Die Meldepflicht der Dino-Knochen

Lieblingsleser,

die Woche begann ganz zauberhaft mit einem lautstark wütenden Kind (ich will nicht in die Kitaaaaaa! Rooarrrrrh!!) und Keto-Kokosbrei… nom nom nom.

Meine Ernährungsumstellung läuft richtig gut. Ich habe die berühmte Keto-Grippe, die einsetzt, wenn der Körper realisiert, dass er so gar keinen Zucker mehr bekommt, fast überwunden. Manchmal bin ich noch etwas am Schwächeln, aber das scheint den erfahrenen Ketonesen (?), die sich in FB-Gruppen tummeln, und Dr. goog. Medizinern zufolge völlig normal zu sein. Zumindest maschiere ich, bereits 5 Anfangs-Kg leichter, völlig ohne (Heiß-)hunger, dafür mit triefenden Mayo-Thunfisch-Salaten, gen Flamingo-Body. Choose your allies 😀

Da sind sie, die Speisen, die mich schrumpfen lassen…

Nachdem mein bisheriger Plan täglich (!!) mindestens 200g Steak und ebenso viel Hühnerfleisch vorsah, habe ich mir sicherheitshalber noch einen vegetarischen runtergeladen und switche jetzt zwischen Hanfsamen-Salaten, überbackenen Zuccinis und Avocados, Brokkoli-Cheddar-Frittas und Hühnchen-Gerichten hin- und her. Zum einen geht das sonst nämlich unglaublich ins Geld und zum zweiten hätte ich nach den 9 Wochen nie wieder ein Rumpsteak genießen können.

Der kleine Piranha und Baba-Opa profitieren ebenfalls von meinen neuen Koch“künsten“ (auf einer Skala von 0 – 10 bin ich mittlerweile von einer 2 auf eine 4,5 avanciert, bam!), da es mehrmals in der Woche frisch gekochte Gerichte gibt. Einige davon sind meinem Vater allerdings nach eigener Aussage zu „fancy“, so dass er sie mit SpagTomate aus der Pappschachtel substituiert, der undankbare Kauz… Pffffh!

Gestern erst schielte der kleine Piranha, vor seiner Butterstulle mit Wurst und Käse sitzend, voller Futterneid auf meine Brokkoli-Käse-Fritter. Er bezeichnet mich übrigens regelmäßig als „beste Köchin der Welt“, was angesichts meiner bescheidenen Künste wirklich so rührend ist, dass ich beschließe, mein Kind immer noch eine Galaxie weiter zu lieben (wir messen vor dem Schlafengehen unsere Zuneigung in kosmischen Entfernungen).

Der einzige Nachteil, der auch gleichzeitig ein Vorteil der Keto-nach-Plan-Ernährungsweise ist: Es ist unheimlich zeitaufwendig (kochen und einkaufen). Und geht ins Geld!

Mindestens jeden dritten Tag stiefele ich stundenlang durch Supermärkte und Öko-Märkte auf der Suche nach allerlei kulinarischen Skurrilitäten, von denen ich in mindestens 70 Prozent der Fälle noch nie etwas gehört habe. Vermutlich ist das aber nur die Anfangshürde, denn mittlerweile weiß ich ja, wo Mandelmehl und Hanfsamen stehen 😉

Auch das Kochen der Mahlzeiten ist bei einem vollen Tagesplan etwas aufwendig, und Avocado-Gerichte (mein neues Grundnahrungsmittel) lassen sich so schwer vorbereiten. Aber – und das ist wiederum der Vorteil – ich beschäftige mich intensivst mit jedem Bissen, den ich aufnehme, bin tatsächlich nie hungrig und freu mich auf den Frühling. Ein Teststreifen, der stark an einen Schwangerschaftstest erinnerte, teilte mir auch gestern schon mit, dass mein Körper bereits in der „Ketose“ ist – der heilige Gral der Keto-Ernährung, wenn er de facto anfängt, sich selbst zu verspeisen. Whoop!

Am Freitag kehrt Tante Hu für einen kurzen Stopover aus Thailand zurück, um dann am Montag vorerst letztmalig gen Teneriffa abzuheben.

Ich freu mich schon sehr, wenn meine Schwester wieder im Lande ist. Der kleine Piranha natürlich auch. Zusammen mit seinem Geburts-Buddy Joni hatte er bei einer Sleepover am Wochenende unsere Wohnung auseinander genommen. Als die Nasen dann gegen 23.00 Seite an Seite im Piranha’schen Hochbett selig schlummerten, knipste ich noch schnell ein Foto und dachte „Fein! Ich kann ausschlafen!“.

Pustekuchen! Am Sonntag morgen wurde um 6.30 mein Schlafzimmer gestürmt und man unterhielt sich lautstark über die (rein hypothetische) Meldepflicht von gefundenen Dinoknochen in unserem Garten. Überhaupt tauschten sich die Knirpse über allerhand historisches und paläonthologisches aus, vom Mauerfall über böse Kriegsmenschen bis hin zu besagten Saurierskeletten.

Sehr gerührt war ich, als der kleine Piranha riet, sich bei offenen Fragen vertrauensvoll an Baba-Opa zu wenden – der wisse nämlich unglaublich viel. Enzyclopa!

Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben!

Eure Single City Mama

Operation Flamingo!

Lieblingsleser,

das neue Jahr nimmt Fahrt auf!

Gestern habe ich den kleinen Piranha in einer benachbarten Grundschule angemeldet – ab August ist er ein Schulkind. Wann ist das alles passiert? Ich war doch grad noch schwanger?

Die Alltagsaction hat uns längst wieder eingeholt. Um mich frühjahrsfit zu machen und die Unmengen von Feiertagszucker aus meinem Körper zu schleusen, habe ich vorgestern beschlossen, mich einpaar Wochen lang „Keto“ zu ernähren, also de facto ohne Kohlenhydrate. Für mich eine Premiere. Und ein Junkie auf Entzug! Mir schmerzt schon der Kopf, was Experten (selbsternannte und solche mit oecotrophologischem Hintergrund) als „Keto-Grippe“ bezeichnen. Meh!

Bis zum Sommer hätte ich gern meinen Wohlfühl-Flamingo-Body wieder – das sind etwa 20 Kg, die wegmüssen. ..

Da meine Kochkünste (noch) stark limitiert sind und Zeit ja so oder so eine knappes Gut ist, investierte ich 30 Euro in einen auf meine Maße und meinen Grundumsatz hin personalisierten Mahlzeitenplan – und gestern ging es los.

Ich frühstückte hochmotiviert eine erhitzte Kokospampe, bei deren Zubereitung ich die Hauptzutat „Cream of Coconut“ direkt mit einem üppigen Kokos-Mandel-Aufstrich aus dem Reformhaus verwechselt hatte. Shit happens! Vormittags snackte ich eine Hand voll Haselnüsse und mittags und abends gab es Fleisch mit Gemüse und Avocado.

