„Mutter (34) entfernt Schneidezahn mit Staubsauger“

Es wackelt im Hause Piranha!

Aber so richtig – Schneidezahn unten links, kurz vor dem Ausfall. Als ich gestern beim Zähneputzen bemerkte, dass im Piranha-Mäulchen etwas locker ist, war ich erstmal geschockt.

War der kleine Piranha gestürzt? Hatte er in der Kita einen auf die Gusch gekriegt? Das Kind verneinte, aber die Indizien sprachen für sich. Der Schneidezahn bog sich und schien nur noch leicht befestigt.

Zum Glück war Tante Hu schon zu unserer allabendlichen Couch-Session erschienen, und wir beschlossen, zunächst Dr. Google und den familieneigenen Ältestenrat (den „weisen Greis“) aka unseren Vater zu konsultieren – Baba-Opa. Immerhin hatte der ja den Zahnwechsel seiner Töchter miterlebt und eine überaus pragmatische Grundeinstellung, wenn es um Wachstumsprozesse geht.

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Die Zahnfee als Konkubine des Weihnachtsmannes? (Bild: Fotolia)

„Was soll ich tun?“ fragte ich leicht panisch. In meinem hypochondrischen Kopfkino sah ich den Piranha bereits um drei Uhr morgens in meinem Arm, das Heimlich-Manöver aus dem Säuglings-Erste-Hilfe-Kurs anwendend, mit Schneidezahn-unten-links im Rachenraum. „Mutter (34) entfernt Schneidezahn mit Staubsauger“, hätte die B-Zeitung titeln können. Konnte ich ihn so ins Bett schicken? Konnte etwas passieren?

Baba-Opa war entspannt. „Wackel mal dran!“ befahl er, aber dem kleinen Piranha war das Ganze nicht geheuer. Ekstase ob der Aussicht eines Zahnfee-Besuchs wechselte sich mit einem Hauch von Angst ab, die ich im Wohnzimmer verströmte. Große Kulleraugen blickten Mutter und Tante verunsichert an.

Schließlich besann ich mich, jubelte und sagte dem Kind, dass er nun ein großer Junge ist (was kommt als nächstes? Teen-Vaterschaft? Ahhh!). Und das wichtigste: Es ist völlig normal – Hakuna Matata!

Tatsächlich wimmelte es auch in Dr. Googles Wartezimmer von Müttern, deren Kinder mit 4 /4 1/2 den ersten Zahnwechsel vollzogen. Die Suchmaschinen-Mediziner sind entspannt. Sogar unsere eigene Kinderärztin, Dr. Hess, elaboriert im Netz unter „Wackelzahn – wann fällt er aus?“ von der Normalität eines frühen Zahnwechsels. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, sagte ich mir, und erinnerte mich an ein Mädchen in der Grundschule, das ein wenig Einhorn-Status innehatte, nachdem sie mit 9 ihre erste Periode bekommen hatte.

Als ich den Piranha heute morgen in die Kita brachte, erzählte er schon den Passanten auf der Straße von seinem Wackelzahn. Im Kindergarten angekommen, weihte er direkt Matthias, die stellvertretende Leitung ein, und bot tiefe Einblicke in sein – im wahrsten Sinne des Wortes – loses Mundwerk „Guck maaaa, Matthiiiias“.

Vorsichtshalber hatte ich dem Piranha eine kleine Zahndose mitgegeben, damit wir den Ausfall später bzw. spätestens nach einem beherzten Biss in den nächsten Apfel, gebührend zelebrieren können. Feste feiern, wie sie kommen, meine Lieben.

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Eure Single City Häuptling Toothless Mama

 

„Scheiße Mama, Du alte Socke“ und andere Katastrophen

Happy Friday, mein Lieben,

ich sitze grad auf dem Sofa, trinke einen – na gut zwei bis drei – köstlichen Lillet Wild Berries, warte auf den Sushilieferanten und rekapituliere einen sehr abenteuerlichen Tag.

Und der fing damit an, dass der kleine Piranha neben mir im Bett die Augen öffnete und Bauchweh beklagte. „Mamaaa, mein Bauch tut weh“, elaborierte er, forderte aber Sekunden später ein großes Müsli ein. Moooment dachte ich – schon am Mittwoch hatte der kleine Piranha dieses Alibi genutzt, um sich zuhause einen Bunten zu machen. Gemeinsam mit unserer Putzfrau Renata „Nata“ könnte ich ihn des Schwindelns überführen und noch – mit leichter Verspätung – in die Kita chauffieren.

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Come to Mama 😛

 

Ich fragte den kleinen Mann mehrfach, ob es ihm nicht gut ginge oder er nur zuhause bleiben wolle. „Wirklich“ murmelte er und blickte mich aus großen blauen Kulleraugen an.“In dubio pro Piranha“ dachte ich und nahm den Piranha mit ins Büro, obwohl mir das ganze spanisch vor kam. Das Müsli verspies er mit Gusto und überhaupt wirkte er nicht so, als ob er Schmerzen hatte. Das Büro ist für den kleinen Piranha immer wieder ein Highlight, wenn er von Mamas Kollegen betüddelt wird, es überall Süßes zu schnorren gibt und Claus, mein Chef und selbst dreifacher Vater, Papierflieger bastelt.

