Operation „Flamingokacke“

An diesem sonnigen Wochenende waren der kleine Piranha und ich wieder in Hagenbecks Tierpark unterwegs, um unsere Jahreskarte mal richtig glühen zu lassen. Nichtsahnend, dass unser Besuch dieses mal nur rund 25 Minuten dauern würde, jauchzte der Piranha direkt nach unserer Ankunft elektrisiert „AFFE, AFFE!“ vor dem Schimpansen-Felsen – und ab da gab es kein Halten mehr.

Das Kind wollte partout nicht mehr in den Buggy steigen, also ließ ich ihn gewähren. Kaum waren wir um die nächste Ecke gebogen, rannte der Piranha auf eine Wiese unweit des großen Burma-Teichs, auf dem gefühlt die halbe Fauna des Parks flaniert – Flamingos und Schwäne inklusive.

Schrecksekunde

Bis ich realisierte, dass der kleine Piranha schnurstracks auf den See zusteuerte, dauerte es einige Sekunden und dann flitzte auch ich los. Zunächst noch mit Buggy und Handtasche und dann ohne. Das Kind setzte zum Sprung in den Teich an – Mama Piranha direkt hinterher. Nach einer Sekunde, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde, weil der kleine Körper meines Sohnes komplett unter Wasser war, hob ich ihn aus dem Teich und ein zur Hilfe geeiltes Pärchen nahm ihn am Ufer entgegen.

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(Bild-Quelle)

Der kleine Piranha hatte zum Glück kein Wasser geschluckt (Wasser ist schließlich sein Element!) und fand das ganze nach einer Sekunde der Verdatterung ziemlich witzig. Ich entstieg klitschnass und mit furchteinflössenden Pusteln an den Händen dem Teich, weinte heiße Tränen des Schrecks und der Erleichterung, zog dem kleinen Piranha trockene Sachen an, dankte dem Universum, dass nichts Schlimmeres passiert war und bestellte mir erst ein mal am „Dschungelnächte“-Stand einen Aperol Spritz für meine Nerven.

Selbsterhaltungstrieb eines suizidalen Lemmings

Da erzählte mir die Verkäuferin, dass sie einmal in einer ähnlichen Situation war und ihr Kind auf der Mittelinsel einer Kreuzung fand. Es kann so schnell gehen – das wurde mir in dieser Sekunde klar. Man muss mit laufenden Kleinkindern, deren Selbsterhaltungstrieb dem eines suizidalen Lemmings gleicht, aufpassen wie ein Luchs und ich werde – auch wenn es Kritik meiner Mitmenschen hageln könnte – zur Sicherheit einen Rucksack mit Leine für den kleinen Piranha kaufen.

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(Bild-Quelle)

Dennoch: Sind wir Rabenmütter, weil wir manchen Stunt unserer Kinder nicht voraussehen können, nicht immer sofort schalten und so jede brenzlige Situation im Keim ersticken können? Nein, wir sind Menschen. Mamas. Löwenmamas mit Herz und Seele und einem scharfen Verstand, mit dem wir das Elternsein so gut meistern, wie wir es können. Ohne jeden Anspruch auf Perfektion, aber mit dem Anspruch, in jeder Sekunde das Beste für unser Kind zu wollen und es zu beschützen mit allem, was uns dazu zur Verfügung steht.

Sonnige Grüße,

Eure Single City Mama (die immer noch ein bisschen nach Flamingokacke riecht)

4 Gedanken zu “Operation „Flamingokacke“

  1. Esther schreibt:

    Ich fühle mit Dir! Allerdings hab ich das Kind noch 2cm vorm Teich greifen können…..Guck mal bei Amazon nach Littlelife, da gibt’s Rucksack mit Leine und auch nur Leine! Funktioniert!

    Gefällt 1 Person

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