Insgesamt recht fürstliche Mahlzeiten und ich bin unsicher, ob mein Körper nicht eher jubiliert, als sich von Pölsterchen zu trennen – ich werde berichten. Der Plan ist sehr optimistisch. Und eigentlich habe ich auch überhaupt keine Zeit für die ganzen Kochsoirées, aber von nichts kommt bzw. geht ja nichts. Hach.

Keto’s Paradise…

Der kleine Piranha speist natürlich weiterhin „normal“ und kunterbunt – und kann nur nebenbei an Geschnetzeltem oder Avocado partizipieren.

Die Abende versuche ich derzeit ein bisschen zu entschleunigen und habe dazu eine unfassbar stumpfe neue Netflix-Serie entdeckt. Nachdem ich die zweite Staffel von „You“ (genial-creepy) ratzfatz rezipiert hatte, versuchte ich es mit „Plan Couer“, einer französischen Telenovela, die wirklich unterirdisch ist und dem intellektuellen Niveau meiner Kokospampe sehr nahe kommt – aber von der Sorte, dass man trotzdem weiterguckt, um zu wissen, ob Elsa mit dem für sie von ihren Freundinnen gekauften Callboy ihr Glück findet. „Krieg und Frieden“ lag derweil auf unserem Wohnzimmertisch… just sayin‘ 😉

Unsere News in der berühmten „Nussschale“.

Ich wünsche Euch was, Ihr Lieben. Rockt den Januar!

Eure Single City Mama

Hard Rock Hallelujah!

Lieblingsleser,

Happy New Year!!!

Ich hoffe, Ihr seid alle gut und möglichst entspannt ins neue Jahrzehnt gerutscht. Bei uns war der Jahreswechsel tatsächlich gechillter denn je. So langsam kann ich meine Oma verstehen, die sich an Silvester nach „Ein Fall für Zwei“ sorgenfrei ins neue Jahr schlummerte.

Aber ehrlich gesagt haben mich auch in meinen Pre-Piranha-Jahren Silvesterparties in den allermeisten Fällen gestresst. Ich glaube, drei mal war ich auf großen öffentlichen Parties, auf denen man trotz teuer erstandener Bar-Flatrate letztere nicht mal zu Gesicht bekam. Meh. Gesellige Abende mit Freunden und Familie sind mir da weitaus lieber. Vielleicht ist es auch das Alter – heut in vier Wochen werde ich 36!

Nachmittags hatte ich den kleinen Piranha noch mit seinem Roller ins 2 Km entfernte Kino geschleppt, in der Hoffnung, dass er so etwas ausgelastet ist. Wir sahen „Latte Igel“ – einen dänischen Kinderfilm, der tatsächlich sehr putzig war.

Abends feierten wir Tante Hus letzten Tag vor ihrem Aufbruch gen Thailand mit einem köstlichen Fondue im engsten Familienkreis, ich schlief gegen 23.30 auf dem Sofa ein, um mich dann um Mitternacht dem kleinen Piranha zuliebe nochmal kurz vor die Tür zu schälen und einpaar Wunderkerzen abzufackeln, während das Kind die böllernden Nachbarn anspornte „NOCH EINER!“. That`s it.

Der Piranha freute sich sehr über das Feuerwerk, Eddie vergrub seine Schnauze in der Bettdecke und am Neujahrsmorgen schwor ich mir nach dem Genuss mehrerer „Berliner“ (Krapfen? Die regionale Bezeichnung variiert. Jedenfalls diese sehr gesunden, mit lebenswichtigen Sacchariden überzogenen Weizenprodukte mit vitaminreicher Fruchtfüllung), nie wieder etwas zu essen.

Und jetzt… 2020! Fühlt sich gar nicht so anders an! Dabei wird es richtig aufregend – der kleine Piranha kommt nämlich im August in die Schule.

Gestern hatte ich in einem Anflug von Neujahrs-Produktivität schon sieben Millionen Waschmaschinen gewaschen, das Treppenhaus gesaugt, Neujahrswünsche beantwortet und den Tannenbaum abgetakelt. Und Tante Hu zum Flughafen gebracht. Meine Schwester ist mittlerweile wohlbehalten in Bangkok gelandet.

Meine Vorsätze? Ach, eigentlich die üblichen Verdächtigen…

  1. Weniger vom Alltagsstress absorbieren lassen und schöne Momente bewusster genießen…
  2. Insgesamt bewusster genießen…
  3. Öfter mal die Komfortzone verlassen…
  4. Weniger grübeln (Schöne Regel, die ich mal irgendwo gelesen hab „Wenn es in 5 Jahren nicht mehr relevant ist, sollte man keine 5 Minuten mit der Lösung verschwenden“)
  5. Wieder viel von der Welt sehen – der großen, weiten, und der kleinen um uns herum
  6. Etwas weniger Chaos
  7. Etwas mehr Impulskontrolle
  8. Etwas mehr Kontinuität beim Sport (harhar)

Meine Wünsche?

Ha, das ist einfach! Gesundheit! Alles andere ist tatsächlich relativ. Fehler und Misserfolge, jede Trotzphase und jeder Liebeskummer ist überwindbar – aber Gesundheit schätzen wir meist erst viel zu spät.

Und was das letzte Jahrzehnt gelehrt hat – das Allermeiste können wir sowieso nicht planen. Das ist wahrscheinlich auch ganz gut so.

Meine Lieben, ich wünsche Euch allen ein wunderschönes neues Jahr mit vielen schönen Momenten, gesunden und überwiegend glücklichen Piranhas, starken Nerven und dem Mut, für Euer Glück zu kämpfen.

Lasst Euch nicht von Dingen stressen, die es nicht wert sind und konzentriert Euch auf Euch und Eure Kinder, Eure Bedürfnisse und Träume!

Bleibt genauso, wie Ihr seid!

Eure Single City Mama

(Bild: Pixabay)

Chillige Nacht, heiliger Schmaus!

Lieblingsleser,

nach dem Fest ist vor dem Fest!

Wir haben die Feiertage gut überstanden. Kugelrund und wirklich seeehr entspannt (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so oft ausgeschlafen habe!). Der Weihnachtsmann war fleißig, der Piranha etwas dankbarer, als es die letzten Jahre der Fall war – und es gab tatsächlich kaum nennenswerte Streitereien. Vielleicht auch, weil wir alle tierisch erkältet waren und gar keine Energie für Diskrepanzen hatten. Weltreise-Retournée Tante Hu und ich haben viel gechillt und uns auf den neuesten Stand gebracht.