Als ich vier Stunden später zum Aufbruch mahnte, saß der kleine Piranha gegenüber von Claus im Chefbüro und stempelte selig Papier. Das Bauchweh sei schlagartig besser geworden, als er einen Doppelkeks verzehrt hatte, elaborierte mein Kind. Schließlich gab er zu, dass er geschwindelt hatte. Ich schluckte und hielt eine semi-überzeugende „Wer einmal lügt…“ Predigt.

Anschließend fuhren wir zu Baba-Opa und machten allerhand Besorgungen. Bei TK Maxx eskalierte die Situation dann. Der Piranha wollte ein Spielzeug, was aber absolut nicht drin war. Erst gestern hatte er Geschenke von unseren neuen Nachbarn bekommen. Und überhaupt – das Kinderzimmer platzt aus allen Nähten. Ich beschloss, konsequent zu sein. Absolut nicht im Sinne des Piranhas.

Durch die ganze Etage tönte es „So eine scheiße auch noch mal, Du alte Socke. Scheiße Mama, scheiße“. Moment – what? Da stand ein kleiner Drops mit übergroßer Regenjacke und Gummistiefel, eine geschockte Mutter, die nicht wusste, wie sie reagieren sollte und etwa fünf mittelalterliche Frauen starrten mich mit einem Blick, der irgendwo zwischen Mitleid, Schock und tiefer Verachtung schwankte, an.

„Da sollte man nicht grinsen,“ zischte eine und ich nahm den Piranha und zog ihn – Single City Proll Style – an die Kasse. Ich hätte heulen können „Ich bin Akademikerin,“ wollte ich schreien und überlegte, ob es einen Grund hatte, dass meine Magisterurkunde vom Dekan des Instituts für Kirchenmusik unterzeichnet war (der stand in dem Jahr der philosophischen Fakultät vor, just sayin… ;-). „Mein Kind ist freundlich, herzlich, liebenswürdig und clever.“ Beschimpfungen lauteten bis dato „Pischikackimama“ oder „Eierloch“, was linguistisch definitiv über einer „Scheißaltensocke“ stand.

Das Problem war gar nicht, dass mich grämte, ob die Leute etwas negatives denken können. Zum Glück ist das kein Laster von mir. Es ist mir herzlich egal, was fremde Leute denken bzw. ist das einfach so furchtbar vergeudete Energie. Immer wieder weise ich gefühlt Freundinnen darauf hin, dass es entweder „passt“ mit der Sympathie oder halt nicht. Entweder funkt man auf einer Wellenlänge – oder eben nicht. Egal ob in der Liebe, Freundschaft oder bei Wildfremden – die Gedanken eines anderen Menschen beeinflussen zu wollen, ist reine Energie- und Zeitverschwendung. Lächeln und winken hingegen eine wesentlich gesündere Grundhaltung.

Was mich vielmehr beschäftigte, war die Tatsache, dass ich keine Ahnung hatte, was ich tun sollte. Offensichtlich hatte der Piranha nicht boshaft gehandelt, er fand das witzig. Aber ich hinterfragte meine Erziehung. Wie sollte ich ihm klar machen, dass er sich so nicht – und schon gar nicht – in der Öffentlichkeit äußern sollte? Als er merkte, dass ich sauer war, entschuldigte der Piranha sich immer wieder und schmiegte sich an mich. Ich wollte ihn auch nicht mit Liebesentzug bestrafen oder mich zulange künstlich aufregen (das ist einfach nicht mein Naturell, auch wenn mir das manchmal gut täte). Ein Paradoxon, das mich den Rest des Tages beschäftigte.

Ansonsten war unsere Woche in erster Linie turbulent. Ich freue mich schon aufs Wochenende, das auch schon mit (schönen) Unternehmungen mit Freunden verplant ist. Und unser Urlaub steht bevor, yippiehyayeah! Südtirol, wir kommen!

Liebst,

Eure Single City Mama

Von Frakturen und Freundlichkeit

Lieblingsmamas,

um uns war es in den vergangenen Wochen wieder etwas ruhiger geworden. Das lag vor allem daran, dass wir mit diversen Wehwehchen bei unterschiedlichen Ärzten vorstellig wurden und unseren Alltag recht unspektakulär in unseren eigenen vier Wänden fristeten.

Vor 3 Wochen brach sich der kleine Piranha beim Spielen an einem Metallbügel (diese sperrigen Teile, die häufig am Rand von Bürgersteigen stehen und Fahrräder sichern) den Ellenbogen. Makabrerweise spricht von einer „Olekranonfraktur“.

Natürlich passierte dies – wie sollte es anders sein – an einem Freitag Abend zu einer sehr unchristlichen Zeit nach dem Restaurantbesuch und ich war, als es passierte, in ein Gespräch mit meiner Freundin vertieft.

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Mein Piranha als Prinz Charming? Irgendwann bestimmt, aber zum Glück bin ich noch seine Königin… (Bild: Disney)

Tante Hu, die ich von der Wohnzimmercouch einsammelte, und ich düsten mit dem müden Piranha ins Kinder-UKE, das zum Glück nicht weit von uns entfernt ist, und verließen das Etablissement gegen 1 Uhr morgens mit einem schlafenden Piranha, der seinen Arm in einer sperrigen Castschiene (primitiv: Gips) lagerte.

