlich mal wieder in Ruhe Unterwäsche anprobieren und kaufen, während der kleine Piranha mehrere Runden in einem Münz-Hubschrauber drehte, derweilen ihn eine geschäftstüchtige Verkäuferin beaufsichtigte (ihre nicht minder geschäftstüchtige Kollegin reichte mir regelmäßig neue, teure Wäschestücke hinter den Samtvorhang). Wir aßen Eis und teilten uns eine Kinderportion „Fish & Chips“ bei Nordsee, währenddessen der kleine Piranha jede Menge Schabernack anstellte und dazu schallend lachend den Kopf in den Nacken schmiss.

Obwohl der Piranha sich auch mehrfach absentierte und ich die Beine in die Hand nehmen musste, hatten wir jede Menge Spaß und der Piranha kommentierte meine Anproben mit schmeichelhaften Äußerungen die „Schicki siehst Du aus, Mama“. Weniger schmeichelhaft äußerte er hingegen seine Bedenken, dass mein eher großzügig bemessenes Hinterteil auf seinen neuen Kinderhocker passen könnte… bzw. – zu diesem Fazit kam der Piranha – nicht passen würde. „Du passt da nicht rauf, Mama, Dein Popo ist zu groß“… Nur die zweite Feier am Abend in einem örtlichen Steakhaus war dem kleinen Piranha zuviel. Nach einem 2-stündigen, überfälligen Nickerchen im Auto mahnte er gegen 21.30 erbost zum Aufbruch.

Gestern vormittag traten wir die 6 1/2-stündige Heimreise an und ich freue mich jetzt noch mehr auf unseren Nordsee-Trip Ende des Monats. Ja, es wird anstrengender (besonders für meine Nerven, wenn er losrennt), aber gleichzeitig so süß und drollig. Ich bin immer ganz gerührt, wenn wir uns unterhalten und einfach Hand in Händchen umherschlendern. Oder der Piranha mich in puncto Manieren belehrt. Mama: „Schatz, wirf mal den Ball rüber“ Er: „Wie heißt das, Mama?“ Ich: „Bitte“ „Ok, Mama, gerne“. Seufz. Hachja!

Habt einen tollen Wochenstart!

Eure Single City Mama

Das Bollerwagen Dilemma

Ihr Lieben,

gestern wurde es uns auf Balkonien zu bunt und wir packten Taschen über Taschen, schnappten Baba-Opa, Wauwau und Wauwaus Nanny Nicole und düsten nach St. Peter-Ording (genau, dort wo zu Saurierzeiten Ralph Bauer & Hardy Krüger Jr. gegen den Wind surften)…

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Immer ein tolles Ausflugsziel – St. Peter-Ording…

Ein Tag am weißen  Sandstrand war ganz nach dem Gusto des kleinen Mannes. Splitterfasernackig peste er über den Strand, planschte in den Nordsee-Wellen, unterhielt die Restaurant-Terrasse des Strandgut Hotels und sorgte selbstständig für Wauwaus leibliches Wohl (beherzte Griffe in den Brotkorb mit den Worten „Wauwau hat noch Hunger“).

Dass die Hilfsbereitschaft einiger Menschen beim geliehenen Bollerwagen endet, merkte ich beim Rückweg vom Strand. Den Buggy hatten wir mitsamt Baba-Opa und Hund beim Strandkorb der Hotelterrasse geparkt. Den Hinweg über den ca 1 Km langen Steg steckte der Piranha noch ganz gut weg, aber da auch die Siesta ausgefallen war, wurde der Rückweg ein K(r)ampf. Er blieb ständig stehen und motzte lautstark.

Als ein Pärchen mit Bollerwagen und einem kleinen Mädchen vorbei fuhr, fragte ich freundlich, ob sie dem kleinen Piranha eine Mitfahrgelegenheit geben würden. Beide guckten mich an, als ob ich vorgeschlagen hätte, das Mädchen in den Dünen auszusetzen. „Nööö“ nölte der Mann und die Frau nickte zustimmend. „Das wird zu voll“. Sprach`s und gingen ihrer Wege. Ich schaute ihnen verdattert nach. War das noch gesunde Abgrenzung oder einfach nur grob unhöflich? Persönlich konnte ich es nicht nachvollziehen.

