Der italienische Playboy

Lieblingsmamas,

ich habe ein Date! Es ist so aufregend und eigentlich noch ganz frisch und gar nicht spruchreif und … achso nee, Ihr könnt Euch wieder setzen… das Date bin ich!!! Ich habe nämlich heute Abend sturmfrei.

Der kleine Piranha übernachtet bei seinem Opa und vor der Qual der Wahl der schier unendlichen Möglichkeiten (Clubbing, Kiezen, Clubben & Kiezen, Kino, Cocktails, Ringe um mich reiten) wählte ich die verlockendste…

Mein Sofa… eine Haarkur…. einen eisgekühlten Ginger Ale Zero… und Weltliteratur… einen wirklich unfassbar seichten Groschenroman („Lazzero di Fiore war auf raubtierhafte Weise attraktiv und verströmte einen Sex-Appeal, der zu einem Kurzschluss in ihrem Hirn führte“). Und ja, meine Lieben, ich habe tatsächlich einen akademischen Abschluss in Literaturwissenschaft.

Wahrscheinlich werde ich über dieser prickelnden Lovestory voller Plot-Twists und Überraschungen einschlafen, aber nach einem ereignisreichen Tag (der kleine Piranha hatte seine vierte Schwimmstunde und ich nutzte ebenfalls die Dreiviertelstunde, um im Nachbarbecken des Fitness Studios einpaar Bahnen zu ziehen, danach waren wir noch zu einer Feier bei Lüneburg eingeladen und Baba-Opa trug mir auf, zu kochen, den Hund auszuführen und den Piranha bettfertig auf seiner Couch zu hinterlassen).

Auf dem kinderlosen Rückweg hielt ich noch am Supermarkt an, da ich unseren Freunden morgen nachmittag Rezepte unseres Aprikosen-Workshops kredenzen wollte. Er dauerte etwa eine halbe Stunde, bis ich alle Zutaten ergoogelt und in den Regalen gefunden hatte. Naja, fast alle – aber Schwund ist ja bekanntlich überall, in diesem Fall die Thymian-Zweige.

Die letzten beiden Tage hatten der kleine Piranha und ich an der Nordsee verweilt und dabei in einem wirklich sehr coolen Rockabilly Motel in Büsum übernachtet. Wir sind durchs Watt spaziert und haben am nächsten Tag unser Auto am Autostrand von St. Peter-Ording festgefahren – kein Witz. Der Parkplatz-Mann hatte mich noch gewarnt – und ich dämlich gelächelt und „alles klar, weiß ich Bescheid“ gesäuselt. As if!

Zum Glück ging es einem benachbarten Camper ähnlich und mit vereinten Kräften und einer starken Männertruppe (ein Junggesellenabschied!) konnten wir beide Fahrzeuge befreien. Der Piranha war ekstatisch – und ich überprüfte panisch 1.000.000 mal, dass ich tatsächlich den Rückwärtsgang eingelegt hatte, während mein Kind seine 21 Kg gegen das Fahrzeug stemmte und sich mit Hulk verglich.

Abends waren wir dann schon wieder zuhause – ich war verbrutzelt wie ein Hummer, da ich erst viel zu spät daran gedacht hatte, mich einzucremen.

Und jetzt … jetzt wartet mein Ginger Ale… und Chiara und Lazzero, die zwei Hübschen, die vermutlich auf den nächsten 110 Seiten romantische Ringe um sich reiten werden. Hachja. Und who said romance was dead?

Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben. Genießt das WE!

Eure Single City Mama

SingleCityMama_ich

Thirty-Mumthing-Love

Lieben, Leiden. Lernen…? Mal ehrlich, mit keinem Thema lässt sich heute mehr Geld machen als „The Big L“. Auf der schönen, sonnigen Seite: Schmetterlinge, Neugier, toller Sex, schöne Stunden, Seelenverwandtschaft, Zweisamkeit… was erstmal zu jeder Menge Serotonin und langfristig zu Beständigkeit führt: Familie gründen, gemeinsam alt werden, Nachnamen teilen, Steuererklärung machen. Soweit, so gradlinig, so unrealistisch?

Frau hlt Froschprinz auf Hand

Frosch oder Prinz – oder alles ein Traum? (Bild: Fotolia)

Gäbe es da nicht die Nebenwirkungen, zu denen sich kein Medicus oder Apotheker jemals äußern würde. Unsicherheiten, Untreue, Entfernungen, Entfremdungen, Eifersucht, Verletztwerden, Vonvorneanfangen… ach ja, und erstmal jemanden kennenlernen, der den Hormonzirkus zum tanzen bringt. Ich glaube, selbst dem größten Romantiker (und sogar der Unterhaltungsindustrie!) ist heute irgendwie klar, dass Liebe alles andere als einfach ist. Würde ja auch weniger Geld bringen!

Dabei ist sie so schön. Und eigentlich überall. Ich liebe den kleinen Piranha, meine Familie, meine Freunde, ein bisschen meinen Job (auf eine uncreepige Weise, versteht sich) und als ich 14 war, war ich auch mal so richtig verliebt, mit Schmetterlingen und Modern Talking-Songs und allem, was dazu gehört. In Bob (manche kennen ihn schon), den Sporttrainer. Der acht Jahre älter war und den hormonellen Zirkus in meinem Herzen mal so gar nicht erwiderte. Was bestimmt auch besser so war 😀

Nach Bob wurde es nicht einfacher. Aber es wurde auch nie wieder so wichtig wie damals.