Als wäre der Gipsarm nicht schon belastend genug, kam in der Folgewoche noch ein Fieberschub dazu und ich lag einige Tage mit Magen-Darm flach, meinem allerliebsten Lieblingsgruß aus der Kita… nicht!! So verlebten wir die vermutlich vorerst letzten Hochsommer-Tage des Jahres vergleichsweise unspektakulär in unseren eigenen vier Wänden – eine Tatsache, die ich – kaum waren wir beide wieder gesundet und der Piranha dank eines ambitionierten Orthopäden nach 2 Wochen wieder Castschienen-befreit – aufholte.

Wir gingen auf den Dom, besuchten das Schwimmbad im Centerpark (das wir beide doof fanden, nachdem wir uns an der Rutsche verletzt (Piranha) und über einen Ast gestolpert waren (ich).

Immer wieder fällt mir dabei auf, wieviel Spaß es macht, mit meinem 4-jährigen Kind unterwegs zu sein. Wir können uns richtig unterhalten, zusammen chillen und der Piranha sagt mir, wenn ihm etwas nicht passt. Oder ich nochmal Geld in den betrügerischen Greifautomaten schmeißen soll, der das bescheuerte Einhorn auch noch vier Versuchen nicht zum Ausgang befördert hat, verdammte Axt.

Momentan ist der kleine Piranha sehr anhänglich, fordert oft Kuscheleinheiten oder Übernachtungsbesuche in der „großen Heia“ ein. Dort haben wir uns kürzlich eine „Höhle“ in Form eines improvisierten Betthimmels errichtet und in der benachbarten Lampe eine pornöse Buntlicht-Birne mit Schaltung eingeschraubt. Ich liebe sowas!

Neulich fuhren wir in die Kita und ich blökte plötzlich „Schatz, ich hab Dich liiiieb“ in Richtung Rückbank. „Das weiß ich doch, Mama!“ seufzte der Piranha und mir ging das Herz auf.

Als ich vor ziemlich genau 5 Jahren den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt, hatte ich nicht die geringste Ahnung, was für ein Dreamteam dieser freche kleine Knopf und ich werden würden. Da ich schon immer sehr unabhängig war, fühlte ich mich mit 30 durchaus im Stande ein Kind allein zu bekommen und zu erziehen, und freute mich auch ohne feste Beziehung auf den kleinen Piranha.

Nachdem der Vater des Piranhas und ich keine Liebesbeziehung im klassischen Sinne unterhielten, war die emotionale Situation zum Glück nicht zu verworren, so dass ich gewissermaßen wusste, worauf ich mich einließ. Natürlich ohne es wirklich zu wissen – aber ich glaube das geht allen werdenden Mamas so.

Natürlich gab es seither immer wieder Herausforderungen und Situationen, die emotional und organisatorisch schwierig waren. Meine Panikattacken 2016 waren schließlich nur der Gipfel einer konstanten Überlastung. Zum Glück habe ich diese Phase mit medizinischer und therapeutischer Unterstützung sehr gut in den Griff bekommen und bin heute wesentlich besser darin, meine Grenzen und Bedürfnisse zu erkennen und abzustecken.

Immer wieder fragt mich der kleine Piranha, wann er ein Bruder wird. Oft fragt er mich, ob ich meine Brüste noch habe, um das kommende Geschwisterchen zu verpflegen. Eine Schwester ist übrigens nicht erwünscht.

Und auch wenn ich mir ein zweites Kind vorstellen kann, würde mich das allein überfordern. „Irgendwann“, sage ich ihm dann, wenn die Umstände passen. Mit 34 tickt die Uhr noch nicht so laut.

Erstmal gehen wir Ende des Monats wieder auf Reisen, diesmal nach Südtirol. Ich bin so stolz auf meinen kleinen Kerl, der eine echte Charmebombe ist. Er geht so offen und neugierig durchs Leben, dass die allermeisten Menschen völlig verzückt sind, wenn sie dem Piranha begegnen. „Von wem hat er das?“ fragte mich meine Freundin Ilka gestern.

Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass meine Erziehung einen Teil dazu beiträgt, dass der Piranha so ein glückliches und entspanntes Kind ist.

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

Piranha auf Mediendiät

Lieblingsmamas,

ich hoffe, Ihr genießt den Sommer genauso wie wir bzw. ich – denn damit kommen wir direkt zum Thema…

Ich muss den kleinen Piranha dringend auf Mediendiät setzen, um eine frühkindliche Abhängigkeit von sprechenden Hunden und medialen Werken, die Erwachsene (vermutlich unter dem Einfluss illegaler Substanzen, anders kann ich mir einige Plots und Lyrics nicht erklären…) für kleine Augen konzipiert haben, zu bewahren.

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Ryder und sein Hundeteam… *lalalala* (Bild: Amazon)

Paw Patrol ist momentan seine absolute Lieblingsserie und das Betteln fängt kurz nach dem Aufwachen (am Samstag schon um 7.00) an. „Darf ich kurz was gucken? Bitte, bitte, bitte Mama“ sprach’s und kletterte auf mich drauf. Sitzt er vor dem iPad, ist er wie elektrisiert, lacht schallend und hört nichts, aber auch gar nicht was um ihn herum geschieht. Bedenklich!!