Schließlich trugen Nicole und ich den Piranha abwechselnd zurück zum Hotel, aßen zu Abend und traten die Heimreise an. Schöööön wars! Den Rest unseres Balkonien-Trips werden wir im Schwimmbad und im Zoo verbringen. Hat auch mal was!

Gewittrige Grüße,

Eure Single City Mama

Sommer 2017 – Beaches, Beaus und Lovetoys

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich sehe gerade mit Schrecken, dass ich das Bloggen seit einem Monat sträflichst vernachlässigt habe. Was war passiert? Kurz und knapp: Das Leben.

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Meer, Meer, wir fahren ans Meeeeeer 🙂 (Bild: Fotolia/Romolo Tavani)

Ein fordernder Piranha, ganz viel Buzz im Job, einpaar paarungswillige Kitaviren, die in mir eine wilde Party feierten und mich mehrmals ins Wartezimmer von Dr. Rajjid beförderten (Ihr erinnert Euch vielleicht – der Medicus, den ich seit Anfang meiner 20er nach einer kurzen Begegnung als heißblütigen, schlagfertigen McSteamy imaginiert hatte, nur um herauszufinden, dass er aalglatt und weitestgehend humorneutral wirkt und Patienten mit einem ambitionierten „tüüü“ verabschiedet… nett im brüderlichen Sinne… Ihr wisst schon 🙂 Ein bisschen sommerlicher Freizeitstress hier und da – und wumms, ist schon wieder ein ganzer Monat rum.

Letztes Wochenende wurde unsere Stadt von einem Gipfeltreffen politischer Gipfelstürmer und Gangstern in schwarzen Hoodies, die mit dem iPhone Selfies schossen, während sie gegen den Kapitalismus randalierten, isoliert… Hubschrauberlärm zum Frühstück und Aussagen wie „Der Mob bewegt sich in Richtung Eures Stadtteils“. Gruselig – und wie alle waren wir froh, als es vorbei war. Der kleine Piranha und ich verbrachten den G20 weitestgehend im Garten (G wie Garten, naheliegend, oder?) und hofften, dass der kriminelle Mob Abstand von Familiengefährt „Lothar“ neben würde. Auch wenn der kleine Piranha momentan eine gewisse Faszination für Feuer hegt, da er es direkt mit seinem Idol Feuerwehrmann Sam in Verbindung bringt – Lothar musste verschont bleiben.

Hachja – zu einem wesentlich vielversprechenderen Gipfeltreffen: Am Wochenende findet das internationale Salsafestival in Hamburg statt, worauf ich schon sehr gespannt bin. Um mal einpaar Tage die Füße hochzulegen, habe ich gerade drei Tage Urlaub eingereicht. Einen Tag wollen wir nach St. Peter-Ording und auf dem Weg dahin mit Baba-Opa in Friedrichskoog Seewauwaus gucken. Um das Maximum aus meinem Urlaub herauszuholen habe ich außerdem beschlossen, mein altes Kinderzimmer in Baba-Opas Haus, das momentan der Verlängerung eines Recyclinghofes gleicht, rigoros auszumisten (bis auf Tagebücher, Liebesbriefe und Plüschtiere, die einem gewissen Nostalgie-Schutz unterliegen), um es dem kleinen Piranha zu vermachen. Dann könnte er auch mal wieder bei Baba-Opa übernachten. Ein Schelm, wer mir dabei Berechnung unterstellt ;-).

Der gutmütige Baba-Opa erholt sich übrigens gerade von seiner gestrigen Babysitting-Session, als der kleine Piranha und sein Kumpel Joni am Abend noch mal richtig aufdrehten und Baba-Opas Potential als „Human Punching-Ball“ entdeckten. Die Jungs hatten Spaß – Baba-Opa war hingegen sichtlich konsterniert. „Ich war das Opfer“ klagte er, während er sich bei einem Grillteller von den Strapazen des Abends erholte.

Ach ja, und ich wurde zu einem herrlichen Blogger-Event eines Lovetoy-Herstellers in den Beachclub eingeladen. Die Sause steigt nächsten Mittwoch und ich werde naturgemäß Euch hier davon berichten. Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben.