Entspannt und muckelig – unser Weihnachten im Mini-Kreis. Gestern ausnahmsweise mit Freunden.

Ich genieße es sehr, meine weise „kleine“ Schwester wieder um mich zu haben. Zum Einen, weil wir uns wieder über alles mögliche kaputt lachen können, und zum anderen, weil wir gerade einigen Stress mit unserem Elternhaus haben und Tante Hu verhandlungstechnisch ein Ass ist. Morgen Abend gehen wir zu zweit schick essen, um unsere Wiedervereinigung zu zelebrieren. Am Neujahrstag bricht meine Schwester dann auf gen Thailand, den vorletzten Stop ihrer Weltreise.

Der kleine Piranha bemalt fröhlich selbst-gegossene Gipsdinos…

Der kleine Piranha wurde zum Fest reich beschenkt. Neben diversen Büchern lagen ein batteriebetriebener Hund mit Leine unter dem Baum, ein Gips-Dino-Set, ein Kampfkreisel, ein schlauer Stift nebst Literatur, ein Dosenwerf-Set und Spiderman-Bettwäsche. Auch von den Paten und seinem Vater gab bzw. gibt es noch Geschenke, so dass der Piranha wirklich nicht klagen kann.

Zu Weihnachten bekam ich von meiner Schwester eine neue Sonnenbrille (von mir gab es Tickets für „Pretty Woman“). Eine fiese Mittelmeer-Welle hatte mir während unseres Ibiza-Urlaubs im September meine heißgeliebte Ray-Ban Jackie O II vom Kopf gespült. Weder die Tatsache, dass ich etwa 30 min hilflos dreinblickend vor dem Meer stand, noch meine unter den umliegenden Engländern verteilten Visitenkarten (der Bademeister vermutete glaube ich ein sehr offensives Flirt-Manöver) konnten Jackie retten – sie blieb gemeinsam mit meinem Bolero und einem Cappi in den Fluten verschollen. Jetzt konnte ich meinen Grashüpfer-Style zurück erobern und bin für den nächsten Sommerurlaub gerüstet.

Apropos Urlaub: Ich teilte meine Pilgerpläne mit meiner Schwester. Da sie mich vermutlich besser kennt, als jeder andere, beschlossen wir erstmal ein Wochenende im Harz vorzuwandern, um mein Camino-Unterfangen einer Realitätsprüfung zu unterziehen.

Heute sprachen wir über Neujahrsvorsätze. Oft ist es im Alltagsgewusel gar nicht so einfach, gut zu sich zu sein. Also beschlossen wir, genau das zu versuchen: Auszeiten nehmen, öfter mal unsere superbequeme Comfort Zone zu verlassen (das habe ich Anfang des Monats ja schon mal geübt) und uns selbst viel mehr wertzuschätzen.

Auch ein glühender Vino kann Wertschätzung sein 😉

Der Piranha schätzt gerade das Rabatzz wert – ein wuseliger Indoor-Spielplatz, den ich nur mit sehr viel Kaffee, meinem Laptop und diversen Klatschzeitschriften überstehe. Am Nachbartisch habe ich gerade eine alte Klassenkameradin gesichtet, mit der ich mir schon zu Schulzeiten nichts zu sagen hatte. Und da mir grad so gar nicht nach Small Talk ist, flüchte ich mich einfach mal in die Anonymität der 17 Jahre „out of sight“.

Läuft bei uns 🙂

Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben. Macht das Beste aus den „Geistertagen“ zwischen den Jahren.

Eure Single City Mama

Komplimente, Chaos und Camino

Hohoho meine Lieben,

heute ist ein aufregender Tag! Tante Hu ist back in town – ich hab sie noch gar nicht gesehen, weil ich bin den ganzen Morgen unterwegs war.

Getreu meines höchstchaotischen Grundnaturells hatte ich nämlich bis zum letzten Tag gewartet, um die logopädische Verordnung für den Piranha beim Kinderarzt rauszuholen. Das lag unter anderem daran, dass die Versichertenkarte weg war, aber ich verkürze mal an dieser Stelle, da sich bei strukturierten Menschen spätestens jetzt nur noch Kopfschütteln breitmacht… Bei allen, die mich persönlich kennen, gesellt sich ein „Typisch Wiebke“ dazu.

Wenn ich ein Gegenstand wäre… Bild: Pixabay

Also, eigentlich wollte ich nur schnell das Rezept abholen und dann ins Büro düsen. Schnell ist allerdings an dieser Stelle durchaus relativ zu betrachten, da die Praxis auf dem riesengroßen Gelände des Hamburger Uniklinikums liegt.

In der Praxis warteten schon so viele kleine pustelige Fieberwürmchen, dass ich die Zeit, während die Verordnung ausgestellt wurde, sinnvoll für ein bisschen Last-Minute-Shopping in der Ladenstraße des UKE nutzte.

Ha: Manchmal (eher selten) kommt mir meine Chaos-DNA sogar ein bisschen gelegen. Dadurch, dass ich sämtlichen Süßkram und Baum-Kerzen auf den letzten Drücker kaufte, war nämlich alles bereits um 50% reduziert. Whoop! Als ich mit einer Containerladung Zucker an der Kasse stand und hinter mir ein älterer Herr mit einer einsamen Zahnpasta-Tube wartete, ließ ich ihn natürlich vor und wir kamen kurz ins Plaudern.

Letztendlich musste er sich doch wieder anstellen, da die Kassiererin schon begonnen hatte, meine Einkäufe abzuziehen. Als der Herr dann schon bezahlt hatte und ich noch die Weihnachtskulinarik verstaute, machte er auf dem Absatz kehrt und schaute mich freundlich an. „Eins hätte ich fasst vergessen“ begann er, und ich dachte, jetzt kommts: Essen Sie nicht soviel Schokolade, Ihr Hintern ist üppig genug. „Bleiben Sie genau so, wie Sie sind“. Ich war total gerührt!

Unser einziger Back-Tag dieses Jahr… Ihr seht, warum 😉

Der kleine Piranha ist sehr aufgeregt ob des morgigen Tages. Ein wenig wittert er den Braten und fragte schon misstrauisch, was denn wäre (rein hypothetisch) wenn ich die Geschenke einfach kaufen würde und es gar keinen Weihni gäbe. Huch? Ehrlich gesagt bin ich gar nicht mehr sicher, wie lange ich damals diesen Plot geschluckt habe, aber dieses Jahr kommt er auf jeden Fall noch, der Herr mit Rauschebart. Zufällig, wenn wir gerade mit Eddie gehen. Mensch. Sowas. 😉

Leider würde dann nämlich auch mein Druckmittel wegfallen. Pädagogisch katastrophal war nämlich mein einziger Rescue (neben Peppa Wutz) gestern Abend das vermeintliche Telefont mit Santa.