Kaum stelle ich die Sendung ab, beginnt das Wüten. Zu meinem Schreck wollte der kleine Piranha am Wochenende kaum das Haus verlassen. Es sei ihm zu warm, er wolle zu Hause bleiben und tadaaa „kurz was gucken“.

Ich traute meinen Ohren nicht, packte unsere Tasche für den Spielplatz und fuhr mit dem Piranha los. Nach einigen Minuten hatte er sich gefangen und vergnügte sich den Nachmittag über mit seinem Kumpel Joni. Doch kaum waren wir wieder zuhause, begann die Quängelei erneut. Ich schlug dem Piranha vor, gemeinsam etwas zu Spielen, aber auch das konnte ihn nicht lang beschäftigen.

Momentan bin ich hin- und hergerissen, ob ich Serien ganz streiche (diese Drohung spreche ich regelmäßig aus!) oder versuche, die Dosis zu reduzieren. Beim Gucken schaltet der Piranha ab (häufig nach der Kita) und schnüffelt versonnen an seinen Plüschtieren. Normalerweise läuft bei uns kaum der Fernseher und wenn, dann erst wenn der kleine Piranha im Bett ist.

Ein bisschen scheint mir unser Problem also hausgemacht zu sein (verdammte Technik!) – aber Verbote sind ja normalerweise auch keine Lösung. Wie handhabt Ihr das? Hat jemand einen Tipp für mich? An Spielangeboten mangelt es dem Kind weiß Gott nicht, wir haben einen großen Garten und der Piranha ist im Besitz von mehr Spielzeug, als er eigentlich bräuchte…

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

WUFF!

Enzyklopämama

Happy Friday meine Lieben,

der Alltag hat uns wieder und ich strauchele mal wieder ein bisschen mit meinem leidigen Lieblingsthema: Zeitmanagement.

Irgendwie ist da bei uns der Wurm drin. Ich schaffe es kaum, den Piranha morgens pünktlich um 9.00 in der Kita (15-20 Min Autofahrt von uns entfernt) abzuliefern. Nachdem ich neulich erfuhr, dass das Kita-Frühstück bereits um 8.00 stattfindet, heißt es nun morgens für mich ein Frühstück für den Piranha und mich vorzubereiten.

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Wieso – weshalb -warum – wenn Mama was nicht weiß, ist sie dann dumm? (Bild: iStockphoto)

Das ist an sich auch gar kein Problem, solange ich ihm eine Schale Früchtemüsli und das iPad auf den Tisch stelle und eine halbe Stunde lang Paw Patrol über den Screen dudelt. Kann doch nicht sein, dachte ich mir heute morgen und fühlte mich rabig. Bald steht RTL2 vor der Tür und blendet Untertitel ein! Nachdem der Piranha sich um 8.00 aus den Federn erhoben hatte, begann er bereits zu maulen.

Ich hatte am Esstisch Brötchen mit Marmelade, Lachs und Käse kredenzt, dazu frisch zerlegte Apfelsine und Orangensaft – ein Festmahl. Doch der kleine Piranha war erbost und bockig. Er wollte nichts essen und erst recht nicht in die Kita. Nach langem Nachfragen erfuhr ich den Grund: Ein anderes Kind hatte ihn geärgert. Na und? – sagte ich und blickte in ein verständnisloses Gesichtchen. „Aber ich hab „Halt Stopp“ gesagt, und er hat mich immer noch geärgert“. Die logische Konsequenz für den Piranha: Nicht mehr in die Kita gehen.

„Aber Du kannst doch auch immer zu den Erziehern gehen und Du hast doch auch ganz viel Spaß und überhaupt“, gab ich mich enthusiastisch – wie sonst sollte ich dem Hedonismus eines Vierjährigen begegnen?

Schlussendlich gelang es mir, das wütende Kind gesättigt in der Kita abzuliefern um direkt ins Büro zur ersten TelKo zu düsen. Vor Ort gelobte ich zerknirscht Besserung. Morgen werde ich uns den Wecker noch früher stellen, noch konsequenter das Bocken ignorieren… hakuna matata! Andere schaffen das doch auch!

Ich hab das Gefühl, dass der kleine Piranha kognitiv nochmal einen Riesensprung gemacht hat. Er fragt mich ständig Löcher in den Bauch und erfragt sich komplexe Zusammenhänge. Oft stoße ich an meine Grenzen. Wie erkläre ich was meinem Kind?

Ganz schön tricky, wenn es zum Beispiel um komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge  (mein Biologiewissen endet mit den rudimentären Grundlagen der Photosynthese und dem Winterschlaf von Igeln), körperliche Prozesse („Mama, kann ich ersticken, wenn ich zuviel pupse?“) – oder noch prekärer – den weiblichen Zyklus geht. Versucht mal einem Vierjährigen die Funktion eines Tampons zu erklären ohne verstörende Bilder auszulösen.