Liebste Sommergrüße von Eurer

Single City Mama

 

 

 

„Zug fahren“: Single Mama zwischen den Cities

Als der kleine Piranha 11 Wochen alt war, düsten wir zum ersten Mal gemeinsam nach München. 6 Stunden im ICE – ich war vorher ein bisschen panisch, wie der Piranha – der noch mit den Ausläufern der 3-Monats-Koliken zu kämpfen hatte – und ich das Ganze überstehen würde. Im Nachhinein war es die entspannteste Fahrt meines Lebens. Wir hatten das Kleinkindabteil für uns allein, der Piranha schlummerte 5 von 6 Stunden und zwischendurch stillte ich ihn einfach am Tisch.

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Unsere erste gemeinsame Bahnfahrt… der kleine Piranha (11 Wochen) schlummerte selig… (Bild: Single City Mama)

Unzählige Fahrten kamen seitdem dazu. Ich schaue immer, wann die Bahn gute Specials hat und dann düsen wir – häufig schon für unter 50 Euro – los: Nach München, Frankfurt, Berlin, Salzburg, Greifswald, Borkum, Bielefeld und ins Zillertal sind wir schon gefahren.

Mit zunehmendem Alter wird es zwar etwas anstrengender – der Piranha will sich ständig bewegen und Leute begrüßen. Das Personal, das wir kennenlernen durften, war bisher immer unheimlich kinderfreundlich und kulant. Der kleine Piranha hat unzählige Mini-ICEs und City Night Liner in seiner Spielzeugkiste, und „Zuuug fahren“ ist hoch im Kurs.

Gerade in der Babyzeit saßen wir oft auf nicht genutzten Rollstuhlplätzen, auch mal in der 1. Klasse, damit ich den kleinen Mann im Kinderwagen in den Schlaf schaukeln konnte, und erfuhren Verständnis für Piranha-bedingte Zug-Versäumnisse. Das Tollste: Die vielen lächelnden Gesichter der Mitarbeiter und Mitreisenden. Bis auf zwei genervte Seniorinnen, die sich auf unserer letzten Reise durch den kniffelnden Piranha lärmbelästigt fühlten, haben wir auf knapp 50 gemeinsamen Bahnfahrten nur positive Erfahrungen gemacht, nette Pläuschen gehalten und interessante, herzliche Menschen kennengelernt.

Im Kinderabteil selbst sind immer nette Kontakte entstanden, zum Teil haben wir uns auch später in Hamburg nochmal getroffen. Inzwischen hat der Piranha es sich zum Hobby gemacht, fröhlich „hallo“ schmetternd durch den Zug zulaufen – was zu 99,9% auf gerührt-lächelnde Gesichter trifft und einige Mamas und Großmütter sogar motiviert, Obst und Kekse für den kleinen Mann bereit zu legen. Der Piranha wäre nicht der Piranha, wenn er die Gaben verschmähen würde ;-).

Mittlerweile sind wir auch schon zweimal gemeinsam geflogen, aber für mich ist die Bahn mit Kleinkindern die entspannteste – und günstigste – Art des Reisens.

Entsprechend bin ich neugierig, was die Bahn am Donnerstag bei ihrer ersten Kinder-Pressekonferenz in Berlin vorstellen wird (Stichwort Kinderbetreuung auf ausgewählten Langstrecken). Leider kollidiert die PK mit dem Piranha’schen Geburtstag und der heiß-ersehnten Gartensause. Aber dafür lest Ihr hier in Kürze ein Interview mit Cornelia Gaumann, die Service-Konzepte für Bahnkunden mit Kids entwickelt. Ich bin schon sehr gespannt!

Neugierige Grüße,

Eure Single City Mama

Holiday Mama

Hallo liebe Mamas,

erstmal wünsche ich Euch einen tollen, sonnigen Start in die kurze Woche.

Ich komme gerade blitzerholt aus St. Peter-Ording, wo ich mit meiner Freundin Melli 2 wunderschöne Tage verbracht habe. Wo war der Piranha? Der kleine Mann machte sich ein entspanntes WE in der Hansestadt mit Baba-Opa und Tante Hu, schlief bis nach 9 und lies sich im Garten nach Strich und Faden verwöhnen.