Der Piranha und ich waren nach dem Weihnachtsmärchen (Die Olchis) abends spontan beim Griechen eingekehrt und da das Kind bereits Popcorn und ähnlich gesunde Snack intus hatte, war er voll in Fahrt (Olchi-inspirierte Geschichten von Pupskacka, während unsere Tischnachbarn mittelschwer pikiert in ihrem Gyros stocherten und mich und mein verzogenes, ordinäres Blach verfluchten).

Rechts neben uns saß ein alter Kita-Buddy aus unserer alten ****-Kita (Ihr erinnert Euch vielleicht, mein erster und zum Glück bisher einziger Auftritt vor dem Amtsgericht im Mai) mit seiner Familie, die ich zunächst gar nicht erkannte. Nach 30 Minuten fiel bei mir der Groschen.

Ich kippte mir den Uozo, während der Piranha den kleinen Jungen am Nebentisch vollschallerte. So exzessiv, dass dessen älterer Bruder schon die Befürchtung äußerte, die Verrücktheit meines Kindes könnte ansteckend sein. Als nichts mehr half, erfragte ich die WLAN Daten, zerschepperte noch mein bis dato heiles iPhone (ein Hoch auf die All Inclu-Versicherung für Profi-Chaoten wie mich) und übergab die Erziehung des Kindes an die grunzende Schweine-Familie Wutz, während ich meinen Gyros aß. Choose your battles wisely!

Heute Abend gibt es nochmal eine Runde muckeligen Weihnachtsmarkt mit Freunden und eine feucht-fröhliche Sushi-Reunion mit meiner Lieblingsschwester. Ich möchte alles über die Weltreise hören.

Apropos: Seit ich vor einigen Tagen beim Vino mit Tante Hus Zwischenmieterin Johanna zusammensaß, die im September den Camino (Jakobsweg) gewandert ist, lässt mich die Idee nicht los. Ich hatte das 2012 schon mal vorgehabt, aber irgendwie immer wieder vertagt (200km + Wanderungen sind jetzt nicht unbedingt etwas, das man mit mir in Verbindung bringen würde). Aber die Idee… und die Landschaft… die Erlebnisse… Eine Bekannte von mir hat sogar ihren späteren Ehemann beim Pilgern kennengelernt. Und alle (beide), die gepilgert sind und die ich persönlich kenne, sind so begeistert!

Nach einer Flasche Weißburgunder, war ich bereit, in die Wanderstiefel zu schlüpfen ❤

Ich habe Blut geleckt und werde die Idee mal weiter spinnen. Zur Einstimmung hab ich gestern Abend auf Prime schon mal „Dein Weg“ mit Martin Sheen (toller Schauspieler btw, der Vater von Bad Ass Charlie) angesehen.

Vielleicht wird der Camino Portugues mein Reiseabenteuer 2020. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Jetzt kommt erstmal der Weihni mit seinen Gaben – und hoffentlich wenig Stress im Gepäck.

Habt einpaar schöne Feiertage, Ihr Lieben!

Eure Single City Mama

Tranquility & Tännchen-Time

Lieblingsleser,

in diesen Tagen beneide ich den kleinen Piranha sehr. Der Wunschzettel ist geschrieben, das Karussell wird sehr fleißig befahren (manchmal höre ich meine Bankberaterin ganz leise weinen) und der kleine Mann ist voll im Santa Spirit. Besinnlicher Giermodus an! Was ich von mir irgendwie nicht behaupten kann. Nach turbulenten Wochen und einer Riesenladung Freizeitstress versuche ich gerade mein inneres Gleichgewicht wiederherzustellen. Spoiler: Soviel Glühwein kann ich grad gar nicht trinken!

Ein schiefer Baum und zero Besinnlichkeit. Ich muss den Piranha fragen, wie er das macht mit dem Xmas-Spirit!

Achtsam sein, Auszeiten nehmen… würde ich ja so gern, wenn der Tag mehr Stunden hätte. Aber irgendwas ist wirklich immer. Wirklich! Im Job habe ich meine Stunden gerade auf eine Vier-Tage-Woche verteilt, weil der Piranha Freitags zur Logopädie muss.

Das heißt ein „freier“ Freitag (woohoo!!), aber die restlichen Tage sind entsprechend lang. Plus der dazugehörigen Logistik, ist das gar nicht so einfach, geschweige denn irgendwie entspannt. Vielleicht ist das aber auch eine total doofe Ausrede und ich müsste einfach besser Prioritäten setzen. Oder überhaupt priorisieren. Wieso fällt mir das eigentlich so schwer? Vielleicht wird Freitag ab jetzt mein Tag!

Die letzten zwei Wochen war ich gefühlt nur unterwegs. In Schottland, in Süddeutschland, insgesamt 5 Stunden im Flieger und 15 Stunden in der Bahn in 10 Tagen. Und wenn ich nicht Out-of-Town war, dann war ich die letzten Tage abends, nach dem Zubettgehen des Piranhas, on Tour. Vino mit Freunden, das monatliche Pubquiz in der Schanze, Weihnachtsmarkt, Klamotten von Galeria, die ich unbedingt bis heut abend noch umtauschen muss, um die Frist zu wahren… Mein Körper signalisiert mir spätestens seit dem Mammut-Trip durch Deutschland am WE, dass ich doch bitte einen Gang runterschalten sollte. Ich bin unglaublich müde.

Aber: Ein Teil von mir flüstert, dass ich das doch alles gerne tun möchte und nichts canceln mag. Mein erster Impuls, als das diffuse Stressgefühl in mir aufkam, ich schlechter schlief und mich irgendwie bäh fühlte, war, dass ich mir unbedingt etwas Pflanzliches zur Beruhigung holen sollte. Betäubung ist viel einfacher als Änderung… sagte der Lemming und hüpfte fröhlich über die Klippe. Ich bin hochoffiziell ein High-functioning-Stress-Verdränger!

Die Crux: Stress und Gefühle wegdrücken funktioniert nur bedingt gut und hatte mich ja schon vor 3 Jahren straight in die Panikattacken befördert und Gewichtsschwankungen begünstigt.

Also ist der zweite Gedanke, vielleicht einfach mal wieder etwas auf die Bremse zu treten, einen Abend entspannt nur mit mir selbst zu netflixen und auszuspannen, bestimmt erfolgsversprechender. Ich kann ja nicht schon wieder urlauben. Obwohl… 😉 Zumindest ist das der Masterplan für heute! Ehrlicherweise allerdings nur, weil meine Freundin Sybille unser Date abgesagt hat, um sich zu schonen… Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Mittlerweile stehen auch die Bäumchen – einer im Treppenhaus und einer bei uns im Wohnzimmer – und ich freu mich schon ganz doll auf die Rückkehr meiner Schwester am Montag. Das ist eigentlich schon Weihnachtsgeschenk genug und wir haben gemeinsam beschlossen, schon mal eine Kiste Vino einzukühlen. Weltreise-Bericht und Status Update ❤

Der Weihnachtsmann hat zum Glück den Online-Versand für sich entdeckt und hat bereits „delivered“. Verpacken werde ich vermutlich beim Vino.

