Der Opa-Faktor

Großeltern sind etwas Tolles – vorausgesetzt man hat das große Glück, mit ihnen aufzuwachsen und sie zumindest in erreichbarer geografischer Distanz zu wissen.

Als ich klein war, waren regelmäßige Besuche bei meiner Oma in Meppen Pflichtprogramm. Wem diese Ortsangabe nachvollziehbarer Weise nix sagt: Meppen ist eine schnuckelige 30.000-Seelen-Kreisstadt im Emsland. Doch schon damals, Ende der Achtziger, gab es mit einem beheizten Hallenbad, einer Freilichtbühne und einer Einkaufsstraße mit Spielzeuggeschäft und Münzpferden vor der Tür alles, was das Kinderherz begehrt.

Doch viel mehr als die kindgerechte Infrastruktur Meppens ist mir die Leidenschaft meiner Oma in Erinnerung geblieben, mit der sie meine Schwester und mich betreut und verwöhnt hat. Ihr Haus wurde während unserer Besuche zur Schneiderei kindgefertigter Haute Couture, ihre Polstergarnitur ein Reiterhof und meine Oma nahm uns stolz zu sämtlichen Lady-of-Leisure-Aktivitäten wie Kegeln, Kniffeln und Kaffeekränzchen mit und übertrug uns die hoheitsvolle Aufgabe, an ihren Geburtstagen die Anruf-Checkliste zu führen (wer nicht anrief, war unten durch).

Leider lebte meine Mutter nicht mehr, als Ole das Licht der Welt erblickte. Sie wäre eine fantastische Oma gewesen mit einem Coolness-Faktor, um den ihn viele Kids beneidet hätten. Dafür hat der kleine Piranha schon heute ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Vater (70), der in punkto großelterlicher Fürsorge über sich selbst hinaus wächst. Auch auf der väterlichen Seite gibt es auch noch einen lieben Opa, den er mit zunehmenden Alter sicher noch besser kennen lernen wird.

Und im vergangenen Jahr ist „Leihomi“ Claudia durch einen Aufruf auf Babysitter.de in unser Leben getreten. Claudia ist auf den ersten Blick alles andere als eine „klassische Oma“, sondern im Gegenteil, eine sehr modebewusste, unheimlich attraktive und elegante Dame, deren leibliche Enkelkinder in Australien leben. Claudia passt nun ein mal in der Woche auf den kleinen Piranha auf und die beiden verstehen sich prächtig. Natürlich ist Claudia – wie die meisten Menschen in unserem Leben – wesentlich konsequenter, wenn es um die Bockphasen und Tischmanieren des kleinen Piranhas geht und verwöhnt ihn auf der anderen Seite durch Spielen und Spazieren mit einer Engelsgeduld, die mir selbst meist völlig fehlt.

Die Moral von der Geschicht‘: Verdirbs Dir mit Deiner Familie nicht 😉

Nein, Quatsch: Aber ich bin überzeugt, dass ein gutes Netzwerk aus Familie (biologischer und selbstgewählter) und engen Freunden eine Riesenentlastung ist und dafür sorgt, dass sich nicht nur Mama mal entspannen kann, sondern auch die Kids verschiedene Eindrücke und Einflüsse durch handverlesene enge Bezugspersonen mit auf ihren Weg bekommen.

Doch dafür müssen wir ihnen vertrauen – was manchmal gar nicht so einfach ist. Was denkt Ihr?

Sonnige Grüße,

Eure Single City Mama

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