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Glitzernes Meer und ein wunderschöner, fast weißer Sandstrand… Erholung pur! (Bild: Single City Mama)

Hand aufs Herz – ich hab die kleine Auszeit, in der ich mal wieder in erster Linie Frau war, genossen. Ein traumhafter Strand, tolle Gesellschaft, leckeres Essen, ganz viel Sonne und sogar ein bisschen Wellness – paradiesisch. Melli und ich kennen uns seit 23 Jahren und waren schon 1999 gemeinsam on Tour, als wir in der Clique illegalerweise das Eckernförder Nachtleben explorierten.

2 Tage Prokrastination und wenig-bis-nichts-tun (alles, was ich anstrengte waren meine Kaumuskeln und meine EC-Karte) und ich schaffte es endlich mal wieder, 3/4 eines richtig guten Buches (Trevor Noahs „Farbenblind“) zu lesen – und hatte dabei die Sonne im Herzen.

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Nix schmeckt an der Nordsee besser, als ein leckeres Fischbrötchen… (Bild: Single City Mama)

Und das ging mir natürlich auf, als mein kleiner Piranha gestern abend auf dem Balkon freudig auf mich zuhüpfte, fragte, ob ich mit Tante Melanie Urlaub gemacht hatte und elaborierte, wie er das Wochenende verbracht hatte (tiefenentspannt)

Die kleine Auszeit tat richtig gut und ich bin gewappnet für die nächste Woche „Bock am Ring“. Außerdem strahlt die Sonne. Vom Himmel – und aus meinem Gesicht.

Liebste Grüße,

Eure Single City Mama

Zähne zeigen: Vom Google-Orakel und Aggro-Omis

Wir sind wieder zuhause!

Der Alltag hat uns wieder! Statt Alpen-Panorama schaue ich aus dem Fenster auf unseren leicht verwilderten Garten, in dem jede Sekunde ein liebeskranker Nick Cave seiner „wilden Rose“ Kylie Minogue eins überzimmern könnte – Tante Hu und ich wollen den nächste Woche unbedingt vertikutieren. Den Rasen, nicht den Nick.

Und statt eines täglich wechselnden bunten Themen-Buffetts lockt der heimische Kühlschrank mit abgelaufener Bärchenwurst, die ich der Vernichtung zuführen musste.

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Den Kampf gegen die Mecker-Omis pack ich doch mit links…oder? (Bild: Fotolia)

Auch von meiner Langzeit-On-and-Off-Liebe Nutella habe ich mich eben theatralisch wieder verabschiedet („es liegt nicht an Dir, Du cremiges Glück!“), nachdem ich mich dabei ertappte, wie ich gedankenverloren mit Oles langem Breilöffel den Glasinhalt in meinen Mund löffelte. So landete das noch viertelvolle Glas (Optimistin im Herzen!) postwendend in der Tüte mit den Stinkewindeln (für eine Freundschaft war es einfach noch zu früh!) – hab ich doch aller guten Vorsätze und täglicher Schwimmsessions zum Trotz im Urlaub zwei Kilo (na gut – fast drei) zugenommen. Aber ich muss ehrlich sagen: sie waren es sowas von wert! Das Essen war fantastisch.

Apropos wert: Eine Lektion der (Selbst-) Wertschätzung erteilte mir gestern die gefühlte Erdumrundung München-Hamburg mit der Deutschen Bahn. Nachdem Baba-Opa sich natürlich aus rein logistischen Gründen einen (!) Platz im Großraumabteil in Wagen drei klar gemacht hatte, ließen der kleine Piranha und ich uns wie gewohnt im Kleinkindabteil des Wagen 9 nieder. Der kleine Piranha langweilte sich trotz Gesellschaft des gleichaltrigen „Raffi“ schnell und so begannen wir nach etwa zwei Stunden unseren Spaziergang durch den Zug. „Hallo“ schmetterte der kleine Piranha im Stakkato den anderen Zuggästen entgegen, was 99,9 Prozent der Mitreisenden mit einem gerührten „ach was ist der süß!“ kommentierten, freundlich zurück grüßten und Kekspackungen zückten.