Heiligabend gibt es bei uns immer ein köstliches Seafood-Dinner, den obligatorischen Anspannungsstress und zwischen Tagen freue ich mich, Zeit mit meiner Sis zu verbringen – Neujahr verlässt sie mich nämlich schon wieder für den letzten Part ihres Sabbaticals, Thailand.

Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben.

Eure Single Santa Mama

Angst erkannt, Angst gebannt!

Lieblingsmamas,

im Intro schreibe ich ja, das der Blog auch ein Ratgeber sein soll – allerdings habe ich oft gar nicht soviel Rat zu verteilen 😉

Dafür springe ich mal meinen Schatten und gewähre Euch einpaar sehr persönliche Einblicke – und das Wichtigste: Was ich daraus gelernt habe.

Na gut: Das Fazit vor weg. Man kann über Gefühle reden. Sogar Männer (also einige) können das richtig gut – und manchmal ist es selbst die Antwort, die das Ego gar nicht hören will, eine, die einen unglaublich befreit. Ich habe meinen allerersten Korb bekommen. Nicht, weil ich so eine unwiderstehliche Femme Fatale bin. Sondern weil ich mich das erste Mal weit genug aus meiner Comfort Zone gelehnt habe, um ihn entgegen zu nehmen.

Ein Korb muss gar nicht immer schlecht sein… (Bild: Pixabay)

Aber von Vorne. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren habe ich jemanden kennengelernt. Ganz klassisch und retro bei einer Hochzeitsfeier.

Irgendwie passiert es mir relativ selten, dass ich jemanden treffe, der mir auf Anhieb gefällt, aber der besagte Mann (an dem Abend mein Tischnachbar) und ich waren uns sofort sympathisch und ich fand ihn gut und fand, dass er eine tolle Stimme hatte. Wir hatten einen superschönen, durchtanzten Abend. Und obwohl die Umstände absolut dagegen sprachen und ich irgendwie „vergaß“ zu erwähnen, dass ich Mama bin (Shame on me, aber es war ja „nur“ ein Flirt mit einem Fremden) ging mir der Kerl nicht aus dem Kopf. Ich war total begeistert.

Wir tauschten Kontaktdaten und mailten einpaar mal, aber relativ schnell war erstmal Funkstille. Nagut, dachte ich, bzw. nicht gut, aber Shit happens. Hatte ich mich halt verschätzt. Ich löschte den FB Kontakt und dachte nicht mehr oft daran, bis er mir einige Wochen später schrieb, dass er beruflich auf dem Weg nach Hamburg sei.

Um es kurz zu fassen: Wir trafen uns in großen Abständen immer mal wieder zum Kaffee oder Essen. Manchmal fragte er mich aus dem Nichts heraus so kurzfristig und indirekt, dass ich es ziemlich frech fand und schon aus Prinzip absagte. Aber: wenn wir uns sahen, war es immer nett, wir hatten uns viel zu erzählen, und ich fand ihn attraktiv und interessant. Selbst mein Bauchgefühl war total gespalten.

War da was? War da nichts? War das Schüchternheit? War das Platonik? Ich konnte es überhaupt nicht einordnen. Aber musste man da überhaupt ein Schild dranmachen? Ich googelte. Ernsthaft, das ist mir ehrlich peinlich, aber ich googelte. „Woran erkenne ich, dass mich jemand mehr als mag?“ PS: Das wäre vermutlich die Antwort gewesen…

Ich weiß nicht warum, aber ich dachte immer mal wieder an ihn. Er versuchte nie, mich zu küssen oder irgendwie anders die Initiative zu ergreifen, und ich hätte mich das auch niemals getraut. Also tat ich das, was man bzw. frau gerne tut: Ich ließ es einfach laufen. Was hat man bei einem Kaffee schon zu verlieren?

Trotzdem merkte ich, dass es mich in Phasen immer wieder intensiver beschäftigte. Ich datete auch andere Männer, aber der besagte Tänzer ging mir nicht aus dem Kopf. Vielleicht, weil es mir selten passiert, dass die Chemie so schnell stimmt? Oder vielleicht idealisierte ich das Kennenlernen? Ich kannte ihn ja eigentlich kaum und hatte keine Ahnung wie er so tickte. Bloß, dass ich ihn anziehend fand und interessant. Biochemie at its finest!

Nach einem – in meinen Augen – total schönem Date, etwa ein Dreiviertel Jahr später, hörte ich erstmal gar nichts mehr von ihm… Ich wurde anscheinend „geghostet“! Nunja, auch das soll passieren. Schade, aber nicht unüberwindbar. Und wieder versuchte ich es abzuhaken, wünschte ihm noch einmal vermeintlich erwachsen alles Gute und lebte mein Leben ohne den Kontakt weiter.

Aber wie das mit ungeklärten Dingen oft so ist, ging er mir immer noch nicht ganz aus dem Kopf. Es gab ja keinen Abschluss. Über ein Jahr später hatten wir wieder Kontakt, die Initiative ging mal von ihm und mal von mir aus. Es hätte alles oder es hätte nichts bedeuten können. Und mir fehlten einfach die Vergleichswerte, weil ich solche Situationen sonst immer sehr gerne vermeide. Normalerweise (gerade, wenn man in der gleichen Stadt wohnt) und sich kurz hintereinander einpaar mal trifft, merkt man ja ganz fix, ob da „mehr“ ist. Ach, es war kompliziert.

Wieder war es nett, aber es begann auch, sich komisch anzufühlen. Irgendwie schief. Ich merkte, dass ich unbewusst und ganz egoistisch Erwartungen entwickelte (Jetzt mach doch mal was! Küss mich einfach, damit wir merken, ob da was ist! Oder sag, dass Du eine Freundin hast oder jemand anderen toll findest! Irgendwas, was das Ganze hier mal entwirrt… dachte ich… und versteckte mich total bequem hinter diesem Gedanken. Lass den Mann mal machen 😉

Selbst zu fragen bzw. mich zu positionieren, wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Oh Gott, wie peinlich, sich nach all der Zeit einen Korb einzufangen bzw. mir eingestehen zu müssen, dass nicht jeder besondere Abend in längerfristiger Romantik endet bzw. Gefühle auch mal nicht erwidert werden. Schlimmstenfalls würde das ja so aussehen, als ob ich es richtig nötig hätte, einem One-Night-Flirt hinterherzujagen. Och neee, dann lieber schweigen und vage halten.

