„Zug fahren“: Single Mama zwischen den Cities

Als der kleine Piranha 11 Wochen alt war, düsten wir zum ersten Mal gemeinsam nach München. 6 Stunden im ICE – ich war vorher ein bisschen panisch, wie der Piranha – der noch mit den Ausläufern der 3-Monats-Koliken zu kämpfen hatte – und ich das Ganze überstehen würde. Im Nachhinein war es die entspannteste Fahrt meines Lebens. Wir hatten das Kleinkindabteil für uns allein, der Piranha schlummerte 5 von 6 Stunden und zwischendurch stillte ich ihn einfach am Tisch.

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Unsere erste gemeinsame Bahnfahrt… der kleine Piranha (11 Wochen) schlummerte selig… (Bild: Single City Mama)

Unzählige Fahrten kamen seitdem dazu. Ich schaue immer, wann die Bahn gute Specials hat und dann düsen wir – häufig schon für unter 50 Euro – los: Nach München, Frankfurt, Berlin, Salzburg, Greifswald, Borkum, Bielefeld und ins Zillertal sind wir schon gefahren.

Mit zunehmendem Alter wird es zwar etwas anstrengender – der Piranha will sich ständig bewegen und Leute begrüßen. Das Personal, das wir kennenlernen durften, war bisher immer unheimlich kinderfreundlich und kulant. Der kleine Piranha hat unzählige Mini-ICEs und City Night Liner in seiner Spielzeugkiste, und „Zuuug fahren“ ist hoch im Kurs.

Gerade in der Babyzeit saßen wir oft auf nicht genutzten Rollstuhlplätzen, auch mal in der 1. Klasse, damit ich den kleinen Mann im Kinderwagen in den Schlaf schaukeln konnte, und erfuhren Verständnis für Piranha-bedingte Zug-Versäumnisse. Das Tollste: Die vielen lächelnden Gesichter der Mitarbeiter und Mitreisenden. Bis auf zwei genervte Seniorinnen, die sich auf unserer letzten Reise durch den kniffelnden Piranha lärmbelästigt fühlten, haben wir auf knapp 50 gemeinsamen Bahnfahrten nur positive Erfahrungen gemacht, nette Pläuschen gehalten und interessante, herzliche Menschen kennengelernt.

Im Kinderabteil selbst sind immer nette Kontakte entstanden, zum Teil haben wir uns auch später in Hamburg nochmal getroffen. Inzwischen hat der Piranha es sich zum Hobby gemacht, fröhlich „hallo“ schmetternd durch den Zug zulaufen – was zu 99,9% auf gerührt-lächelnde Gesichter trifft und einige Mamas und Großmütter sogar motiviert, Obst und Kekse für den kleinen Mann bereit zu legen. Der Piranha wäre nicht der Piranha, wenn er die Gaben verschmähen würde ;-).

Mittlerweile sind wir auch schon zweimal gemeinsam geflogen, aber für mich ist die Bahn mit Kleinkindern die entspannteste – und günstigste – Art des Reisens.

Entsprechend bin ich neugierig, was die Bahn am Donnerstag bei ihrer ersten Kinder-Pressekonferenz in Berlin vorstellen wird (Stichwort Kinderbetreuung auf ausgewählten Langstrecken). Leider kollidiert die PK mit dem Piranha’schen Geburtstag und der heiß-ersehnten Gartensause. Aber dafür lest Ihr hier in Kürze ein Interview mit Cornelia Gaumann, die Service-Konzepte für Bahnkunden mit Kids entwickelt. Ich bin schon sehr gespannt!

Neugierige Grüße,

Eure Single City Mama

Mama hat Urlaub

Am Wochenende waren meine Schwester (Tante Hu) und ich ins ferne Bayern, genauer gesagt an den beschaulichen Schliersee, gereist, wo unser Cousin Alex seine Carolyn heiratete. Aus logistischen Gründen (insgesamt 14 Stunden Bahnfahrt) beschloss ich, dass der kleine Piranha in seiner gewohnten Umgebung besser aufgehoben sein würde als in der überfüllten Bahn und zum Glück erklärten sich meine Freundin Susann (Mama von Oles Best Buddy Jonathan), mein Vater alias „Baba-Opa“ und meine Freundin Philine, Patentante des Piranhas, bereit, den kleinen Mann zu versorgen.

Also begann Freitag mittag für eine beurlaubte Single City Mama und Tante das Abenteuer Kurzurlaub und es war wirklich ganz, ganz toll.

Disco ball with stars in nightclub with striped pink and black walls lit by spotlight

Party-Time am bayerischen Schliersee 🙂 (Bild: antonmatveev/ Fotolia)

Alex und Carolyn hatten für ihre Hochzeit nicht nur eine urige, boarische Location gemietet, sondern den strahlenden Sonnenschein gleich mit. Unser schnuckeliges Berghotel ließ keine Wünsche offen und am Samstag tanzten wir nach einer herzlichen Trauung und köstlichem Enten-Menu mit sehr netten Leuten durch die Nacht. Im Gegensatz zu den beiden Sommerhochzeiten hatte ich endlich mal Zeit, mich statt ausgiebiger Rennerei wirklich mit meinen Tischnachbarn zu unterhalten und dabei total interessante Menschen kennenzulernen.

Erschöpft aber happy traten wir gestern mittag die Heimreise an und sieben Stunden und eine Sushi Platte später legte ich mich zum Piranha, der Baba-Opa so lange bequatscht hatte, bis er sich die „große Heia“ erkämpft und diese quer eingenommen hatte. Als er heute Morgen um acht die Augen aufmachte, war Mama wieder da und der Piranha zeigte keinerlei Entzugssymptome. Tatsächlich waren seine ersten Worte „Adventskalender aufmachen – Ball essen“.

Ich bin froh, dass alles so prima geklappt hat. Es ist echt eine Erleichterung zu wissen, dass ich nicht vollkommen unentbehrlich bin und hab das Wochenende – und vor allem das Tanzen – wirklich genossen.

Das war sie also, die letzte Hochzeit für dieses Jahr…

… und jetzt kommt Weihnachten!

Euch allen einpaar möglichst stressfreie Tage wünscht Euch

Eure Single City Mama