Freischwimmer

It’s something unpredictable

But in the end its right

I hope you had the time of your life

(Green Day, Good Riddance, 1997)

Als Billy Joe Armstrong und seine Kumpels diese Zeilen 1997 erstmalig zum Besten gaben, war ich 13 und liebte meinen Volleyballtrainer, der 8 Jahre älter war, irgendwas auf Lehramt studierte und den alle meine Freundin irgendwie doof fanden. Nennen wir ihn „Bob“ – der doofe Bob.

Das Leben war vergleichsweise einfach und die brennendste Frage „Liebt er mich auch?“ konnte ich allein ob des Altersunterschieds im Grunde meines verliebten Herzen mit einem sehnsuchtsvoll-geseufzten „nein“ beantworten – und das war auch gar nicht so schlimm, denn ich fühlte, was ich für „den doofen Bob“ fühlte, um des Fühlens willen und nie wieder in meinem Leben habe ich so einen Hormoncocktail erlebt – und auch das ist gar nicht so schlimm :D.

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Green Day – daaamals (Bild: Greendayauthority.com)

Freischwimmen von fremden Erwartungen

Erst Jahre später bin ich wieder auf diesen Song gestoßen und er gehört inzwischen zu jenen, die ich immer wieder gerne höre, weil auch die Lyrics (im Gegensatz zu aktuellen Smashhits à la „I took a pill in Ibiza“) eine tolle Botschaft übermitteln: Nämlich das Abenteuer des Lebens, das wir umarmen sollten – denn am Ende kommt es genau so, wie es kommen soll. Mit dieser inneren Einstellung lebt es sich wesentlich entspannter. Sich freimachen – freischwimmen – von Ängsten und Erwartungen, ebenso fiktiven wie absurden Industry-made Normen und unerreichbaren Idealen – auch und gerade in puncto Mamatum.

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Bild: Andrey Armyagov / Fotolia.com

Der psychologische „Gruß aus der Küche“

Damit nehmen wir den Druck von uns und anderen. Denn mal ehrlich, küchenpsychologisch betrachtet ist es doch so: Selbst wenn wir es uns manchmal noch so sehr wünschen, wir können gar nicht beeinflussen, was andere von uns denken. Es wird immer Menschen geben, die mit uns und unserem Äußeren, unserer Art die Dinge zu sehen, das Leben zu meistern und unsere Kinder zu erziehen, nicht zurecht kommen. Es wird immer Menschen geben, die wir einfach ein bisschen lieber mögen, als sie uns und vice versa. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, denn im Grunde lernen wir in jeder Freundschaft und jeder wie auch immer gearteten Beziehung und Begegnung am meisten über uns selbst.

Alles, was wir tun können, ist uns zu überlegen, was wir für ein Mensch sein wollen. Was sind unsere Werte? Unsere Ideale? Was wollen wir unseren Kindern vermitteln? Diesen Überlegungen passen wir unser Handeln an.

Innere Gelassenheit bringt Souveränität

Das Tolle: Mit dieser inneren Gelassenheit treten die „richtigen“ Menschen in unser Leben, innere Ruhe macht sich breit wo früher Ängste und Unsicherheiten waren und wir werden im Umgang mit den Wehwehchen des Alltags wesentlich souveräner.

Eine Leben ohne Sorgen und Unsicherheiten? Laaangweilig – und völlig utopisch. Denn genau das Unperfekte macht uns zu Menschen und charmanten und interessanten Individuen. Aber ich glaube, Billy Joe hatte Recht:

It’s something unpredictable – but in the end it’s right – I hope you had the time of your life.

Sonnige Grüße,

Eure „Küch. Psych.“ Single City Mama

 

2 Gedanken zu “Freischwimmer

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