Ich hab auch schon einige Male einem Mann sagen müssen, dass ich ihn leider nicht SO mag, wie er mich, und es war gar nicht so schlimm. Manchmal ganz schnell, manchmal nach einigen Monaten Dating. Nicht schön, aber nie schlimm. Aber selbst eine Abfuhr zu kassieren? Oh nein! Hab ich was Doofes gesagt? Fand er mich nicht mehr attraktiv? Nicht charmant genug? Hab ich mir das Alles vielleicht nur eingebildet? Völlig verkopfte Überforderung. Und vor allem: ANGST!!!

Dieses WE, nach drei Jahren, ergab sich die Gelegenheit, dass ich beruflich bei ihm in der Stadt war. Wir trafen uns und es war nett, aber auch irgendwie krampfig. Ich war verunsicherter denn je, was ich empfinde, konnte an seinem Verhalten auch nicht wirklich Hinweise erkennen, dass er mich mehr als nett findet. Ich wusste aber beim allerbesten Willen auch nicht, wie ich es erfahren sollte. Ganz direkt zu fragen – dafür fühlte sich das plötzlich zu platonisch an. Leier nicht entspannt-platonisch. Oder einen Kuss riskieren und Gefahr zu laufen, zu hören „Du Sorry, aber so mag ich Dich doch nicht“? Nope, sooo mutig bin ich dann wirklich nicht. Allein der Gedanke war widersinnig.

Apropos: Mein erster Gedanke, als ich abends im Hotel war, war, dass ich mich richtig komisch fühlte, obwohl ich ihn als Mensch immer noch gerne mochte und nach wie vor attraktiv fand. Aber ich selbst fühlte mich in seiner Gegenwart nicht mehr authentisch, sondern unsicher und aufgesetzt – und hatte nicht das Gefühl, von meinem Gegenüber begehrt zu werden. Der Funke war irgendwie weg. Gleichzeitig – und das war die Crux – ahnte ich, dass einpaar Monate Abstand mich wieder verunsichern würden. Beim Einschlafen befand ich mich in einem Dilemma. Sollte ich aus falschem Stolz heraus den Kontakt einfach wortlos einschlafen lassen oder die Karten auf den Tisch legen?

Ich tat, was Frauen so gerne tun, und fragte eine gute Freundin. Sie riet mir, es anzusprechen. Der Mann hatte ja eine Bedeutung für mich und ich hatte nicht wirklich etwas zu verlieren – sondern eigentlich nur eine wichtige Lektion zu lernen. Indem ich meine Angst vor was auch immer konfrontierte und mir selbst und ihm eingestand, dass er mir etwas bedeutete, machte ich mich zwar verletzlich, aber bekam auch die Chance auf die längst überfällige Klärung. Nüchtern betrachtet kennen wir uns kaum und wohnen so weit weg von einander, so dass wir uns nie wiedersehen würden. Das Schlimmste, was passieren konnte, war also ein Korb und das war immer noch besser, als ewiges Kopfzerbrechen.

Also nahm ich all meinen Mut zusammen (es war für mich eine absolute Premiere! Ich habe so etwas noch nie, niemals getan! Entweder es hat sich ergeben, oder ich habe es gelassen!) und die Karten auf den Tisch gelegt. Ich schrieb ihm, dass ich ihn gern mag – mehr als platonisch- und dass wir ja beim nächsten mal persönlich darüber sprechen könnten. Ehrlich gesagt erwartete ich nicht, jemals wieder etwas von ihm zu hören. Aber ich hatte mir von der Seele gesprochen, was ich zu sagen hatte. Und konnte damit abschließen.

Das Gefühl, dass er ehrlich interessiert war, hatte ich schließlich nicht mehr gehabt, und die meisten Männer, die ich kenne, hätten bei einer direkten Nachfrage vermutlich die Flucht ergriffen. Auf’s Ghosting war ich vorbereitet.

Umso überraschter war ich, als ich heute eine Antwort bekam, die mich echt beeindruckte. Er hatte sich Mühe gegeben und mir ganz offen für meine Ehrlichkeit gedankt. Gleichzeitig sagte er, dass er gemerkt habe, dass er die Gefühle nicht erwidert. Total straight, ohne Floskeln.

Ich las die Nachricht im Zug und versuchte kurz zu spüren, wie es mir ging. Irgendwie gut. Überwiegend war ich meinem Date nämlich total dankbar für die menschliche Größe dieser Antwort – und – noch viel wichtiger, ich war so glücklich, zum allerersten Mal etwas riskiert zu haben, eine unglaublich tiefsitzende Angst überwunden und damit einen Abschluss bekommen zu haben. Beim nächsten Flirt wird das einfacher und ich warte nicht mehr so lang, bevor ich das Gespräch suche. Muss ja nicht immer der Holzhammer sein.

Hätte ich vielleicht einfach schon vor 2 1/2 Jahren den Mund aufmachen – und es da schon abhaken sollen? Vielleicht. Aber vielleicht hätte ich mich auch um diese wichtige Erfahrung gebracht. Viel wichtiger als der Korb war für mich die Erkenntnis, dass es überhaupt keine schlimme, sondern eine total respektvolle und wichtige Erfahrung war. Er schrieb mir von sich aus total nett und ehrlich, dass es ihm umgekehrt schon genauso ging mit Frauen, die er gut fand, und wir beide merkten, dass man einfach viel offener sprechen sollte. Und verabschiedeten uns nett.

Ihr Lieben, das ist mein Fazit für ein superspannendes, turbulentes 2019. Und mein Rat: Wenn Euch etwas oder jemand bewegt, sprecht es aus!!! Ich bin gespannt, was das Neue Jahr bringt, Auf jeden Fall werde ich ihm mutiger und bewusster begegnen.

Liebste Grüße,

Eure Single City Mama (die sich über einen Korb von einem Mann, den ich wirklich gut fand, freut. Was stimmt mit mir nicht??? Darüber grübele ich später nach 😉

Kita-Amor und Orgelmusik

Lieblingsmamas,

nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub… oder wie sagt man so schön?

Der Alltag hat mich zumindest mit Lichtgeschwindigkeit wieder absorbiert. Gefühlt hetzen wir täglich von einem Schwimmkurs (2x die Woche), zum Turnen, zum Lichterfest zum… ach, Ihr kennt das! Es ist schön, aber auch ganz schön zehrend – und auf die ewigen Pendeleien, die eine Großstadt wie Hamburg so mit sich bringt, könnte ich gut und gerne verzichten.