Zudem muss ich immer damit rechnen, dass ich in der Kita brühwarm als Quelle genannt werde, da der Piranha naturgemäß Informationen kaum filtert. „Scheiße auch noch mal“ tönte er neulich und ich erklärte dem Piranha, dass man das nicht sagen sollte. „Aber Baba-Opa sagt das ganz oft“, stellte der kleine Mann verwundert fest. Mein Vater gelobte beschämt Besserung.

Egal ob Zeitmanagement, Ordnung, Manieren oder Eloquenz – je älter der Piranha wird, desto stärker wird meine Vorbildverantwortung. Ganz schön tricky manchmal, aber auch eine Chance zur Selbstreflektion ;-). In diesem Sinne – HAKUNA MATATA.

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

 

Wie alles begann…

Liebste Mamas,

dieses Bild habe ich schon einmal gepostet und Facebook zeigt es mir alle Jahre wieder als Erinnerung an.

Da saß ich, hochschwanger, wenige Tage vor der Geburt des kleinen Piranhas in unserem Starbucks und war aufgeregt. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich hatte bis auf wenige Babysitter-Jobs in meiner Teenie-Zeit Nullkommanull Erfahrung mit Kindern geschweige denn Säuglingen, hatte noch keine Windel gewechselt oder eine Milch warm gemacht. Das Mobiliar des Piranhas war aufgebaut, die ersten Strampler hingen auf der Heizung und ich wartete…

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Meine Schwester, Tante Hu in spe, war eine Woche vorher aus ihrer Referendariatsstation in Dublin zurück gekehrt, um im Falle einer frühzeitigen Geburt des kleinen Mannes anwesend zu sein. Wir hatten besprochen, dass sie mich in den Kreissaal begleiten würde.

Der Kontakt zum Vater des Piranhas war zu diesem Zeitpunkt weitestgehend zum Erliegen gekommen (das hat sich mittlerweile geändert, hier ist alles gut), so dass ich das Abenteuer Geburt allein unternehmen würde.

Während sich der kleine Mensch in meinem Bauch startklar für sein Leben machte, erkundigte sich auch Baba-Opa, bei dem ich vorübergehend wieder wohnte, täglich nach seinem Enkel, den er zärtlich-abstrakt als „Nasciturus“ bezeichnete. „Wie geht es dem Nasciturus?“ fragte er mich allmorgendlich beim gemeinsamen Frühstück, gefolgt von Baba-Opa-Style-Komplimenten wie „Kind, Du wirst immer dicker!“.

Mir ging es blendend. Keine Frage, ich war eine Hormonbombe, watschelte durch das hochsommerliche Hamburg (oft am Arm von Tante Hu) und fragte mich, wann das Baby sich ankündigen würde. Er ließ sich Zeit. Der 28. Mai – und damit der Geburtstermin -verstrich, und kein Piranha war in Sicht. Im Ultraschall sah man nur noch Fragmente des Kindes, aber die zweitägigen Kontrolluntersuchungen bestätigten: Dem Herrn ging es blendend in seinem Loft.

Da ich im letzten Trimester eine leichte Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hatte, die zum Glück nicht weiter behandlungsbedürftig war, und der Piranha bereits eine stattliche Größe erreicht hatte (man schätzte ihn auf 3700 Gramm, de facto waren es 4260), beschlossen die Ärzte am 31. Mai, drei Tage nach dem errechneten Geburtstermin, die Geburt sanft einzuleiten. Dem Piranha drohte die Zwangsräumung.

Dazu sollten Tante Hu und ich uns vormittags im Krankenhaus einfinden (auf dem Weg dahin stritten wir uns noch, da die irische Ballade „Fields of Athenry“ von den Dubliners in ihrem Autoradio mich emotional zu sehr aus dem Konzept brachte).

Im UKE wurde ich an den Wehenschreiber angeschlossen und bekam einen „leckeren“ Drink in die Hand gedrückt. Ich war überrascht, da ich irgendwie vermutet hatte, bei diesem Termin würde das weitere Vorgehen besprochen werden. „Sie verlassen dieses Krankenhaus als Mutter“, sagte die Hebamme, die erste, die uns während des Geburtsmarathons begleiten sollte.

Tante Hu und ich gingen nach dem Cocktail nochmal spazieren und trafen dabei auf Jungmamas in spe, bei denen die Geburt zum Teil schon Tage zuvor eingeleitet worden war. Ich war leicht panisch und legte ich mich nachmittags erschöpft nochmal hin. Wenig später ging es los. Die Wehen setzten ein und die Geburt meines Kindes war offiziell – ohne Fanfaren, dafür mit flüssigem Buscopan – „eröffnet“.

Die Hebamme brachte uns in den Kreissaal, der Chef-Anästhesist fand sich ein, nachdem die Assistenzärztin beim Setzen der PDA unsicher geworden war, und der Piranha verabschiedete sich von der Idee, ein Maikäferchen zu werden.

Bis in die frühen Morgenstunden des 1. Juni tat sich de facto nichts und just als die hinzugezogene Oberärztin mir eröffnete, dass aus Zeitgründen nun nebenan der Kaiserschnitt vorbereitet werden würde, akzeptierte der kleine Mann zur Überraschung der Ärztin („Kaiserschnitt ist vom Tisch, er kommt“) die Zwangsräumung und gab sich die Ehre.