Ich „bewundere“ (mit der Betonung auf Wundern gespickt mit einer Prise Neid) immer wieder Freundinnen, die gefühlt von einer Beziehung in die nächste schliddern und sich dabei immer wieder verlieben. Selbst wenn die Beziehung endlich ist, bereuen die allerwenigsten sie, sie geführt zu haben. Oder meine Freundin Tanja (*Name geändert, da sie mir sonst den Kopf abreißen würde), die jeden Mann, den sie trifft und ein klitzekleines bisschen mag, direkt zu ihrem Traummann idealisiert – und dabei in der Regel den totalen Hormonflash mit anschließender Bauchlandung abgreift. Tanja macht dabei etwas, was ich überhaupt nicht kann: projizieren. Ich bin da weitaus schwerer zu begeistern, was die Sache nicht einfacher macht.

Aber mal ehrlich, um mit Anfang 30 das Single Mama Dasein zu beenden, gilt es erstmal jemanden zu finden der…

o … hormonell anziehend und intellektuell mindestens ebenbürtig …

o … mackenkompatibel …

o … ungebunden und bindungswillig/fähig ist …

o… den emotionalen Führerscheintest ohne Nachschulung bestehen würde …

o … Kindern gegenüber aufgeschlossen ist und die Vergangenheit akzeptiert und toleriert

o …geografisch nicht Lichtjahre entfernt ist und…

o …die eigenen Gefühle erwidert und ausdrücken kann…

Und dann kommt erst das Kleingedruckte: Ein ähnlicher Humor, gemeinsame Interesse, kompatible Lebensentwürfe und nicht zu vergessen …

… das Bonuslevel, bevor es Richtung Sonnenuntergang geht: Diesen jemanden zu erkennen und sich auf etwas Unbekanntes einlassen zu können – die eigene Komfortzone ohne GPS zu verlassen. Am Ball bleiben, selbst wenn das Kennenlernen nicht nach Schema X funktioniert und man die Google-Suche „Mag er mich?“ schon frustriert beendet hat – und aufhören, wenn das Bauchgefühl deutlich „nein“ sagt.

Denn das ist die Crux des Ganzen: Jede Liebe beginnt im Kopf und Herzen des eigenen Körpers. Ich glaube, das langfristige Erfolgsrezept besteht darin, die Sprache des eigenen Herzens zu dekodieren und den eigenen Wünschen und Bedürfnissen treu zu bleiben und nicht jemand anderem gefallen, geschweige denn manipulativ in den eigenen Bann ziehen zu wollen. Und dann auf das Schicksal zu vertrauen.

Viele meiner Freunde meinen, ich sei zu verkopft für die Liebe und ein bisschen haben sie bestimmt Recht. Aber mal ehrlich, manchmal denke ich, ein Lottogewinn ist einfacher. Und frage mich beim Anblick meiner verliebten Freundinnen, ob es dafür eine Gebrauchsanweisung oder Service Hotline gibt?

Liebste Frühlingsgrüße von Eurer

Single City Mama

Als ich ein romantischer Teenie war…

… und meine Glaskugel ein dünnblättriges „Julia“-Buch, dem durch seine lasziven Cover und verruchten Titel („Stürmischer Lord“ // „Heiße Glut und Sommerträume“ // „Bis die Sonne untergeht“) immer etwas Schmuddelheftchen-haftes anlastete und zu dessen Lektüre ich erst 1,5 Dekaden später stehen kann… damals… träumte ich von einem Prinzen, der Seelenverwandter, Prinz Charming und Investment Banker mit 38,5 Stundenwoche in einer Person war… der (Super-) Mann für’s Leben!

Nennen wir ihn „Prinz Wallstreet“. Zugegeben – in meinen Phantasien kamen Kinder in etwa so häufig vor wie der/die/das Plusquamperfekt, aber hätten wir in einer stürmischen Nacht im Rausch der Ekstase ein Kind gezeugt (was natürlich irrelevanterweise völlig illegal gewesen wäre, ich war 14!!), hätte er mindestens zwei Monate Elternzeit eingereicht und mich nie verlassen. Dieser Zustand abstruser Pseudo-Vollkommenheit symbolisierte für den romantischen Teenie, der ich damals war, das Glück.

Verlassen haben mich irgendwann zwischen Studium und Reisen, Freunden, die kamen und Freunden, die gingen, langen Jobs, mauen Dates, Reality TV, Verlusten, Trennungen und Promi Scheidungen die romantischen Ideale. Was aber keinesfalls so negativ und ernüchternd ist, wie es sich auf den ersten Klick liest…

Meine persönliche Definition des Glücks hat sich verschoben und was jetzt kommt, klingt ein bisschen wie der Rückblick einer 100-jährigen, aber heute…

… bedeutet Glück für mich, gesund zu sein…

… ein sattes, gesundes, mehrheitsanteilig  zufriedenes Kind zu haben…

… ein überwiegend erfülltes Leben zu führen…

… und einen Beruf zu haben, der mich fördert und fordert und dem notwendigen Ca-Ching das Quäntchen Sinn anheftet…

… wieder aufzustehen, (sich) zu hinterfragen, zu akzeptieren

… Glück bedeutet Zufriedenheit und der Wunsch, das Beste aus jedem Tag zu machen.

Was bedeutet Glück für Euch?

Sonnige Grüße,

Eure Single City Mama

Glueck-Lebenszufriedenheit