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Als wir Wagen 3, in dem Baba-Opa mit einer sechsköpfigen Damengruppe aus Hannover saß und schäkerte, erreichten, mischte der Piranha sich schnell fröhlich in das Kniffel-Spiel der Damen. Die netten Frauen, die selbst mehrfache Großmütter waren, waren verzückt und integrierten den kleinem Mann sofort. Er durfte würfeln und freute sich sehr – die Stimmung war heiter und ausgelassen. Bis es aus den hinteren Reihen zischte…

„Unmöglich!“ hörte ich, und es dauerte ehrlich gesagt eine Weile, bis ich realisierte, dass es um mein Kind ging. „Das hier ist ein Ruhebereich und dann so ein lautes Kind! Da muss man sich unbedingt beschweren, man kann hier in Ruhe keine Zeitschrift mehr lesen. Und die Mutter unternimmt nichts – sitzt nur da und grinst“. Ich war fassungslos.

Normalerweise bin ich weiß Gott nicht auf den Mund gefallen, aber da ich nicht genau wusste, woher die Tirade kam, blickte ich nur bitterböse in die Richtung und sagte „Sie wissen schon, dass es sich hier um einen 2-jährigen Jungen handelt? Damit müssen sie klar kommen“. Die Alten sagten nichts und starrten nur vor sich hin, vielleicht aus Angst, dass „Mama Grinsekatze“ handgreiflich werden könnte. Eine Viertelstunde später zuckelten der kleine Piranha und ich wieder in unser Kinderabteil und wütend berichtete ich Raffis Eltern, was mir passiert war. Gemeinsam schimpften wir auf die verbiesterten Weiber und mir ging es bald wieder besser. Andererseits ärgerte ich mich etwas, dass ich nicht noch deutlicher für das Recht des kleinen Piranhas, sich im Zug (ja, auch im Ruhebereich) zu artikulieren und Kind sein zu dürfen, eingetreten war. Ich dachte an meine Freundin Susann, die in ähnlichen Situationen schon sehr viel deutlichere Worte gefunden hat.

Ab und zu Zähne zu zeigen und angemessen auf Provokation und Ungerechtigkeit zu reagieren, hat auch viel mit Selbstwert zu tun. Und obwohl ich in den meisten Bereichen des Lebens eine absolut selbstbewusste Frau bin und es mir an Worten sehr selten mangelt, wünschte ich mir manchmal etwas mehr Toughness (gibt es dieses Wort?):

Dass ich einfach sage, was ich denke, ohne es zu überdenken. Dass ich meinen kleinen Piranha wortgewaltiger verteidige, wenn ich ihn oder uns ungerecht behandelt empfinde. Und ja, auch dass ich nach einem schönen Date statt „[Das jeweilige Verhalten des Mannes] + Mag er mich?“ zu googeln (!) und zu hoffen, dass die Liebes- und Lebenserfahrung von m46 oder lovemaster78 die Erleuchtung bringt, einfach sage, was ich denke und fühle, und dadurch selbst ganz schnell heraus finde, ob „er“ mich mag oder eben nicht. Einfach öfter tun statt denken, Kante zeigen und anecken und im Zweifel mal was riskieren.

What have you gotta lose?

Das Thema hatte ich auch beim Cocktails trinken mit meiner Freundin Tina am Abend zuvor. Das Leben ist so kurz, man hat so wenig zu verlieren – wir sollten einfach viel öfter sagen, was wir wirklich denken, statt uns zu ärgern – über verpasste Chancen, das Verhalten anderer Menschen, und, und, und.

Vielleicht bekommen wir trotzdem nicht immer, was wir wollen – aber es geht uns einfach viel, viel besser.

Einen schönen Sonntag noch Euch allen!

Eure Single City Mama

Genuss bis in die Zehenspitzen

Servus aus dem Alpenland, Ihr Lieben, grüßt wen auch immer 🙂

… normalerweise ist es ja mein Job, die Dinge schön zu schreiben und mit möglichst viel Eloquenz und Einfallsreichtum aus Banalitäten Diamanten zu formen. Aber manchmal ist die Wirklichkeit so schön, dass es mir richtig schwer fällt, die Atmosphäre mit Worten einzufangen.

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Unser dritter Tag im Zillertal neigt sich dem Ende entgegen und ich bin glücklich. Mir geht es richtig gut. Ich habe das Gefühl, meine Seele beim Check In mit dem Begrüßungs-Prosecco einfach runtergespült zu haben. „Komm, ich nem Euch mit!“ sprachs zu den Alltagswehwehchen  und seitdem bin ich geflasht: Von dem wunderschönen Alpen-Panorama um uns herum, von vielen herzlichen, entspannten Menschen, von fantastischem Essen, von einem Rooftop-Spa, von wohltuenden Massagen und von so viel frischer Luft, dass ich mich gar nicht satt riechen kann.