Unsere tapfere Hebamme Franzi, die vermutet hatte, bis zum Ende ihrer Schicht um 6.00 wäre der Piranha längst da, überzog und begleitete den kleinen Mann ins Leben. Tante Hu ist übrigens immer noch überzeugt, dass ich mich aufgrund der kontinuierlich gesteigerten PDA-Dosis, durch die Geburt gechillt habe.

Um Punkt 6.30 erblickte mein Baby kerngesund das Licht der Welt und machte mich zur Mama. Als er gierig zur Speisung schritt, gab ihm die Kinderkrankenschwester auf der Neugeborenenstation den Titel „Piranha“, den er bis heute trägt und verteidigt.

Unser gemeinsamer Weg begann – und jeder einzelne Tag war seitdem ein wundervolles Abenteuer.

Eure dankbare und verliebte

Single City Mama

Es ist ein… ja was eigentlich?

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe, Ihr habt ein fantastisches Pfingstwochenende genossen!

Im Hause Piranha hat sich Nachwuchs angekündigt. Nein, nein, ich genieße weiterhin mein abendliches Gläschen Vino und habe die Umstandsklamotte seit 2014 im Keller verbarrikadiert.

Tatsächlich ist der kleine Piranha gewissermaßen zum Großvater geworden, denn seine treuen Plüsch-Gefährten Robbie und Bär haben Nachwuchs bekommen – Baby Robbie. Damit ist Robbie (der Ältere) jetzt offiziell Papa Robbie und Bär… nun ja! Wir wissen es nicht, aber wir sind eine sehr moderne Familie. „Robbie und Bär sind die Eltern von Baby Robbie“ verkündete der Piranha kürzlich stolz und machte mich damit zur Urgroßmutter.

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Robbie hat das Casanova-Dasein definitiv in den Genen… (Bild: Gettyimages)

Insgesamt ist das Thema Familienzuwachs für den Piranha momentan sehr präsent. „Mama…“ fragte er mich neulich vor dem Einschlafen. „Wann werde ich endlich großer Bruder?“ Mir blieb vor Schreck fast „Kommt ein Vogel geflogen“ im Hals stecken. „Irgendwann, Schatz…“, sagte ich, wohlwissend, dass der Piranha sich damit nicht abspeisen lassen würde. „WANN?“ fragte er, diesmal mit Nachdruck.

„Erst muss ich den richtigen Mann kennenlernen“, sagte ich vage, und hoffte, dass wir das Thema damit erstmal ruhen lassen könnten. „Wozu?“ fragte das Kind und ich schwieg. Gibt es BravoTV schon auf Kika? Gibt es das überhaupt noch? „Aber Du kennst doch Männer“ argumentierte der Piranha und zählte einige auf: Baba-Opa, unsere Handwerker, seinen neuen Erzieher Paul und den fremden Herrn, dem er neulich eine Löwenzahn-Blume auf der Straße geschenkt hatte… Touché!

Tatsächlich ist die Frage wahrscheinlich für alle Single Mamas irgendwie präsent. Einige Bekannte fragen auch ganz direkt. „Kannst Du Dir eigentlich noch ein Geschwisterchen für Ole vorstellen? Also wenn der „Richtige“ kommt?“, als wenn ich die Bestellung nur noch bei Amazon abschicken müsste.

Klar, denke ich dann. Warum nicht? Ich bin doch „erst“ 34 und immer allein bleiben – och nö. So ein Fünkchen Restromantik ist dann doch geblieben. Muss ja nicht gleich der Schimmel sein, es reicht auch ein Polo. Und Intelligenz, Humor, Verlässlichkeit, Kante, eine rauchige Stimme – ach das übliche Kleingedruckte.

In Wirklichkeit kann ich es mir oft überhaupt nicht vorstellen. Ich bewundere alle Mehrfach-Mamas aus tiefstem Herzen, alleinerziehende ganz besonders. Ein kleiner Mensch, dessen Bedürfnisse zentral über Deinen stehen, ein Job, der das ganze finanziert und ein Körper, der das alles gut wegsteckt – aber zwei? Oder gar mehrere?

Ich bin Mama mit Leib und Seele – oft frage ich mich sogar, was mich früher wirklich erfüllt hat, als es noch keinen rotzfrechen, verschmusten, dreckig lachenden Raubfisch in meinem Leben gab – aber es ist ein Full-Time-Job. Könnte ich zwei handlen? Oder gar mehrere? Sind Männer da wirklich eine Unterstützung? Die Fragen einer Unwissenden.

Was mich beruhigt: Trotz des Patchworkings seiner „Viecher“, wie wir Robbie und Bär manchmal liebevoll nennen, findet der kleine Piranha unsere eigene Familienkonstellation (Mama, Piranha, Baba-Opa und Tante Hu) völlig normal.

Zumindest mir gegenüber hat er das Ganze noch nie hinterfragt. Er weiß natürlich, wer sein Papa ist und genießt die wenige Zeit mit ihm, aber da er es nie anders kennengelert hat, fehlt ihm augenscheinlich auch nichts. Ich bin froh, dass das so ist.

