Der Karma-ROI – oder warum „alles gut“ wird

Guten Morgen Lieblingsmamas,

so, Ostern ist schon wieder vorbei! Klappe zu, Hase… auf Weltreise! Aber schön war’s – und schokoladig! Der kleine Piranha hat im Garten nach Eiern gesucht und seine Familie und Freunde, die sich am Ostersonntag zusammen fanden, um einen von Baba-Opa kredenzten furztrockenen (aber schmackhaften!) Lammbraten zu genießen, bespaßt!

Sein kleines Mundwerk stand nie still. Der kleine Piranha kaufte ein, buk Lego-Kuchen, reparierte Familienmitglieder mit seinem Werkzeugkoffer und elaborierte, was ihn bewegte. Seine blühende Phantasie ist so süß zu beobachten und ich ertappte mich mehrere Male, wenn er stolz „meine Mama“ seufzte und seine Ärmchen um mich rum schlang, wie ich vor Liebe und Dankbarkeit für mein kleines Männchen mit den Schokoeiern um die Wette schmolz.

Elephant stands on thin branch of withered tree

Manches sprengt unsere Vorstellungskraft – und oft ist das gut so… (Bild: Fotolia)

Dabei dachte ich an ein Gespräch von neulich, mit einer lieben Freundin, die „alleine schwanger“ ist und ihre Schwangerschaft aufgrund der Zukunftsängste und Unsicherheiten gar nicht genießen kann.

Ich glaube, jede werdende Mama, die mit dem Kindsvater keine Zukunft geplant hatte oder deren Beziehung vor der Geburt gescheitert ist, kann diese Ängste nachvollziehen. Das Hin- und Hergerissensein zwischen der Freude über das Leben im eigenen Bauch, und den Unsicherheiten – wie wird alles werden? Wird er zahlen und sich kümmern? Will ich das überhaupt? Will ich nicht einfach einen Cut machen – kann ich den jetzt jemals machen? Wird mein Kind jemanden lieben, der mich verletzt hat? Wird er mein Kind verletzen? Wird meine Karriere mit Kind beendet sein? Wer stellt mich ein? Finde ich „Mr. Right“, wenn ich schon ein Kind habe?

Dazu kommen die Vorurteile, die leisen und die lauten. „Ich würde unter diesen Umständen kein Kind bekommen. Weißt Du, was Du dem Kind damit antust?“. „Du kannst doch später immer noch Kinder bekommen, aber doch nicht jetzt – und nicht von dem“. Eine Bekannte fragte mich auf einer Geburtstagsfeier sogar, ob ich denn wüsste, wer der Vater ist. Es dauerte, bis ich die Frage – und die Vorurteile, die sich dahinter versteckten – verstanden hatte. Dann war ich sprachlos.

Last but not least: der hormonelle Supergau, den eine Schwangerschaft mit sich bringt und versonnene Pärchen, die sich im Geburtsvorbereitungskurs die Bäuche bemalen. Die Voraussetzungen für innere Ruhe und Gelassenheit sind in dieser Phase häufig mehr als suboptimal.

Eine Freundin aus dem Studium hatte das schöne Motto: „Die meisten Probleme lösen sich von alleine“ und das habe ich auch versucht, meiner schwangeren Freundin zu sagen.

Als der kleine Piranha geboren wurde, war da nach emotional turbulenten Monaten nur noch Freude und Glück. Meine Schwester hielt während der Geburt meine Hand und durchtrennte die Nabelschnur. Wir wurden in Windeseile ein Team und nie hat uns etwas gefehlt. In mehrfacher Hinsicht sind wir sehr privilegiert: wir sind ökonomisch abgesichert und mein Vater wohnt in der Nähe. Meine Schwester sogar im gleichen Haus. Der kleine Piranha wird von ganzem Herzen geliebt, er hat eine Familie, enge Freunde, zu denen er ein inniges Verhältnis hat. Ich habe in der Elternzeit den Job gewechselt und arbeite nun nur wenige Minuten von zuhause entfernt in einem Bereich, der mir Spaß macht, mit einem tollen Chef und lieben Kollegen.

Der Vater des kleinen Piranhas wohnt zwar weit weg und ist im Alltag entsprechend wenig präsent, aber er kümmert sich und wir haben „unseren Weg“ gefunden, ein freundschaftliches Verhältnis, das auf gegenseitiger Fürsorge und Respekt fundiert.

Vieles, worüber ich mir in der Schwangerschaft den Kopf zerbrochen habe, ist nie eingetreten. Vieles lief besser als erwartet. Türen haben sich geschlossen – und bessere wurden geöffnet. In der Retrospektive kann ich sagen: Alles hatte einen Sinn und wenn ich jetzt meinen kleinen Piranha im Arm halte, weiß ich, dass er das größte Glück und das wertvollste Geschenk meines Lebens ist.

Diese Zuversicht möchte ich anderen Mamas auch geben. Es wird alles gut – in vielerlei Hinsicht besser als erwartet – und für alle Lebenslagen gibt es Unterstützung (wenn Ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt mir dazu gerne).  Es wird weiß Gott nicht immer einfach und auch mich warfen Dinge aus der Bahn, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existieren (Panikattacken). Verdrängte Trauer flog mir mit Lichtgeschwindigkeit um die Ohren. Aber auf eine groteske, in der Akutsituation kaum vorstellbaren Weise, bin ich auch daran gewachsen.

Das Wichtigste zu Schluss: Was Ihr für Eure Zuversicht bekommt – das kosmische „Return-on-Investment“, das Ihr für das Durchhalten und Kämpfen gegen Widerstände erhaltet – ist Liebe in ihrer reinsten Form. Das Geschenk Eures Lebens.

„Alles gut, Mama?“ fragt mich der kleine Piranha, wenn ich mir wehgetan habe. „Alles gut, mein Schatz. Nur besser!“

Eure Single City Mama

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