Leider ist nach starken Regenfällen auch die Batterie unseres Autos „Lothar“ verreckt, so dass ich aktuell den Flitzer von Tante Hu spazieren führe. Und mir täglich vornehme, den ADAC zu konsultieren und Lothar in die Werkstatt zu navigieren. Ahh… if I had world enough and time (Andrew Marvell).

Der kleine Piranha hat in den vergangenen Wochen noch mal einen großen Entwicklungsschub gemacht und ist mittlerweile eine kleine, reflektierte Persönlichkeit. Er hat ganz viele gute Ideen (und noch mehr komplizierte Fragen) und interessiert sich nach wie vor für alles, was irgendwie mit Biologie, Physik oder Mathe zu tun hat – ganz und gar nichts, was irgendwie mit meinem DNA-Strang in Verbindung zu bringen ist.

Ein Trauma bleibt meine mündliche Abiturprüfung in Physik, als ich mit einem riesengroßen Geodreieck vor der Tafel stand und einfach mal von nichts ne Ahnung hatte, weder von Einstein und seiner Theorie, noch von Strahlen, die irgendwie, irgendwo einfallen… De fuck?

NC-Fächer blieben mir dann zwar verwehrt, aber da meine Begabungen eh im sprach- und literaturwissenschaftlichen Bereich liegen, hat’s ja dann doch noch geklappt 😉 Mein Uni-Zeugnis hat übrigens der Dekan des Instituts für Orgelmusik unterschrieben.

Bild: Pixabay

Was besonders niedlich ist, ist dass der kleine Piranha und seine Kumpels so langsam die Liebe entdecken. Zwar ist der Piranha noch hochoffiziell in mich verliebt (hach <3), eröffnete mir aber auch kürzlich im Indoor Spielpark, dass er bei den Autoscootern „jemanden kennengelernt“ habe. Der Tonfall verriet, dass der Piranha durchaus sehr interessiert war. Das kleine Mädchen und er hatten gemeinsam Bälle eingesammelt und sich damit ein Slush-Eis an der Kiosk-Kasse gesichert. Nummern wurden nicht getauscht.

Auch im Freundeskreis des kleinen Piranhas hat Amor bereits Pfeile verschossen. Während ein Freund sich erklärtermaßen in ein zauberhaftes kleines Mädchen aus dem vorherigen Schwimmkurs verliebt hatte, ist Piranha-Freund Talis sogar schon mit einer Kita-Freundin hochoffiziell in den Hafen der Ehe eingelaufen. Derzeit schauen die Eheleute nach Ringen – sealing the deal, meine Lieben.

Als „Geschiedene“ (mit etwa 5 Jahren hatte ich in Omas Garten in einer feierlichen Zeremonie meinen 2-Jahre älteren Cousin Alex geehelicht. Mittlerweile ist er verheiratet und Papa von zwei Kindern, der Schuft!)) habe ich natürlich vollstes Verständnis.

Heute Nachmittag wird bei uns in der Kita noch das Lichterfest zelebriert, aber da der kleine Piranha vorher noch seinen Seepferdchenkurs am anderen Ende der Stadt hat, werde ich (mal wieder) den halben Nachmittag auf der Straße verbringen. Der Abend-Vino ist bereits eingekühlt.

Ich wünsch Euch was, Ihr Lieben!

Eure Single City Mama

Der Mama-Laden (und Herren zum Nahekommen)

Hallo meine Lieben,

so richtig Ruhe kehrt bei uns zurzeit nicht ein. Der kleine Piranha durchläuft gerade eine (vermutlich altersbedingte) Trotzphase und testet seine und meine Grenzen täglich sehr intensiv. Die Konsequenz, wenn es nicht nach seiner Stupsnase geht, ist meistens, dass er mich im Mama-Laden verkaufen oder zu Tante Hu ziehen möchte. Auch eine andere „nette fremde Dame“ möchte er ggf. ansprechen, ob sie seine Mama sein mag.

Am Wochenende ernteten der kleine Piranha und ich im strömenden Regen frische Äpfel im Alten Land. (Bilder: Single City Mama)

Dazu werden regelmäßig Drohgebärden aufgefahren. „Wenn Du mir dies und das nicht kaufst, dann schreie ich jetzt ganz laut/laufe weg/schmeiße dies und das runter“, was zu amüsierten Passanten und einer sehr gereizten Mama führt.

Wirklich Sorgen um unsere Bindung mache ich mir allerdings nicht, da die Verkaufspläne immer wieder mit Liebesschwüren geschmückt sind – so fragt er immer, welcher Planet am weitesten von der Erde entfernt ist, und erklärt dann, dass er mich bis dorthin lieb hat. Balsam für die geschundene Mama-Seele!

Am Wochenende kündigte er wiederholt seinen Auszug an, elaborierte dann aber, dass er zurückkehren würde, sobald er ein Geschwisterchen hätte. Ich erklärte, dass das bestimmt irgendwann der Fall ist, aber zurzeit nicht geplant. „Dann kannst Du doch einfach mal endlich einem Herrn ganz nahe kommen, und noch ein Baby machen,“ erinnerte sich der Piranha an meine Blitzaufklärung vor einigen Monaten, in der ich auf weitere Details ebenso verzichtete wie Geschichten von Konrad dem Klapperstorch.

Oh mann! Überhaupt fragt mich der Piranha liebend gern Löcher in den Bauch. Ein Klassiker ist abends ganz kurz vor dem Einschlafen. „Mama, wo sprechen die Leute Chinesisch?“ „Was würde passieren, wenn ein Böser bei uns einbricht und alle meine Tiere klaut?“ „Wie tief muss man graben, bis man beim Erdkern ankommt“? oder „Wann machen wir eine Weltreise“? sind Fragen, die ihn stark beschäftigen.

Apropos Reise: Nächste Woche steht mein erster längerer Urlaub ohne meinen Piranha an. Tante Hu und ich machen gemeinsam etwas über eine Woche lang Japan unsicher (wobei das ob des gerade abgezogenen Taifuns eine sehr unpassende Wortwahl ist, wie mir gerade auffällt!)

Bright Lights of Tokio, Ninja-Restaurant, eine Geisha-Tour in Kyoto und ein Ryokan mit privatem Onsen am Fuji-Berg – ich bin ganz, ganz doll aufgeregt. Auch mein neuer Pass, auf dem ich ein bisschen aussehe wie ein bekiffter Steppen-Iltis, ist endlich da!

Da ist er – der Iltis. Damit Ihr alle mal herzhaft lachen könnt!

Wenig Lust hab ich auf den langen Flug (11 Stunden +), aber da ich es dieser Tage so selten ins Kino schaffe, kann ich bestimmt einige cineastische Bildungslücken schließen 😀 Außerdem werde ich das Tablet noch mit Law & Order New York bespielen.