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Wenn morgens um 10.00 der Panorama-Pool öffnet, bin ich meistens die erste (und lange die einzige – versteh einer die Urlauber), die dort ihre Bahnen zieht. Stundenlang. Mit der Sonne im Gesicht und einem Endorphincocktail, der mich nur lächeln lässt. Das Wasser perlt auf der Haut, die Berge rahmen das Paradies – beständig, majestätisch und unfassbar grün. Nur die Gipfel sind immer noch schneebedeckt. Eben war „lange Nacht im Spa“ und kaum war der Piranha eingeschlafen, eilte ich im Bademantel durch das Hotel. Das Wasser des 32 Grad warmen Außenpools war bunt illuminiert. Dazu dunkle, kalte, frische Bergluft, die nach Kaminfeuer roch und der Blick auf beleuchtete Berghütten, die die Hänge säumen. Wunderschön!

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Obwohl das Hotel gut besucht ist, wirkt es nicht überfüllt. Und auch mein Vater und der kleine Piranha fühlen sich pudelwohl. Es gibt einen großen Indoor- und Outdoor-Spielplatz mit Hüpfburg, Bällebad mit Rutsche, Kinderschwimmbad und wirklich allem, was das Piranha-Herz begehrt. „Baba-Opa“ bringt seinem Enkel mit ganz viel Geduld und Spaß das Schwimmen bei und mir geht das Herz auf, wenn der kleine Mann freudestrahlend in der Kindergruppe auf mich zugehüpft kommt und“meine Mama!“ kreischt während er seine Ärmchen um mich schlingt. Gemeinsam haben wir das Klettergerüst erklommen und Abend für Abend verabschiedet sich der Piranha am Tisch mit den Worten „Tschüß, Mama, ich geh einkaufen“, um wenig später mit einer Hand voll Weingummi vom Buffett stolz wie Oskar wieder vor uns zu stehen.

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In diesem Urlaub bin ich Tochter, Mutter, aber vor allem Mensch, der einfach nur genießt – und richtig glücklich ist. An keinem Ort der Welt würde ich gerade lieber sein. Nicht mal den Fidschis – und das soll was heißen.

Liebste, tiefenentspannte Grüße von

Eurer Single City Mama

Mama hat Urlaub

Am Wochenende waren meine Schwester (Tante Hu) und ich ins ferne Bayern, genauer gesagt an den beschaulichen Schliersee, gereist, wo unser Cousin Alex seine Carolyn heiratete. Aus logistischen Gründen (insgesamt 14 Stunden Bahnfahrt) beschloss ich, dass der kleine Piranha in seiner gewohnten Umgebung besser aufgehoben sein würde als in der überfüllten Bahn und zum Glück erklärten sich meine Freundin Susann (Mama von Oles Best Buddy Jonathan), mein Vater alias „Baba-Opa“ und meine Freundin Philine, Patentante des Piranhas, bereit, den kleinen Mann zu versorgen.

Also begann Freitag mittag für eine beurlaubte Single City Mama und Tante das Abenteuer Kurzurlaub und es war wirklich ganz, ganz toll.

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Party-Time am bayerischen Schliersee 🙂 (Bild: antonmatveev/ Fotolia)

Alex und Carolyn hatten für ihre Hochzeit nicht nur eine urige, boarische Location gemietet, sondern den strahlenden Sonnenschein gleich mit. Unser schnuckeliges Berghotel ließ keine Wünsche offen und am Samstag tanzten wir nach einer herzlichen Trauung und köstlichem Enten-Menu mit sehr netten Leuten durch die Nacht. Im Gegensatz zu den beiden Sommerhochzeiten hatte ich endlich mal Zeit, mich statt ausgiebiger Rennerei wirklich mit meinen Tischnachbarn zu unterhalten und dabei total interessante Menschen kennenzulernen.

Erschöpft aber happy traten wir gestern mittag die Heimreise an und sieben Stunden und eine Sushi Platte später legte ich mich zum Piranha, der Baba-Opa so lange bequatscht hatte, bis er sich die „große Heia“ erkämpft und diese quer eingenommen hatte. Als er heute Morgen um acht die Augen aufmachte, war Mama wieder da und der Piranha zeigte keinerlei Entzugssymptome. Tatsächlich waren seine ersten Worte „Adventskalender aufmachen – Ball essen“.

