Kleiner Mann und Weißer Blitz

Was ein bisschen klingt wie ein Pocahontas-Spin Off, der sich in der Dekade verirrt hat, ist die Geschichte einer Freundschaft.

Nein, nein, keine Sorge – natürlich keine dieser vor Schmalz triefenden „Liebe auf den ersten Blick“-Blockbuster mit – generationsabhängig – John Cusack / Hugh Grant / Channing Tatum als männlichem (Love-) Lead, die auf irgendwelchen Nicholas Sparks-Romanen basieren.

Viel banaler: es ist die Geschichte einer gaaanz langsam wachsenden Liebe, der gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Freundschaft zugrunde liegt (laaangweilig – schreit das romantische Herz. Läuft bei uns, bellt Beagle Eddie).

Familie Reloaded

Denn als am 1. Juni 2014 der kleine Piranha in mein Leben trat, änderte sich nicht nur für mich alles. Auch mein Vater (der sich bis heute sträubt, „Opa“ genannt zu werden, weil es ihn in seinen jugendlichen Augen alt klingen lässt) musste eine Generation aufrücken für seinen „Stammhalter“. Und für meine Schwester, die gerade ihr Referendariat mit dem zweiten Prädikatsexamen beendet hatte und als Rechtsanwältin richtig durchstartete, kam mit dem Tantentum eine Aufgabe, der sie sich mit Herz und Seele stellte und mich unterstützte, wo sie konnte.

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Auch das tierische „Baby“, das bis dato die Familie auf Trab gehalten hatte, musste Platz machen auf dem (Pampers-) Podest: Beagle-Rüde Edgar, 7, auch genannt „Der Weiße Blitz“ , da er ironischerweise trotz seiner beageligen „Tri-Color-Farbgebung“ zu 90 Prozent schneeweiß ist.

Eddie war am Anfang der Ära Piranha ganz und gar nicht amused – musste er doch Aufmerksamkeit und Schmuseeinheiten plötzlich mit einem kleinen Menschenkind teilen, das zudem laut quiekte, schrie und die Geduld seiner Mama bisweilen so strapazierte, dass keine Nerven mehr für Eddie blieben, die er frustriert zerbeißen könnte.

Heute – 2 Jahre später – sind die beiden zwar noch nicht die engsten Freunde geworden (was vor allem daran liegt, dass der kleine Piranha nach dem Motto verfährt „ein schlafender Hund ist ein perfekter Spielkamerad“ und neben „ei machen“ den geduldigen „Wa-Wa“ auch gern mal am Schwanz zieht).

Hanseatischer Respekt

Und doch: Inzwischen ist ein gewisses Maß an distanzierter Toleranz und hanseatischem Respekt eingezogen, wo früher Skepsis war. Der kleine Piranha kreischt ekstatisch „WA-WA“ sobald wir uns dem Haus meines Vaters („Baba“) nähern.

Ole und sein „Wa-Wa“ nähern sich an und ich bin überzeugt, dass die beiden viel von einander lernen können: Man muss nicht immer im Mittelpunkt stehen, um ausgeglichen und erfolgreich zu sein. Außerdem machen die meisten Dinge gemeinsam sowieso viel mehr Spaß (wie zum Beispiel Mama ärgern und Weihnachtskekse frisch vom Blech futtern) – Stichwort: Team-Building. Und mal ehrlich: es ist doch immer schön, einen Freund an seiner Seite zu wissen, der Dich beschützt.

Sonnige Grüße (im Herzen, es regnet wie bekloppt da draußen),

Eure Single City Mama