Der kleine Piranha hat für die Woche meiner Abwesenheit schon einen prall gefüllten Terminkalender. Neben Baba-Opa und Eddie hütet eine liebe Freundin aus München eine Woche bei uns ein und es stehen Kindergeburtstage, Turnen, Malen, sein nächster Schwimmkurs (leider muss das Seepferdchen noch ein wenig auf den Piranha warten), das Planetarium und das sehr beliebte Halloween an.

Ich werde berichten und wünsche Euch was, Ihr Lieben.

Eure Single City Mama

Das leere Haus und der Schmetterlings-Friedhof

Lieblingsmamas,

es ist vollbracht.

Nach einem großen Kraftaufwand ist unser übergeräumiges Elternhaus entrümpelt und bald, nach der obligatorischen Renovierung, ist es bereit für den Einzug der neuen Mieter – einer jungen Familie mit drei kleinen „Piranhas“. Die letzten Tage hatten es nochmal richtig in sich. Es galt, unsere Zimmer auszusortieren und dabei relativ emotionslos zu entscheiden, was mit muss bzw. darf. Struktur reinbringen. Meine ganz große Stärke. Nicht!

Das leere Haus. (Bilder: Single City Mama privat)

In meinem Jugendzimmer türmte sich Teenie-Kram – von angebrochenen Oilily und Chippie-„Düften“, über Liebesbriefe bis hin zu einem Riesen-Foto von W., meiner ersten ganz, ganz großen und ebenso einseitigen Liebe. Obwohl – auch den Skilehrer H. habe ich sehr geliebt in seinem feuerroten Skianzug. Damals, mit 12. Nunja. Und meine Klassenkameraden C. und R., die aber alle Mädels ziemlich gut fanden.

Nagut. W., also der vierte Mann in meinem Leben, trat durch einen Sportverein in mein Herz (er war der Trainer, damals 22, und zum Glück, ebenso wie H. (damals 31) nicht so pervers, meine brennenden Gefühle zu erwidern!). Meine Hormone tanzten Samba.

Sidenote: Warum kann man eigentlich mit 14 wildfremde Männer sooo sehr und leidenschaftlich „lieben“ und 20 Jahre später gleicht der Bauch einem Schmetterlings-Friedhof, man ist vorsichtig und überängstlich bezüglich jedweger Gefühlsregung/Risikos? Nennen wir es „bindungs-skeptisch“.

Aber zurück zu W… Da in der Clique jeder von meiner Liebe wusste (und mich damit aufzog) gab es zum 14. Geburtstag ein großes Foto von W., selbstbewusst grinsend, im Ballraum, das meine Freundin Philine (Patentante des kleinen Piranhas) geschossen hatte. Natürlich mit der Ankündigung, dass es ein Geburtstagsgeschenk für mich sei.

Leider ist W’s Konterfei (mittlerweile wohnt er mit seiner Familie nur wenige Straßen entfernt und übt auf mich in etwa die Anziehung eines abgestandenen Hustensaftes aus) letzte Woche der Vor-Entrümpelung unserer Handwerker zum Opfer gefallen. After all this time. Shocker!

Viele der alten (also tatsächlich alt und nicht nur abgerockten) Möbel und Kleiderschränke hatte ich noch über eBay Kleinanzeigen verschenkt – und das allermeiste wurde zum Glück auch abgeholt. Unter den Abnehmern waren einige sehr nette Leute, die sich aufrichtig freuten – ein schönes Gefühl, nicht alle Habseligkeiten in die Tonne kloppen zu müssen.

Vorgestern Abend ging ich das Schlafzimmer meiner Mutter durch. Was eigentlich emotionaler sein sollte und ich lange vor mir her geschoben hatte, erledigte ich relativ routiniert und abgestumpft: Ich verstaute die meiste Kleidung in Beuteln für eine wohltätige Organisation und sortierte Taschen und Schmuck. Das allermeiste wird gespendet, was absolut im Sinne meiner Mutter wäre. Ich beschloss, ihr dafür einen riesengroßen Blumenstrauss zu bringen. Der kleine Piranha ergatterte noch ein bisschen Kram und Plüschtiere und nach etwa fünf Stunden waren wir fertig.

Kurz zögerte ich bei lang gehüteten Erinnerungen wie etwa unserer Milchzähne und Wunschzettel – aber ganz ehrlich? Wo soll das alles hin? Ich dachte an Aufräum-Queen Marie Condo, die gute Seele. Sparkte mein Milchzahn „Joy“? Nope. Negativ. Weg damit.

Das Fazit der Mammut-Entrümpelung: Ich werde mich nie wieder wundern, wenn mein Konto im Dispo ist. Und man muss viel öfter ausmisten. Materiell. Emotional. Ich glaube, ich muss mir die Tage noch mal Marie Condo bei einer Flasche Vino zu Gemüte führen.

Ich bin sehr froh, dass jetzt wieder ein bisschen Ruhe einkehrt. Die letzten Tage war ich so angespannt, dass auch der kleine Piranha Wind davon bekam – und selbst bockte und trotzte. Er rollte Klopapier-Rollen ab und beschimpfte mich unter anderem charmant als „drei Tonnen Müll“. Das Ganze gipfelte darin, dass er zusammen mit seinem Freund Talis auf dem Spielplatz Tauben mit Stöcken piesakte und Eddie, unseren Beagle, heilos mit seinem Trockenfutter überfütterte. Ted Bundy in the making?

Ich schimpfte laut, wütend und ziemlich verzweifelt mit den Jungs – warum sie Tiere quälen würden, und dass es überhaupt nicht lustig sei und der Piranha gleich ins Bett müsse und sämtliche Fernseh-Freuden bis auf Weiteres gestrichen würden. Abends schlief der Piranha in meinem Arm ein.

Die nächsten zwei Wochen werden wir es alles etwas entspannter angehen. Der kleine Piranha wird am Samstag zur Seepferdchen-Prüfung antreten, aber es sieht leider so aus, als müsse er noch einen Kurs dranhängen. Nicht schlimm – das Ergebnis soll ja auch halten, nämlich dass der Piranha sich sicher und ohne Angst (letztere ist für ihn ohnehin ein Fremdwort) im Wasser bewegt.

Letzten Samstag, als die ersten Kurskinder in der vorletzten Stunde bereits ihr Abzeichen erhielten und nur der Piranha und sein Freund Louis noch nicht dran waren, weinte er schon bitterlich. Ich überlegte, ihm die vermeintliche „Niederlage“ zu ersparen und die nächste Stunde einfach ausfallen zu lassen, aber Louis‘ Mama argumentierte, dass ja auch das – sollte es so sein – zum größer werden dazu gehört.

So sei es. Ich halte Euch auf dem Laufenden und wünsche Euch was, Ihr Lieben. Genießt den schmuddeligen Herbst!

Eure Single City Mama