Auf die Geschwister-Frage kann ich dem kleinen Piranha zwar keine konkrete Antwort geben. Aber Baby Robbie, der gehört jetzt schon zu unserer Mischpoke.

Liebste Grüße von Eurer

Single City Mama

 

 

 

Böse Mama Inc.

Lieblingsmamas,

momentan lebe ich mit einem kleinen Rumpelstilzchen unter einem Dach.

Erst heute Mittag bekam der kleine Piranha einen Wutanfall, weil ich es gewagt hatte, bereits das Mittagessen vorzubereiten (Pfannkuchen mit Apfelmus, die Leibspeise des feinen Herrn), während er noch genüsslich Paw Patrol auf meinem iPad rezipierte.

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Manchmal macht der kleine Piranha seinem Titel alle Ehre… (Bild: HearthStone Wiki)

Als der kleine Piranha in die Küche kam, brutzelte der Teig schon in der Pfanne. „Gleich gibts Essen, Schatz“ säuselte ich Martha Stewart-Style. Die Miene des gierigen Piranhas, der sich bis dato auf die Eierspeise gefreut hatte, verfinsterte sich dramatisch.

„Ich wollte heeeeeeelfen“, tobte er und tanzte wütend im Kreis. „Und Du lähähäst mich nicht. BÖSE MAMA!“. Der Piranha war untröstlich und beruhigte sich erst, als er eine Viertelstunde später die Pfannkuchenstücke, die ich liebevoll mit Apfelmuß beträufelt hatte, hinunter schlang und sich dabei erschöpft an meinen Arm lehnte. Der Tobsuchtsanfall verflog so schnell er gekommen war und den Rest des Essens lachte der Piranha dreckig vor sich hin.

Mehrmals täglich bin ich momentan eine „Böse Mama!“, manchmal sogar eine „Sehr böse Mama!“. Zum Glück (für mich) wechselt sich die Beleidigung meiner Person mit herzigen Liebesschwüren ab. „Ich hab Dich sooooo lieb. Bis zum nächsten Feuerwerk!“ säuselt der Wutzwerg und schlingt Abends die kleinen Ärmchen um meinen Hals. Und ich schmelze jedes mal dahin.

Ach, die Gefühlsschwankungen des Piranhas sind entwicklungsbedingt und mit Sicherheit ganz normal, wenn auch manchmal leidig. Auch der Kitawechsel hebt seine kleine Welt (positiv) aus den Angeln.

Als wir letzte Woche mit unseren Freunden Susann und Joni auf dem Nordsee-Bauernhof verbrachten, war es vor allem Joni, der permantent provozierte und Susanns Nerven aufs Außerste strapazierte.

Der kleine Piranha – für seine Verhältnisse lammfromm – machte in erster Linie durch melodramatische Heultiraden von sich reden. „Er ist sehr empathisch“ sagte Susann aufmunternd, als wir „Schweinchen Babe“ nach wenigen Minuten abbrechen musst, weil der Piranha die Trennung von Mama und Babe nicht verkraftete – eine durchaus positive Eigenschaft.

Soll er fühlen und toben und wüten, der kleine Mann. Zum Glück gibts es Wein. Und hartes Zeug aus dem Hause Ben & Jerry’s.

Und die sonnigste Aussicht des Monats: Wir reisen nach Fuerteventura. Der kleine Piranha und ich wurden als Influencer geladen und sind wahnsinnig aufgeregt – mehr dazu in Kürze.

Liebste sonnige Grüße von Eurer sehr bösen

Single City Mama

Du bist wie ich – nur so schön anders!

Liebste Mamas,

als ich heute morgen den kleinen Piranha durch den Schnee(!!)matsch(!!) (ernsthaft? OSTERN!) in die Kita karrte, dudelte im Radio „So schön anders“ von Adel Tawil.

… Du bist wie ich (du bist wie ich, so schön anders)
Nur so schön anders (du bist wie ich, so schön anders) 
Du bist wie ich (du bist wie ich, so schön anders)

Ich musste lachen, weil es mich an den kleinen Piranha und mich erinnerte. Je älter er wird, desto mehr charakterliche Parallelen entdecke ich zwischen uns. Wir haben den gleichen Humor, eine aufgeschlossene Art und ein grundsonniges Gemüt.

Der Piranha ist ein fröhliches, sonniges Kerlchen, der auf der Straße und in Supermärkten wildfremde Menschen mit „Hallooo! Wie heißt Du? Was machst Du da?“ begrüßt. (Anm. jetzt kennt Ihr auch meine Flirt-Line und wisst, warum dieser Blog SINGLE City Mama heißt 😛). Einiges hat er von seiner Oma – das herzhafte Lachen, die schelmische Art.

Auf der anderen Seite ist er sehr pedantisch. „Mama, Du musst mal Dein Auto aufräumen“ (bitte?). Renata, „Nata“, unserer Haushaltshilfe, erklärt er jeden Mittwoch morgen, wo noch Staub liegt und wie sie ihn beseitigen kann (ich könnte jedes mal im Boden versinken). Während ich mich kürzlich beim Autofahren über Schleicher aufregte, beschwichtigte mein 3-jähriges Kind „Mama, die wollen doch auch nur nach Hause!“. Arrghhhhhh!

