Der Löwe Deines Lebens

Als der kleine Piranha und ich den sonnigen Pfingstsonntag in Hagenbecks Tierpark verbrachten, gab es spätestens im Streichelgehege für den Piranha kein Halten mehr. Und da ich so sehr damit beschäftigt war, die putzigen „Ziege meets Piranha“-Momente fotografisch festzuhalten, gelang es Ole in einem unbemerkten Moment tiefer in das Ziegengehege vorzudringen. Was per se völlig unproblematisch war, da dort nicht etwa die unsozialisierten Aggro-Böcke sondern wollig-weiche Babyzicklein warteten – aber trotzdem kletterte ich so schnell ich konnte über den Zaun und brachte den kleinen Piranha zurück in den sicheren Hafen des Streichelgeheges.

Oxytocin, Baby!

Seit 2 Jahren habe ich nun diesen Löwen-Mama-Instinkt. Genau genommen, seit dem Moment in dem mir am 1. Juni 2014 – high as a kite von der PDA und übernächtigt nach 12 Stunden im Kreissaal, Hebamme Franzi ein kleines, nacktes, knopfäugiges Bündel Mensch auf den Bauch legte. Meinen Piranha. Wie von Mutter Natur perfide geplant, regnete es Oxytocin – jenes berühmt-berüchtigte Bindungshormon, das dafür sorgen würde, dass ich für den Rest meiner Tage für diesen kleinen Menschen kämpfen und in der Ultima Ratio mein Leben für ihn geben würde.

Als meine Schwester etwa vier war, lief sie ein mal in einem unbedachten Moment auf die Straße. Leider war die Straße ein viel befahrener Seitenarm des Glockengießer Walles und nur durch einen beherzten Hechtsprung meiner Mutter konnte schlimmeres verhindert werden. Beide kamen mit Blessuren davon, aber was mir als Kind wie ein heroischer Akt der Selbstlosigkeit vorkam, ist eigentlich ein völlig normaler Instinkt, der bei sozial- und mental funktionalen Menschen einsetzt, um ihre Jungen zu beschützen.

Lion

(Bild-Quelle)

Leo justitia

Relativ schnell und relativ unmissverständlich kommunizierte ich als frischgebackene Jungmama jedem, der Einfluss auf das Heranwachsen und die Entwicklung des kleinen Piranhas nehmen würde, dass er oder sie dies mit viel Vorsicht tun müsse, denn sollte dem kleinen Piranha eines seiner damals kaum existenten Haare gekrümmt werden, würde ich nicht scheuen, alle Wege der Justiz zu beschreiten und im Zweifel deren überstrapazierte Kassen und Mitarbeiter auch mal zu schonen. Nicht umsonst haben Subjekte, die Kindern Leid zufügen, im Knast besonders wenig zu lachen.

Buy one, get one free – nur besser!

Die Moral von der Geschicht: Solange ich lebe, wird der kleine Piranha immer eine stolze Löwin an seiner Seite wissen (zwei – denn seine Tante kann Krav Maga!!).

Uns gibt es nur noch im Doppelpack. Buy one, get one free – nur besser!

Sonnige Grüße,

Eure Single City Mama

3 Gedanken zu “Der Löwe Deines Lebens

  1. Donoso de Maistre schreibt:

    Warum zeigt das Bild ein Löwenmännchen – ist Stärke etwa ein maskulines Attribut? Und warum lasse ich hier den Feministen raushängen? Fragen über Fragen… 😀

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  2. singlecitymama schreibt:

    Das ist in der Tat ein sehr berechtigter Einwand! Stärke gibt es natürlich in maskuliner und femininer Ausprägung und ist, wenn es um den Schutz des Nachwuchses geht, etwa gleich ausgeprägt. Nennen wir es Transgender Leo Piranharus, der/die/das den kleinen Piranha beschützt 😀

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    • Donoso de Maistre schreibt:

      Deine Antwort muss ich zwar erst noch in der Männergruppe beschnacken – aber auf den ersten Blick würde ich sagen: Gut gebrüllt, Löwin – dem pflichte ich bei!!!

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