Ich bin froh, dass alles so prima geklappt hat. Es ist echt eine Erleichterung zu wissen, dass ich nicht vollkommen unentbehrlich bin und hab das Wochenende – und vor allem das Tanzen – wirklich genossen.

Das war sie also, die letzte Hochzeit für dieses Jahr…

… und jetzt kommt Weihnachten!

Euch allen einpaar möglichst stressfreie Tage wünscht Euch

Eure Single City Mama

„You never walk alone“

„You never walk alone“

… sang Mathou für seine drei Söhne und diese wunderschöne Ballade beinhaltet die Quintessenz unseres Borkum-Abenteuers. Mit all unseren Ängsten und Sorgen – dem, was wir täglich fühlen und tun – sind wir nicht allein, denn in der Akrobatik des Alltags sitzen wir Mamas alle in einem Boot. Und das schipperte für uns in diesem Monat an der ostfriesischen Küste entlang.

Nach 3 Wochen hieß es vorgestern Abschied nehmen, denn die Hansestadt hat uns wieder!

Am Mittwoch Abend sind der kleine Piranha und ich nach einer mehrstündigen Rückreise, die gefühlt einer kleinen Weltumrundung glich und sämtliche Transportmitel beinhaltete, die die DB in ihrem Portfolio führt, in der schönsten Stadt der Welt gelandet.

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Wieder im Alltag – die Nordsee im Herzen…

Und der Alltag hat uns direkt wieder in Beschlag genommen. Noch zu später Stunde bespielte der kleine Piranha selig sein gesamtes Hab und Gut und bockte sich anschließend durch seinen ersten Tag zurück in der heimischen Kita. Als sein Vater Marco ihn gestern nachmittag abholte, fand er in der Ecke einen erbosten Piranha vor, der alles andere als glücklich schien, wieder zuhause zu sein.

„Das ist nicht der Ole, den ich kenne“ sagte mir die Kita-Leitung heute morgen und es war klar: Der kleine Piranha muss sich erst akklimatisieren. Wir waren immerhin 3 Wochen weg – 3 Wochen in einem kleinen, behüteten Mikrokosmos an der See.

21 Tage, an denen es ständig jemanden zum Spielen gab. Viel frische Luft, die klarer nicht sein könnte, und einen traumhaften Strandspielplatz mit Blick auf das weite Meer. Ein tägliches Mittagsschläfchen mit Mama und drei mal am Tag ein abwechslungsreiches Buffett. Zugegeben – Jamie Oliver würde es die Zehennägel hochziehen, aber im Vergleich zu meiner nicht-existenten Kochkunst eindeutig Haute Cuisine.

So wie der kleine Piranha muss auch ich mich erst in den Alltag wieder einfinden und nun versuchen, das Erlernte in die Praxis umzusetzen:

  • Mir mehr Zeit für Entspannung nehmen
  • Sport und Bewegung fest in meinen Alltag integrieren, um den Kopf frei zu bekommen
  • Kreativität als Ausgleich für stressige Arbeitstage leben und lieben lernen
  • Das Akzeptieren und Loslassen von Ängsten und Gefühlen – die Gefühle sind da, mein Körper reagiert auf seelischen Stress und doch braucht es mir keine Angst zu machen (Stichwort: Liebesdienst des Unterbewusstseins)

Ich vermisse unsere lieben Kur-Mädels jetzt schon und wünsche jeder einzelnen viel Glück und Zufriedenheit auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Einen souveräneren Umgang mit Ängsten und Sorgen und vor allem, die Fähigkeit zu lieben und zu lachen und sich an den schönen Dingen des Alltags zu erfreuen – und dabei gleichzeitig wichtige Grenzen zu setzen.

Allen Mamas, die mit einer MuKiKu liebäugeln, kann ich nur sagen: Macht es – nehmt Euch diese (Aus-) Zeit für Euch. Es tut Euch gut und schenkt Euch neue Kraft und Energie. Und vor allem inspiriert es Eure Kreativität und Gedanken, für einen ausgeglichenen Alltag als Muttifunktionstalente.

Eure Single City Mama