Oft neige ich dazu, Situationen emotional zu bewerten. Ich bin zwar weder nachtragend noch leicht beleidigt, aber auch nicht besonders rational geschweige denn strukturiert. Herz über Kopf und Portemonnaie über Bankkonto ist eher mein Motto. Der kleine Piranha ist da anders. Er wägt Argumente ab, spricht meist sachlich und wenn er Mist gebaut hat (aka mich vorsätzlich mit Spielzeug beschmeißt), entschuldigt er sich mehrfach mit gedämpfter Stimme (tulligung, Mama, tulligung) und wickelt seine Ärmchen um mich herum.

Bei unseren Babysittern ist der kleine Piranha als absolut unkompliziert bekannt und beliebt. Wenn ich gehe, schaut er meist nicht mal von seinem Spielzeug hoch. Maximal bekomme ich meinem kleinen Mann ein halbherziges „Tüss, Mama“ abgerungen.

Wenn ich manchmal höre, was sich anderswo für Dramen abspielen, bin ich froh darüber und sehe es nicht als Affront. Ich glaube, dass der Piranha sich sicher fühlt. Er weiß auch immer wo ich bin. Wenn ich Salsa tanze, wünscht er mir viel Spaß und gehe ich mit Freunden essen, bittet er mich – ganz Piranha – ihm etwas aufzubewahren.

Ich bin sooo gespannt, wie mein Sohn heranwächst und wie sich seine Persönlichkeit entwickeln wird. Eine Persönlichkeit war er schon als schelmisch grinsender, zahnloser Säugling. Und ich wünsche mir, dass mein Kind immer so selbstbewusst und souverän durchs Leben stolziert. Dass er weiß, dass er absolut ok ist, so wie er ist und innigst geliebt wird.

Ich bin unendlich stolz auf diesen kleinen Menschen und hätte es nicht besser treffen können ❤

Eure Single City Mama

Warum ich im Erklärbärtum eine Niete bin (darum!)

Liebste Lieblingsmamas,

der kleine Piranha hat gerade einen gruseligen Infuenza-Virus auskuriert und frönt derzeit mit beharrlicher Leidenschaft sehr unterhaltsamen Identitätsspielen – und Fragemarathons (Marathonen? Egal…).

Ehrlich – ich habe nicht die geringste Ahnung woher das Kind seine Phantasie nimmt. Meine eigene reicht meist nicht mal mehr aus, um für enge Freunde und Verwandte ein semi-originelles Geburtstagsgeschenk zu besorgen und der Piranha konstruiert ganze, zumeist animalische Biografien – allerdings (noch) ohne die entsprechende Garderobe.

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Der kleine Piranha wäre oft gerne einfach der kleine Hai… (Bild: Horror-Shop.com)

Mal ist er „Eddie“, unser Beagle, der bei Baba-Opa wohnt, mal der kleine Wauwau (nicht zu verwechseln mit dem großen Wauwau – ratet, wem diese Ehre zuteil wird…), mal ein Hai, der nur in kalten Gewässern schwimmt (die kürzlich selbst eingeforderte kalte Dusche von Baba-Opa fand er allerdings weitaus weniger großartig), und mal ist er einfach nur Mama.

„Du bist Ole und ich bin Mama“ erklärt mein kleiner Drei-Käse-Hoch, nur um mich direkt im Anschluss mit tückischen Suggestivfragen zu überrumpeln. „Möchtest Du heut in der großen Heia schlafen, Ole?“ fragt mich das Kind scheinheilig und lacht sich dabei diebisch in seine kleinen Fäustchen.

So gerne ich seine Elaborationen höre – oft stoße ich beim antworten an meine imaginären Grenzen. Denn der kleine Piranha fragt sich alles ganz genau nach und fordert Erklärungen bis ins kleinste Detail. Warum? Wieso? Weshalb? Das läuft meistens so ab.

Piranha: Wohin fahren wir?

Ich: Nach Hause.

Piranha: Warum?

Ich: Weil es spät ist.

Piranha: Warum ist es spät? oder Warum ist das unser Zuhause?

Ich: Darum. Oder: Weil wir dort wohnen.

Piranha: Warum wohnen wir da?

Ihr versteht das Konzept…

Die Fragerei ist toll … und zermürbend … darum, seufze ich oft nach der fünften Schleife resigniert und fühle mich gleichzeitig ein bisschen rabig.

Gibt es etwas pädagogisch wertloseres als eine Mutter, die den Wissensdrang ihres Kindes unterbindet? Vermutlich nicht, also ziehe ich mir Erklärungen aus dem Hintern, über die selbst die Schnullerfee und der Weihnachtsmann nur herzhaft lachen könnten. Haarsträubend und jeglicher Logik trotzend. Den Bluff durchschaut manchmal sogar der kleine Piranha. „Aber Du hast doch gesagt…“ FUCK!

„Elephants never forget“ sagt Tante Hu gerne, wenn sie mich mit irgendeiner Peinlichkeit aus der näheren und ferneren Vergangenheit aufzieht. Piranhas never forget. Und ich bin froh, dass ich mich nie für ein Lehramt entschieden habe.

Warum? Darum! (verdammte Kiste, um es mit den Worten des kleinen Mannes zu sagen)

Eure Single City Mama